Frühling!! Und das erste Kleid dazu! Und Sonne! Und Hummeln! Und – ach, alles!!

In den letzten Wochen ging es mir nicht gut; ich fühlte mich krank, alt, elend. War müde, erschöpft, am Ende. Der Gatte ewig lang auf Dienstreise, keine Minute ohne die Kinder, ohne den Haushalt, ohne Arbeit welcher Art auch immer. Meine Erholungsphasen waren die Stunden im Studio – die “echte” Arbeit also. Kaum war ich zu Hause: aus die Maus.

Gestern nun holte mich Freundin Viola zum Geburtstagsgeschenksausflug nach Kuchenheim ab – zur Ausstellung “Glanz und Grauen”. Die Sonne schien, als würde sie bezahlt; schon um 11:00 Uhr vormittags war es warm genug, um Jacken und Mäntel zu Hause lassen zu können. Während der Fahrt über die Landstraßen durch die Voreifel entwickelte sich mächtig das Gefühl, auf einer Urlaubsreise zu sein. Zum ersten Mal in diesem Jahre Haare im Fahrtwind flattern lassen. Zum ersten Mal mit nackten Armen in der Sonne stehen. Und zum ersten Mal seit langen Jahren an einer Museumsführung teilnehmen. Die Ausstellung befindet sich im Tuchmuseum, hinter dem sich eine alte Tuchfabrik befindet. Kurz gesagt: ich denke, eine Arbeit unter Tage war die angenehmere Alternative. Das Reinigen, Färben und Spinnen von Wolle, das Weben, walken und kontrollieren des Tuches müssen die Hölle gewesen sein. Wenn ich auch nicht weiß, wie solche Tücher heute in Europa hergestellt werden, so ahnen wir doch alle: wann immer wir sehr billigen Stoff kaufen, dann leiden dafür einige Menschen weit weg von uns sehr, denn ich befürchte, dass sich in ärmeren Ländern die Fertigung nicht sehr weiter entwickelt hat.

Um mich von diesen grauen Gedanken zu befreien, stürzten wir uns nach der Führung in die Ausstellung. Die rundum gelungen ist, wunderbare – wenn auch wirklich, wirklich “schmalgebaute” – Exponate zeigte. Keine Chance, dass ich mit meinen Hüften auch nur in irgendetwas hinein gepasst hätte. Selbst meine dünnen Arme wären noch zu mächtig gewesen.
Obwohl es dabei um das Leben im Dritten Reich ging, war dieser Aspekt selbst aus selbstsüchtiger-Schneider-Inspirations-Tour-Sicht nicht übermächtig, sondern wurde sehr selbstverständlich angegangen. Zu der guten Stimmung trug mit Sicherheit auch das außergewöhnlich freundliche und entspannte Personal bei, mit dem sich wunderbar plaudern, scherzen und fachsimpeln ließ.

Spät am Nachmittag nach leckerem Essen zu Hause wieder angekommen, habe ich dann emsig, brav, fleißig, vorbildlich, hausfraulich – vielleicht haben die vielen Dokumente, die zu Sparsamkeit und Selberschneidern aufriefen doch eine größere Wirkung auf meinen linken Geist gehabt, als ich würde zugeben wollen – also ich habe brav mein himbeerrotes Frühlingskleid beendet, mit dessen Schnitt ich am Mittwoch begann. Ein Frühlingskleid deshalb, weil die Baumwolle sehr weich ist und sicherlich bei Temperaturen ab 26 C° zu warm sein wird. Ein Frühlingskleid unterscheidet sich in meiner Welt vom Sommerkleid durch die dickere Baumwolle und die angebrachten kurzen Ärmel.

Die Kamera und ich sind heute wieder einmal keine intimen Freunde – Selbstauslöser tat, was er wollte, scharf ist auch nicht alles. Aber mehr als Eindrücke gibt es bei mir eh selten. Was, ich muss das betonen, nur zu geringen Teilen meine Schuld ist. Ich habe weder Zeit noch Lust, eine Kamera zu dressieren – bin schließlich Katzenwohngenossin, denen geht der Befehlston vollkommen ab.

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Ich könnte nun noch ganz viel zur Konstruktion und zu Fehlern sagen – aber ehrlich gesagt: nicht heute. Gibt wichtigeres, Pakete trafen ein …

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12 thoughts on “Frühling!! Und das erste Kleid dazu! Und Sonne! Und Hummeln! Und – ach, alles!!”

