Frauen und Welt

So oder so ähnlich könnte ich wohl titeln. Ups, habe ich schon getan. Klingt wie der Titel eine Fünzigerjahrewerbeprospektes für angehende Stewardessen. Suschnas heutiger Beitrag gab den entscheidenden Stupser, um mich heute mal aufs Sofa zu setzen und das in Worte zu fassen, was mir in den letzten Tagen ungeordnet durch den Kopf ging – versprechen, dass das hier geordneter sein wird, kann ich nicht. Will ich ehrlich sein (und das bin ich nun mal, kannst nix machen), dann muss ich gestehen, dass ich aber auch nicht die allergeringste Ahnung habe, WAS genau ich aufschreiben werde. Ums Nähen und Stricken wird es wohl eher nicht gehen … na, wer weiß.

Es gab im Laufe der letzten Wochen viele kleiner und große Aufreger, in den Nachrichten, im Privaten, im Allgemeinen, im Speziellen – wie im echten Leben eben 😉 Beispielsweise die Aussage de Maizière’s in Bezug auf das Bonn-Berlin-Gesetz, in der sinngemäß es kleinlich fand, sich auf die Buchstaben eines Gesetzes zu berufen. Nein, wo kämen wir da auch hin, wenn unser Gesetzbuch so etwas wie eine gewisse Gültigkeit besäße. Oder gilt das nur für die Gesetze, die ihm selbst nicht so genehm sind? Es geht mir dabei nicht um Bonn-Berlin, sondern um die Aussage eines Politkers, der deutlich zeigt, dass er (und seine Kaste?) in seiner Wahrnehmung ÜBER derlei Profanitäten wie Gesetz und Ordnung steht.Wozu ja auch die Erhöhung der Diäten zählt – wußte gar nicht, dass wir dafür genug Geld haben. Aber natürlich möchte ich lieber, dass die Damen und Herren Gesetzgeber (na, eben, die geben Gesetze, vom Einhalten ist ja nicht die Rede) ausreichend bezahlt sind als dass Alleinerziehende OGS-Plätze erhalten können.

Von da aus kann ich mich gleich aufs nächste Pferd schwingen, denn wie geht es eigentlich zusammen, dass wir mittlerweile ein Scheidungsrecht haben, dass die Frauen ganz klar benachteiligt, gleichzeitig aber nicht die Möglichkeiten schaffen, dass diese Frauen auch wirklich wieder auf die Füße kommen? Denn vorgesehen ist beispielsweise, dass eine Mutter dann wieder berufstätig sein soll, wenn die Kinder in der Schule ist. Schule ist hier allerdings um halbzwölf zu Ende und OGS-Plätze auch für solche Familien nicht garantiert. Da bräuchte Mutti dann jemanden, der das Kind/die Kinder abholt und betreut. Nicht alle Großeltern sind willens, in der Lage oder auch nur nah genug, um hier täglich kostengünstig ein zu springen – müssten sie am besten gesetzlich zu verpflichtet werden, nicht wahr? Hier in der Gegend kostet eine günstige Tagesmutter so was um die 10,-€ die Stunde – man zeige mir die Frau, die genügend verdient, um das zu leisten.

