Frühlingshaushaltsgassibluse

Am Sonntagabend noch zugeschnitten, gestern Vormittag genäht, heute gebügelt und geknipst. Zufriedenheitsgrad: So lala. Weil sich in anderthalb Jahren des Nicht-Nähens so einiges tut, wenn frau wechseljahrt. Der Brustpunkt ist nicht mehr da, wo er zuvor war. Und irgendwie hat sich auch die Menge verändert. Was zu eigenartigen Beulen führt.

Also an der Bluse! Na gut, auch an mir. Egal. Verwendet habe ich meinen Bunka-Grundschnitt und an dem hatte ich mehrfach herumgebastelt, gerade, was die Brustweite und die Abnähertiefe und -höhe anlangt. Nun habe ich in diesem Winter wieder etwas zugenommen, was ich erfahrungsgemäß in den ersten warmen Tagen wieder verliere. Weshalb ich nun sehr unschlüssig bin, ob und vor allem was ich am Grundschnitt ändern sollte.

Bunkaschnitte sind zwischen Schulter und Brust gerne etwas weiter, als es beispielsweise mein Vintageblock nach Pepin ist – das Buch könnt ihr euch übrigens nach wie vor hier unter Downloads runterladen, es gibt ja doch immer mehr Hobbyschneiderinnen, die auch konstruieren. Diese Weite sind man auch an vielen Modellen in den Mrs. Stylebook-Heften oder auch in anderen japanischen Schnittmusterbüchern. Was mich bei einem weichfallenden Stoff nicht stört, da legt sich die Weite irgendwie.

Nun habe ich aber schon wieder einen Stoff erwischt, der statt Popeline oder gar Batist mehr in Richtung Quiltstoff geht. Herrlich zum Nähen natürlich, zickt nicht, verzieht sich nicht, lässt sich bügeln. Fließt natürlich null, ist anspruchsvoll beim Einsetzen des Ärmels und ist irgendwie – an mir zumindest – nicht sooo kleidsam. Wie ja auch der Krankenhauskittel von vorletzter Woche beweist. Und auch da hatte ich ja feststellen müssen, dass der Brustabnäher nicht mehr mit mir kompatibel ist. Das Problem übrigens wird verstärkt dadurch, dass ich BHs nur noch ungern trage und daher beständig zwischen verschiedenen Formen (sprich, hüstel, Höhen) wechsele. Und auch beim Kittelchen ist diese seltsame Weite vorhanden.

Gut, erstmal Bilder von der Bluse:

 

 

Man sieht es schon ein wenig, was mich stört, nicht wahr? Es sieht hier nur so aus, als würde der Knopf den Stoff zusammenraffen, das tut er aber nicht. Ich habe ausreichend Weite in dem Bereich.

 

 

Kann man sehen, die Weite ist wohl ausreichend, was an der tiefen Rückenfalte liegt. Dabei habe ich übrigens fesgestellt, dass ohne diese Weite die Bluse an der Hüfte zu eng wäre! Ich habe doch ordentlich zugelegt und wie immer fast ausschließlich an Bauch und Hüfte, was ich enorm ungerecht finde. So!

 

 

Na, sieht aus wie gewollt – aber so weit müsste sich die Falte wirklich nicht öffnen müssen, um mir Platz zu machen. Ok, ein bisschen bleibt der Stoff auch an der Jeans hängen, dennoch: Nörgel nörgel nörgel.

Gehen wir mal näher ran – die Farbe stimmt übrigens gar nicht, sie ist viel grünlich-grauer. Aber diese dicke Welle von der Schulter zur Brust: Man könnte fast meinen, diese Menge würde in den Abnäher wollen, doch das Armloch ist perfekt, da kann nichts weiter herausgenommen werden. Nein, dieses seltsame Weite könnte ich nur mit einem rautenförmigen Abnäher wegnehmen und da ist meine Frage: Wie? Und wohin damit? Wenn ich probeweise eine vertikale Falte abstecke – als die Länge von Achsel zu Achsel reduzieren würde, dann spannen die Ärmel an der Oberarmen. Es ist verständlich, dass ich nun wirklich nicht erneut mit passenden Armkugeln hantieren will.