    • Hi du Schöne 🙂

      Nein, das ist Zufall. Obwohl, auch wieder nicht: ich halte mich ja an meine Farben und kaufe das, was reinpasst. Irgendwann gibt es dann genug, was auch zusammen passt. Aber Gürtel und Kleid haben mich auch überrascht.

      Wenn ich aber ganz ehrlich sein soll: richtig gut passende Schuhe fehlen noch – das sind die totalen Blogfotoschuhe … 😛

  • Wenn die Kamera auch nicht tut, was sie soll, aber das Kleid tut es! Das umschmeichelt Dich wirklich sehr und ganz wundervoll! Und die Fehlerchen muss man eh suchen und außer den elenden Perfektionisten wird es keinem auffallen – insbesondere weil der Stoff in der Sonne und an Dir viel zu sehr strahlen wird! 😀

    • Oh, gnädiges Fräulein, was sind Sie so lieb zu mir, wie habe ich denn das verdient? Und die Fehler sind mir jetzt auch mal sowas von egal, ist minimal und vor allem eher meinem Hang zum Süßen geschuldet. UND: eigentlich ist es in echt viel schöner als auf den dummen Bildern 😀

  • Du siehst toll aus! Und – schön daß Du die Fehler mal nicht erwähnst,richtig so,es gibt keine,Basta!
    Ich wollte Dich schon fragen,ob Du schon in der Ausstellung warst,Du bist zu beneiden – ich will da schon seit Wochen hin,aber….Männer! Obwohl es mir zugesagt wurde,leider kamen Modellbahnausstellungen immer in die Quere*grrrhhh*
    Diese Vintage-Sachen stehen Dir unheimlich gut,als wenn Du dafür gemacht wärst!Und Deine Hüften,Quatsch,Du bist groß,hast ein tolles Fahrgestell,wenn ich das mal so salopp sagen darf….ich finde Dich gut,so wie Du bist….*ganz-neidisch-schau*

    Liebe Grüße,
    Carmen

    • Was werde ich heute aber so lieb bedacht von allen Seiten 🙂
      Also Modelleisenbahnausstellungen mögen ja ihre Reize haben, aber irgendwann ist ja auch mal gut! Die Ausstellung ist klein genug, dass dein Mann das überleben kann und zur Not macht er die Führung mit (riesengroße Dampfmaschine!!!) und du schaust in Ruhe Kleider und Filmausschnitte. Ich würde glatt nochmal hin … wo wohnst denn du?

      Und neidisch? Bei mir? Sei das nicht, egal, in was wir stecken, irgendwas gibt es immer zu nörgeln 😀

      • Ja,ich weiß,ich bin – im Gegensatz zu Dir – viiiel zu klein!Aber Du kannst stolz auf Dich sein,Du siehst gut aus…und davon lass ich mich auch nicht abbringen *mit-dem-Fuß-aufstampf* und – Du konstruierst selbst,wie ich finde sehr gut!
        Männer können von ihren Hobby´s nie genug bekommen,besonders wenn der Vater eine Anlage hat…

        Ach ja,ich wohne immer noch “quasi um die Ecke”…*breitgrins*…

  • wie schön! Draussen Sonne, Kraniche – und hier Michou in wunderbarsten Frühlingskleid . So viele Boten mit guten Nachrichten, es muss doch wahrhaft Frühling sein!!! (ich befürchtete ja ganze Zeit dass das der goldene Herbst ist und der Winter kommt noch)
    Danke 🙂

  • Oh, das Kleid ist ja toll geworden. Der Schnitt sieht super aus und die Farbe ist wahnsinnig schön! Da bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter auch so frühlingshaft bleibt 🙂
    Die Tuchfabrik Müller ist ein schönes Museum, leider doch sehr weit draussen. Habe dort 2009 mal ein Praktikum gemacht, damals zwischen den Ausstellungen “Im Zauber der Nacht” und “Reiz und Scham” und fand es sehr lehrreich, aber jeden Tag von Oberhausen nach Kuchenheim fahren war doch eine Strecke.
    Jetzt wohn ich doch noch eine ganze Ecke weiter weg, so dass ich die Ausstellung wohl leider nicht sehen werde, schade, nachdem was du erzählst und was die Website so hergibt klingt es wirklich gut! lg ette

  • Du siehst fabelhaft in dem Kleid aus! Wunderschönes und durch die schönen Ärmel auch seeehr feminines Kleid in einer ganz tollen Farbe,… und die Schuhe dazu- einfach perfekt *schwärm*!

    Liebe Grüsse von Sabine

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