Da kommt dann in der Regel der schöne Spruch: “Ist alles eine Frage der Organisation.” Kann ich mich auch drüber aufregen, denn der Satz ist eine Unverschämtheit. Es geht hier nicht um Organisation – DAS würde den meisten Frauen leicht fallen – es geht um Geld: mir ein AuPair, eine Leihoma oder eine Tagesmutter zu leisten, kostet jede Menge. Den dazu nötigen Anruf, die Anzeige in der Zeitung oder was sonst dahin führt, ist dagegen ein lächerlicher Aufwand. Aber genau hierhin geht der Tenor in Interviews mit dazu befragten Politikern jedweden Geschlechts. Auch die Förderung weiblicher Berufstätigkeit und Selbstständigkeit oder gar die Quotenregelung geht am Großteil der deutschen Frauen vorbei. Oder wieviele von euch sehen die Erfüllung ihres Lebenstraumes im Vorstandssitz eines Dax-Unternehmens? Bin ich als “kleine”DOBverkäuferin beispielsweise einfach nie gemeint – außer wenn es um Steuern geht? Ließe sich besagte DOBverkäufern nämlich scheiden und müsste dann für ihre achtjährigen Zwillinge alleine sorgen, da der Exgatte auch seine Zweitfamilie angemessen versorgen muss, wie soll das dann gehen, wenn die örtliche Schule schlicht und einfach keinen OGS-PLatz anbieten kann? Die DOBV finge morgens um 10:00 Uhr an, während ihre Kinder schon um 8:00 in der Schule sind und spätestens um halbeins wieder abgeholt werden müssten. Blieben ihr – arbeitete sie direkt neben der Schule – gute zwei Stunden, um zu arbeiten. Vollzeit verdient eine Verkäuferin hier in der Bonner Umgebung etwa 1600,- brutto – knapp 1100, – netto. Bis wenigstens 19:00 Uhr müsste sie arbeiten, um vollzeit bezahlt zu werden. Fehlen wenigstens 6,5 Stunden Kinderbetreuung – also sieben bezahlte Stunden Tagesmutter. Macht 70,- pro Kind, macht 140,- pro Tag, macht 700,- pro Woche, macht wenigstens 2800,- pro Monat … hmmm – alles eine Frage der Organisation … oder kann es sein, dass Frauen einfach nur im Regen stehen gelassen werden? Klingt nicht bei den ganzen Scheidungsrecht und Steuerrechtdebatten durch, dass es die armen ausgenutzten Männer sind, die bestraft werden und dumme Frauen, die es nicht besser verdient haben? Bin ich dumm, weil ich meine Selbstständigkeit schwanger nicht mehr ausüben konnte? Dumm, dass ich mich vorher lieber auf mich als auf einen Arbeitgeber wie die Leutefeuernde Telekom verlassen habe? Dumm, dass ich ein halbes Jahr voll stillen wollte? Dumm, dass ich so entsetzlich alt bin? Dumm, weil unsere Wirtschaft nicht funktioniert?

Komme ich schon zum nächsten Aufreger: wann war der Zeitpunkt, an dem es vollkommen in Ordnung erschien, die WIRTSCHAFT als das wichtigste Gut eines Staates zu betrachten und jedes Opfer für gerechtfertigt ansah, nur damit es der WIRTSCHAFT gut geht? Seit wann bestimmen die tiefen Gefühle eines Brokers darüber, ob Menschen gut oder schlecht leben? Weshalb genau ist es in Ordnung, dass ein Kleinverdiener in Relation mehr zahlt als ein Milliardär? Vielleicht seitdem Gesetze nur für manche gelten oder Erlasse nicht zu Ende gedacht werden? Oder war das nicht schon früher der Fall? Es geht extrem ungerecht zu, aber es wird irgendwie weiter gemacht? Warum? Weil es anderen ebenso geht wir mir: klar wäre es gut, auf die Straße zu gehen, aber ich habe dieses ganze Affentheater, die verlogenen Worthülsen, die abschreibenden Schmierlappen und was noch alles so satt, dass ich mir am liebsten meine eigene kleine Welt schaffen will, in der Nachrichten manchmal tagelang bewußt weggedrückt werden. Schön, wenn ich mir manchmal einbilden kann, dass all die Schulden, die krummen Geschäfte, die Bundeskröte und die ganze böse Welt insgesamt nichts, gar nichts mit mir zu tun haben kann.