 

Wer also einen guten Tipp hat, her damit. Das ist eine Änderung, die mir noch nie unterkam und meine Lust, mich damit zu beschäftigen, ist wenig ausgeprägt.

Heute ist übrigens Dienstag und da trage ich mich gerne bei Ankes Creadienstag ein.



9 thoughts on “Frühlingshaushaltsgassibluse”

  • Könnte es an der Neigung der Schulternaht liegen? Sprich diese etwas steiler machen? Vielleicht haben an der Leine ziehende Hunde den Stiernacken muskulöser gemacht. Für diese Bluse könnte es helfen den Ausschnitt zu vergrößern, dann müsste man nicht so viel trennen.
    LG
    Martina

    • Ja, das sieht auf einem Bild so aus, ist aber nicht der Fall. Das hatte ich schon angedacht. Ich kann das schlecht beschreiben und noch schlechter auf den Bildern darstellen: Das ist keine Falte, die auf einen Fehler hindeutet, sondern wirklich eine seltsame Weite, die mal hierhin, mal dahin schwappt. Vielleicht muss ich doch erstmal mit der Position des Abnähers herumspielen.

  • Es könnte sein, dass sich die Rückenschulter etwas Weite von vorn holt. Der Rücken ist relativ rund und braucht vielleicht etwas mehr Stoff. Der Halsausschnitt ist meiner Meinung nach etwas zu eng. Du könntest an der rechten Kante oben etwas Rollweite anschneiden, damit die Halsausschnittecke nicht zum Abstehen neigt, auch ein Zeichen von Spannung. Solche kragenlosen Modelle sollten nicht ganz so halsnah sein. Die Hüfte solltest du mehr ausbuchten, so dass es auch ohne Kellerfalte anliegend passt. Kann sein, dass die Schulter zu schmal ist. Die Optik erinnert mich ein bißchen an das Probehemd, das ich für meinen Sohn angefertigt hatte Anfang letzten Jahres, wobei es dort noch viel extremer war. Insgesamt sieht die Bluse gut aus, die kleinen Optimierungswünsche sind eigentlich nicht der Rede wert, sieht keiner. Aber BH muss sein ganz ehrlich, sonst ist die ganze Haute Couture auch vergebens. Und das Armloch, ist das tief genug? Es kann auch von dort aus spannen. Ich finde deine Konstruktion insgesamt ziemlich gut und freue mich immer, wenn ich andere Selbermacher treffe! Regina