Von da auch komme ich auf den Gedanken, dass das sicher viele tun und vielleicht auch mehr als eine von euch da draußen in der guten Selbermachwelt 😉 Ist das am Ende ein weibliches Ding, dass sich Zurückziehen nach dem jahrelangen sich Aufregen? Zumindest beobachte ich das bei vielen meiner Freundinnen, die wir alle um die 40 und zum größten Teil Mütter sind. Ist das nicht verkehrt? Aber würde ein weiteres sich Einmischen überhaupt noch lohnen, wo so viele Frauen doch längst mitzumachen scheinen? Mitmachen? Wobei? Beim Erhalt einer Männerwelt. Denn so kommt es mir vor. Unsere Welt ist geprägt vom Mehr haben wollen, vom sich Vernetzen, sich nach oben kämpfen. Und dafür wollen unsere Bundesdamen (wenn sie sich dann mal einig werden) eine Quote. Eine Mindestzahl an Frauen, die in hochbezahlten Positionen ein Männerspiel nach Männerregeln mit betreiben sollen. Das soll unsere Gesellschaft besser machen? Dass Frauen lernen, sich genauso zu benehmen? Denn um etwas anderes geht es doch nicht, oder? Oder wieder: hilft das der DOB-Verkäuferin??? Schaue ich mir einen Großteil unserer Politkerinnen an, dann spreche ich ihnen die Weiblichkeit einfach mal ab. Da geht es mir nicht um einen Schönheitswettbewerb, sondern darum, ob das, was als weibliche Tugenden gelten konnte, hier überhaupt noch eine Rolle spielt.

Frau Merkel beispielsweise ist nicht gerade dafür bekannt, mit Frauen gut zu können und auch andere scheinen es als ehrenrührig, als peinlich, als unfair und unrichtig zu empfinden, Politik weiblicher zu machen – eben auch mal ganz offen von Frauen für Frauen. Nun ist es nicht so, als ob ich Männer nicht mögen würde – grundsätzlich tue ich das schon. Aber es ist unserer Gesellschaft in den letzten Jahrhunderten nicht immer nur gut bekommen, von ihnen bestimmt zu werden (sag ich mal gaaaaanz vorsichtig). Doch wie enttäuschend ist es zu erleben, dass Frauen, die endlich mitbestimmen können, nicht eiligeres zu tun zu haben, als entweder den Supermacker zu geben oder aber klar zu stellen, dass sie vor allem von Jungs gemocht werden wollen (ha, wer weiß, an welche beiden Damen ich hier denke, der tippe mal). Und wenn ich mir das so ansehe, dann denke ich: dass sich aus Sachen heraus ziehen – das mag weiblich sein. Es mag nichts (zumindest nicht sofort) etwas an der Gesellschaft ändern und es manchen Entscheidungsträgern leichter machen, schlechtes zu beschließen, aber wenigstens habe ich das selbst beschlossen. Ich muss nicht an meiner Karriere feilen und mich dort an die alten Regeln halten, die offenbar vor allem darin bestehen, Männer so mies wie möglich zu imitieren. Das fängt schon am Kurzhaarschnitt, den gestreiften Blusen und den mies sitzenden knitterfreien Anzügen der “Businessfrauen” an. Warum eigentlich ist es nicht möglich, im Bleistiftrock oder im Blumenkleid wichtige Entscheidungen zu fällen und zu präsentieren? Können Männer dann nicht mehr zuhören? Nehmen sie die Chefin dann nicht mehr Ernst? Warum aber ist das ihr Problem? Oder wäre eine Frau, die herum läuft, wie SIE es will, vielleicht doch zu weiblich? Zu ungebändig, zu selbstbewußt, zu …. ? Vielleicht klingt das albern, aber sucht euch doch mal bei einigen Firmen Bilder der Angestellten im Management heraus: Findet ihr welche, so sehen sie gerne mal aus wie verkleidetete Sparkassenbubis? Wie deutlich kann man noch zeigen, dass hier ein Männerspiel betrieben wird? Und wie lustig, die Frau darf mitspielen – solange sie sich verkleidet. Hört sich sehr nach einem Rokokorroman an ….

Ich habe eine Zeitlang mal bei einem in Bonn ansäßigenm “Global Player” gearbeitet. Es wurde eine spontane Sitzung anberaumt, als sich eine sehr wichtige Dame aus München überraschend für den Nachmittag angekündigt hatte. Meine Chefin war bis dahin den männlichen Machtspielchen – die ganz offen betrieben wurden – gegenüber immun gewesen. Aber diese Sitzung brachte sie dazu, in die Stadt zu rasen und sich einen schwarzen Anzug zu kaufen – sie war an diesem heißen Tag in einer kirschroten Dreiviertelhose und einem ausgeschnittenen T-Shirt erschienen. Und sah schlicht atemberaubend und durchsetzungsfähig aus. Aber was sollen die “Jungs” denn denken, wenn sie so entspannt und weiblich erscheint? Dass das wieder mal nichts als dumme Sprüche bedeuten würde, war schon klar – aber hey, mit dummen Sprüchen können wir Mädels doch schon lange umgehen, oder? Nun, die sehr wichtige Dame erschien in einem wollweißen Tweedkostüm mit kurzem Rock und transparenten Strümpfen und in der Tat hatten die – ihr unterstellten – Herren Manager in der Teepause nichts besseres zu tun als darüber zu lästern, ob durchsichtige Strümpfe denn wohl erlaubt seien, ob wollweiß nicht zu farbig und der Rock nicht kurz bzw. die Trägerin zu alt sei. Im Laufe der Sitzung dann mal als dumme Jungs gerügt und von der Dame energisch zurück gewiesen, wenn einer wagte, sie zu unterbrechen, stimmten sie am Ende brav mit Ja und Amen sämtlichen Änderungen zu – die meisten waren Wochen später überrascht, was genau alles besprochen worden war … Ist das nicht Mispielen der Kleiderordnung also wirklich das Problem der Regelbrecherin gewesen oder dass der Männer? Ich denke, dass die meisten Frauen, die dahin wollen, eh schon eine dicke Haut haben müssen – warum das Anderssein nicht zeigen und zelebrieren?

Ihr seht, alles geht ein wenig konfus und wenig eindeutig hin und her – kennt ihr das Gefühl?



12 thoughts on “Frauen und Welt”

  • Man, du bist ja echt eine Power-Schreiberin. (Wie machst du das bloß alles – hehehe). Ich pick mir nur mal ein Gefühl raus: Ja, ich glaube auch, dass viele Frauen um die Vierzig sich zurückziehen aus dem Berufsleben. Ich kann nur für mich sprechen und für meinen Job, bzw. meine Ausbildung, für die Dax-Vorstand nicht ganz ausgeschlossen gewesen wäre. Ich wollte nicht mehr mitmachen in dieser ganzen Männerwelt, hat mir nichts gegeben, im Nachhinein hat es mich sogar furchtbar angenervt, aber das merkt man nicht so, wenn man drinsteckt im Getriebe und den Apparat genauso wichtig findet wie die anderen ihn finden. Das gesellschaftliche Ansehen (ich bin X bei Y) hat auch was für sich. Kleidung war bei uns auf jeden Fall ein Thema, ich hatte eher mit der Finanzbranche zu tun und wenn ich da einen kurzen Rock oder ein nicht so hochgeschlossenes Blüschen getragen hätte, dann wären die Herren zu keiner Arbeit mehr fähig gewesen. Ich hätte das ja einsetzen können, aber ich wollte wegen meiner Arbeit geachtet werden, jaja.
    Nun bin ich hier und viel glücklicher. Das eigentliche Glück ist, dass ich es mir leisten kann.

  • Ich “will” gleich einen Burdaschnitt abpausen, davor greult mir und welch ein Glück, dass ich hier noch etwas schreiben kann 😉
    Du bringst mich auf noch einen weiterführenden Gedanken: wenn die weibliche Kleidung verhindern soll, dass Männer des Denkens nicht mehr mächtig sind – da fragt frau sich doch, ob da die Richtigen lenken und denken … bestätigt nur meinen Verdacht: ist deren Problem, nicht meines, habe es nur zu meinem machen lassen.
    Auch das mit dem nicht merken, wenn man drin steckt – glaube ich sofort, deshalb glaube ich auch, dass wir schon lange (wieder) in einer kompletten Männerwelt stecken. Da schrauben wir uns freiwillig die Weiblichkeit ab und denken, wir sind gleichberechtigt. Gleichberechtigt wären wir, wenn unterschiedliche Prinzipien und Herangehensweisen gleichermaßen genutzt und geschätzt würden, nicht, wenn wir auch mal eine Unterschrift abgeben dürfen.
    Das mit dem Leisten ist natürlich ein großes Glück – du Bloggerin, du ;.)