    • Jetzt muss ich mich konzentrieren, damit ich alles beantworte 😀
      Eigentlich hatte ich die rechte Halskante nach außen geklappt, weil mir die Asymmetrie gut gefiel. Da ich diese Ecke aber noch nicht gebügelt hatte, ist sie wieder zurückgeklappt, sobald ich mich einmal bückte. Man sieht noch, wo ich sie umgeklappt und angedrückt hatte – ich denke, deshalb steht die Seite nun so ab.
      Ich kann wegen der Hashimoto nicht wirklich enges vertragen, der Ausschnitt ist also etwas halsferner, als es aussieht, aber schon relativ hoch, das stimmt. Aber das ist ein Problem, das ich kenne und mit dem ich früher schon zu tun hatte – die Falten sehen dann etwas anders bei mir aus.
      Die Hüfte sollte ich nur dann ausbuchten, wenn ich das Gewicht so behalten will 😀 Das habe ich nicht vor, aber mal sehen, ob ich die zwei Kilo wieder wegbekomme. Das würde mir die Mühe ersparen, erstmal sämtliche Schnitte anzupassen – die Zeit habe ich nämlich nicht mehr 😀
      Die Schulterlänge ist meiner Meinung nach ausreichend, sie geht sogar etwas über diesen kleinen Knubbel an der Außenseite. Ich habe ja wirklich zu viel Stoff in dieser ganzen Region – nicht in Form einer Falte. Wie gesagt, mir fehlen da die Worte, es vernünftig zu beschreiben.
      Armloch könnte vielleicht noch einen Hauch tiefer, da scheint sich bei mir etwas getan zu haben, mag aber auch an den zwei Kilos liegen. Es bindet aber nichts, schneidet nicht ein und ich kann mich frei bewegen.
      BH: Trage ich, aber ich halte diese ganzen Bügel nicht mehr den ganzen Tag aus, zumal es schwierig ist, wirklich gut passendes zu finden, wenn man nichts gepolstertes will. Ich trage ja 70 E/F oder machmal mit Glück 75 D/E. Ich liege genau zwischen zwei Körbchen, was nervig ist. Dazu kommt, dass es mit weiten Oberteilen einfach nicht gut aussieht, wenn die Brust darunter sehr hoch und voll ist – an mir zumindest nicht. Ich trage dann im Winter gerne formende Hemdchen und im Sommer Sport-BHs, die ein bisschen wegdrücken. Schmerzt weniger, aber nantürlich passen dann die Abnäher nicht immer. Ich muss bei jedem Teil vorher entscheiden, welchen BH ich damit tragen will. Bei den Vintageschnitten sind es dann Bügelbhs, ungefüttert, und bei Bunka Tops. Wobei diese Bluse eigentlich für einen Bügelbh konstruiert ist, aber dann sieht es unmöglich aus – da will dann ganz, ganz viel Stoff in den Abnäher hinein 😀
      So, ich hoffe, ich habe nix vergessen 😀 Danke!

  • Ah, verstehe. Was ich mir noch überlegt habe, das Armloch vorn könnte zu wenig ausgeschnitten sein. Ich würde, wenn ich die Sache erforschen wollte das Vorderteil auftrennen von Halsspitze bis Achsel und dann gucken, wie es sich legen will. Die Position des Armlochs kann auch insgesamt nicht so optimal sein. Ich kenne Bunka leider nicht, könnte Gilewska oder Müller und Sohn empfehlen. Aber jedes System soll ja funktionieren und man darf nicht zu früh aufgeben. So denn viel Glück! Regina

    • Ich bin ja keine Freundin der Systems, die auf Müller und Sohn beruhen. Hofenbitzer beispielsweise. Sitzt bei mir überhaupt nicht, weil die Abwandlungen immer nach festen Abhängigkeiten berechnet werden. Da ist Bunka flexibler und erstaunlich passgenau selbst ohne Anpassung – die ich natürlich dennoch gemacht habe.
      Aber du gehst noch immer von einem Problem aus, das sich als Falte zeigt. Das ist es nicht. Hier spielen offenbar zu viele Dinge gleichzeitig rein zusätzlich zu dem einen Fakt, dass zu viel Stoff liegt, wo er nicht sein sollte. Was sich hier nun einmal so deultich zeigte, dass ich es abbilden konnte. Der Stoff ist einfach zu wenig weich, BH und Abnäher nicht perfekt aufeinander abgestimmt, der Schnitt auf mein dünneres Ich geschneidert und die Knöpfe etwas zu weit von der Mitte entfernt gesetzt (weil ich testen wollte, ob der Mehrstoff aus der zu großen Längen von Armansatz zu Armansatz stammt).
      Mich beschäftigt die Frage, wie man aus einem flachen Schnitt einen rautenförmigen Abnäher herausnimmt – eigentlich ja kaum … Ein Enigma, quasi 😀

    • Deine Kommentare landen beständig im Spam, ich weiß nicht, warum. Entschuldige 🙂
      Aber nein, wir verstehen uns noch nicht ganz richtig. Der Schnitt ist bewusst lose, für eng verwende ich Vintagekonstruktionen, die wesentlich passgenauer, aber nicht leicht für modernes zu verwenden sind. Diese Weite, die ich meine, trägt nicht zu einer losen Passform bei, sie neigt zum Beulen, zum sich Ausstülpen. Ich finde die recht seltsam. Ist aber halt sehr vom Stoff abhängig.

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