  • Uiui, ihr müsstet doch mal meine Diss lesen!
    Hegemoniale Männlichkeit ist das nämlich. Also wenn Frauen so tun als seien sie die besseren Männer.

    Lohnarbeit als Wert an sich wird meiner Meinung nach überschätzt, der Prüfstein wäre doch, ob man in einer Welt ohne den Zwang zur Lohnarbeit auch arbeiten würde. Ich z.B. schon, wenn auch anders strukturiert. Aber viele, die ein Riesenbohei um ihre Arbeit machen vielleicht eher nicht?
    Abhängige Arbeit als Weg der Emanzipation halte ich jedenfalls für einen systemimmanenten Denkfehler.

    Soweit meine 2cent
    Liebe Grüße Catherine

  • Liebe Catherine,

    ganz ehrlich? Auf deine Diss wäre ich schon neugierig! Denn bezahlte Arbeit hat sich zwar als ein mögliches System erwiesen, da Geld in der Tasche einen gewissen Vorzug vor Eiern in der Hand hat, aber was daraus entstanden ist … die Arbeit einer Krankenschwester kann doch im Sinne der Nächstenliebe und Menschlichkeit nicht weniger wert sein als die eines Karstadtvorsitzenden. Und mehr Verantwortung, die er angeblich hat … da sieht man, wie gering ein einzelnes Leben geschätzt wird. Wobei ich damit den ewig lang um ihren Job bangenden Verkäuferinnen dieses Konzerns nicht Existenz klein reden will. Nur hätte besagter Vorsitzender in etwa soviel Verantwortungsgefühl gezeigt, wie er es im Krankheitsfalle von seiner Krankenschwester erwarten würde (“Rotes Pillchen, gelber Pillchen, was ist schon der Unterschied 😉 ” ), dann hätten viele Menschen lange Zeit weniger Sorge gehabt.
    Auch das Bewerten von Menschen nach ihrem Gehaltscheck, Dienstwagen, Phantasietitel – ist das wirklich weiblich? Doch wohl eher nicht und wenn ich das mitspiele: bin ich dann emanzipiert? Die Frage ist, wie ein weiblicher Gegenentwurf wirklich aussähe.
    Viele – vor allem Frauen – werfen Frauen ja gerne vor, sie würden sich gegenseitig ausbremsen und beneiden. Schaue ich um mich – und ich hatte ja jahrelang beruflich nur mit Frauen zu tun, als Kundin, Kollegin und Vertreterin – dann habe ich nur selten neidische Frauen erlebt. Und auch diese Grabenkämpfe zwischen Vollzeitberufstätige und Vollzeitmutter habe ich im RL NIEMALS erlebt. Mit Frauen, die man nicht mag, kommt doch gar nicht erst auf diese Themen und bei Frauen, die einem sympathisch sind, ist ganz schnell ein Verständnis füreinander da. Diese entsetzlichen Haudrauf-Debatten scheinen in meiner Wahrnehmung vor allem schriftlich statt zu finden. Vielleicht bin ich aber auch nur eine ganz besonders stark gönnenkönnende Frau, was bei meiner früheren Tätigkeit auch ein Muss war … 😉

  • Also was Haudrauf angeht wohne ich anscheinend in einem sozialen Brennpunkt. Natürlich finden die härteren Sprüche nicht von angesicht zu angesicht statt, sondern hinter dem jeweiligen Rücken. Da ich überall so mit rumschwirre (Körbchenlos?) kriege ich auch eine ganze Menge mit. Das existiert auf jeden Fall, auch mündlich.

    Was die Arbeit angeht: Ich bin ohnehin für ein bedingungsloses Grundeinkommen – was wir ja irgendwie sowieso schon haben – und glaube auch, dass die Menschen dann trotzdem nicht alle ihre Tage lieber vor dem Fernseher verbringen werden. Dann ist endlich alles Arbeit, was der Gesellschaft nützt und die richtig miesen Jobs müssten richtig attraktiv belohnt werden.

  • Dann erkenne ich an, dass ich wohl Glück habe, was das Draufhauen anbelangt – nachvollziehen kann ich das nicht so recht, denn wenn ich jede Mama in einen Hungerlohnjob hineinzwinge und jede Vollzeitkarriereristin zwangsschwängere, macht mich das nicht zwangsweise glücklicher … 😉

  • Hallo michou,

    du hast was an deiner Seite geändert, früher konnte ich hier nie kommentieren (das hat mich schon manches mal geärgert). Positiv, sehr positiv!
    Haudrauf, ja, das gibt es, vorzugsweise hinter dem Rücken der jeweilig Betroffenen.
    Das mit der Kleidung ab einer gewissen Position – finde ich nicht so schlimm, ist bei Männern ja übrigens auch so. Glaubst du, dass Manager immer gern im Anzug herumlaufen? Eigentlich ist mir das egal, und persönlich glaube ich auch, dass man mit einer gewissen Ausstrahlung und ironischer Distanz solche Regeln brechen darf. Also, interessiert mich persönlich nicht, als Zeichen der Unterdrückung m.E. ein bisschen überbewertet.
    Deinen Ausführungen darüber, dass “die” Wirtschaft eine zu zentrale Rolle spielt und inzwischen als Ausrede für allen möglichen Unsinn herhalten muss, kann ich nur zustimmen, gleiches gilt für die ungerechte Lohn- und Steuerverteilung.
    Ganz schlimm die “Verwaltung” der Kinder und dass dieses immer am Geld hängt. Ach je, es ist schon vieles im Argen…

  • oh ja, wir ärgern uns eigentlich ganze Zeit wenn wir daran denken was alles falsch in diesem Land läuft in Bezug auf Beruf und Familie (und was bedingungslos in meinem Land als “gute EU-Erfahrung” übernommen wird). Wir ärgern uns GRÜN und ROT (nein, nicht schwarz 😛 )
    Aber – auf meiner Mondseite passieren komische Sachen – z.B. die OGS ändert nach 3 Jahren die Verträge, so dass alle Kinder Freitags um 15:00 nach Hause müssen – in unserem Stadteil gab’s nämlich in den letzten 3 Jahren nur ein Kind (bzw. vor 2 Jahren gab es 2) welches die Betreuung länger brauchte (es waren/es ist mein Kind).
    Ich stehe jeden Tag vor 5:00 morgens auf, damit ich meine Berufstätigkeit mit der Schulpflicht meiner Kinder vereinbaren kann – obwohl beide in Ganztagsschulen sind! (ja, wir haben in unserem Städchen gar ein Ganztagsgymnasium). Ich habe einen sehr sehr sehr Mütterfreundlichen Abteilungschef bei einem Mütterfreundlichen Arbeitgeber. Eigentlich kenne ich keine andere so funktionierende Konstellation (ich hatte sehr viel Glück!). Die meisten meiner arbeitenden Bekannten haben gar keine Wahl und müssen Teilzeit arbeiten – wegen der starren Arbeitszeiten und der gar nicht so flexiblen OGS…. Oder sie sind auf ständige Hilfe von Omas angewiesen…

  • Well, die ‘OZ’-Sprache hat da den Satz “rulled by the(ir) dick!”

    Was ich mich immer frage: WO kommen die ‘darann haengenden’ Maenner eigentlich her; wie werden/wurden DIE so?

    Liebe Gruesse,
    Gerlinde

    P.S.:
    Kein Unterschied hier; koennte das glatt einfach nehmen, uebersetzen und als Beschwerde bei u/Regierung eingeben. Allerdings Ergebnis: Null, da NICHT wichtig genug; vielleicht sollten wir ‘mal streiken?!

    ‘Meiner’ waere ja noch ganz gut drann, ABER einige andere saehe ich da ploetzlich seeehr Kariere-untypisch/unpassend gekleidet fuer die Dauer dieses Streiks umhergeistern (plus vieles meeehr!) 😮 🙁
    Vor allem, wenn man den ‘Hoerrrrren’ auch noch vorher das Konto/ Geldfluss einfach sperren koennte, damit nicht einmal Supermarkt-Fertiggerichte und/oder Restaurants zum Ausweichen zur Verfuegung stuenden!!!

  • Wie kann man nachstehend beschriebenes ‘Spielchen’ auf seine Regierung anwenden?

    Ehemann meint …. // Ausfuehrung erscheint mir zweifelhaft bis unmoeglich // Da streiten und schreien sehr unproduktiv ist kommt dann folgendes: “Liebling, mach’ mir das doch bitte einmal vor; ich glaube ich kappier’ das nicht !”

    ‘Liebling’ scheitert als Erster beim eigenen Versuch und ich brauch’ dann gar nicht erst ‘heiss-diskussions-noetige-Beweise-zur-Nichtfunktion-seines-Bloedsinns’ antreten, wenn ICH das erst einfach auf gut Glueck/Glaube SELBST gemacht/befolgt haette. Hat er selbst ‘Versuchskaninchen’ fuer seine eigene Schnapps-Idee gemacht – great …. 😉 😀

    Liebe Gruesse von sehr bloeder,
    Gerlinde

    ABER, Frage wie oben: wie kriegt man seine Regierung SO weit?

  • Hallo, ihr Frauen um die 40, da wird sich die Männerwelt aber freuen, wenn ihr euch alle zurückzieht und nur noch näht und strickt…und kochen nicht vergessen! Zu Hause zu sitzen und zu schmollen bringt uns nicht weiter, je mehr auf die Straße gehen, desto besser.

  • @ Sanna,

    und WIE schoen sie (beide; Regierung/Maennerwelt) uns trotzdem ignorier(t)en! Zudem muessen wir daheim evtll. Rueckstaende auch noch selber ausbaden.
    Ich bin der Meinung, da muessen jetzt schon haertere Mittel heran; zugehoert haben sie uns – bis dato – ja ohnehin nicht !
    In jedweden Kriegen waren Frauen allerdings immer ‘gut genug’ die fehlenden Maenner schnellstens als Arbeitskraefte zu ersetzen – danach versucht(e) man sie als ‘ungewuenschte Flaschengeister’ immer vehement wieder in die Flasche zu kriegen (diese feigen Flaschen!)
    Sogar DIE mit der ‘Schleier-Religion’!!!
    Die Frage ist nur: Was, wann, wie und mit welchen Mitteln!
    Am liebsten waere mir ja: alle Maenner schwaengern, aber … seufz (das Schmerz-Geplaerre waere schon gar nicht auszuhalten; der ‘liebe Gott’ wusste schon warum …!)
    Ich glaube, das wird noch ein laaaanger harter Graben-/Partisanen-Kampf.
    Die ‘Damen’ welche allerdings in der Politik IMMER vergessen, das sie eigentlich FRAUEN sind, sollte man allerdings wirklich per Petition ‘abwarnen’ und zwar deren gesamte Partei, wenn DIE sich nicht etwas besinnt und ihre repraesentierte ‘Quote’ vertritt, oder?

    Liebe Gruesse,
    Gerlinde

    PS: an Michou: Gruesse an Steve, bitte. Hatten gestern Nacht einen liebeskranken Boobook Eule(rich) weiiiit oben im Berg. Da wir zu spaeter Stunde noch unter’m ‘Brutlaempchen’ (Patio-Heater) auf dem Balkon sassen, konnte mein Mann nicht widerstehen den Eulen-Ruf zu immitieren. Nachdem der Vogel hierauf prompt wohl etliche 100 m naeher an uns seinen Soulmate suchte, habe ich meinem Mann angedroht, ihn selbst am Gartensessel fest zu binden, damit er a) dann dem armen Vogel erklaert, dass das ‘nur’ Spass war b) er mir hinterher nicht – wie sonst ueblich – im Bett die Ohren volljammert, WEIL der Vogel ihn nicht schlafen laesst vor lauter Liebesklagen.

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