Für Dodo – immer wieder gerne :-)

So, ich habe also alle meine Bücher gewälzt und keines zeigte die Technik, nach der du forschst. Zwar hatten die Bücher aus den Dreißigern und auch eines aus den Vierzigern Schnitterklärungen dazu, aber das war es dann auch schon. Also habe ich mich hingesetzt und – Pi mal Daumen, wohlgemerkt – eine Art Oberteil aufgemalt und dazu einen Abnäher, der an der oberen Seite Länge bekommen hat, die eingerafft werden soll. Dass das alles nicht genau ist, ganz klar. Aber ich habe Bilder gemacht und hoffe, du kannst etwas erkennen. Es geht und vielleicht gibt es noch den einen oder anderen Profitipp …

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Figur 72 ist, wovon wir sprechen, nicht wahr?

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Wirklich grob aufgezeichnet, nix da mit Proportion, Relation oder ähnlichem Zeug, das mich nur aufhält. Bin außerdem mittlerweile richtig krank, da ist nichts schön 😉

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Rundum 1 cm Nahtzugabe und ausnahmsweise würde ich auch die Nahtlinie mal markieren – und natürlich die Abnäherspitze. Also eigentlich wie immer. Herrje, ich bin verwirrt, aber du bist ja schlau, Dodo 🙂

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Dann habe ich in der Nahtzugabe der oberen Hälfte die Reihstiche angebracht und zwar von der Öffnung kurz hinter der Spitze bis etwa 2 cm vor der Seitennaht.

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Die Abnäherspitze habe ich gesteckt und die Abnäherenden an der Seitennaht.

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Im Grunde geht es weiter wie sonst aus: du raffst die obere Hälfte passend zum unteren Abnäherbein und steckst.

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Von der anderen Seite sieht es aus wie ein gewöhnlicher Abnäher.

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Nach dem Absteppen von der Abnäheröffnung zur Spitze käme das Bügeln, darauf habe ich aber doch verzichtet – aber es sieht doch aus wie gewünscht, oder?

Ob das genauso funktioniert, wenn ich einen Abnäher für meine Maße habe, wer weiß … Aber ich denke, daran werde ich mich doch mal irgendwann wagen – sobald dein und Lucia’s Kleid zu sehen war.
Konnte ich dir etwas helfen?

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10 thoughts on “Für Dodo – immer wieder gerne :-)”

  • Darf ich noch ein, oder zwei Anmerkungen dazu machen? Wobei du das System ganz gut erklärt hast, genauso würde ich es auch machen.
    Zum einen arbeite ich immer mit zwei Reihfäden (du sonst sicherlich auch ;)), einen über und einen unter der Nahtlinie, dadurch lässt sich die Weite besser, gleichmässiger und vorallem im rechten Winkel zur Naht verteilen. Mit nur einem Faden bilden sich viel schneller hässliche dicke Falten 😉
    Und zum anderen würde ich mit dem Einreihen nicht so dicht an der Seitennaht beginnen. Die Weite wird dort benötigt, wo die Brust sitzt und nicht unter den Armen 😉 Wenn der Reiheffekt optisch trotzdem bereits dort beginnen soll, würde ich die Weite wohl ungleichmässig verteilen. Nur sehr wenig in der Nähe der Seitennaht und die meiste Weite in der Nähe des Brustpunktes.

    Übrigens sollte das auch bei deinen Massen funktionieren, eigentlich sogar noch besser als jeder andere Abnäher, tütig kann da ja nichts werden 😉

    • Ja, da habe ich mich nicht geschickt ausgedrückt – also ich habe an diesem Miniaturprobeteil 2 cm vom Rand angefangen. Ich glaube auch, dass es weiter weg vom Rand schöner ist, sonst hat man nachher (noch mehr) Beulen unterm Arm 😉

      Zwei Reihen Reihfäden 🙂 Hübsch. Da hast du schon wieder recht und ich gebe dir immer gerne recht, da weiß ich doch, was ich hab. Warum ich mich das jetzt hierbei nicht getraut habe, weiß ich nicht. Und schon haben wir eine vollständige Anleitung samt Profitipps, die werde ich morgen, wenn ich hoffentlich wieder fitter bin, oben noch einfügen, wenn ich darf.

      Ich hatte das vor ewigen Jahren mal ausprobiert, weiß gar nicht, woher, wieso und was eigentlich. Mag schon ein eigener Schnitt gewesen und sehr wahrscheinlich nur ein Übungslappen, ob man wirklich einen Grundschnitt umarbeiten kann. Auf jeden Fall habe ich da wohl viel zu viel hinein geschoben und ich erinnere mich auch dunkel, dass ich viel näher an die Abnäherspitze gegangen sein muss – da ließ sich aber auch gar nichts mehr nähen und die geraffte NZ blitzte überall hervor. Unter Umständen habe ich mich seitdem doch weiter entwickelt …?

  • Das Prinzip ist sehr schön erklärt, die Schnittführung wird zusätzlich an den Zeichnungen im Buch oben gut deutlich. Allerdings wundere ich mich ein wenig, dass die Mehrweite dort offenbar recht gerade angezeichnet wird, ich würde sie eher aufdrehen. Aber das sind nun wirklich Details …

    Mema hatte in ihrem Post über die Great British Sewing Bee den Flickr-Stream von Ann Rowley verlinkt. Dort findet sich zufälligerweise genau so ein Detail, eine Taillenraffung im Abnäher, sogar noch mit eingearbeiteter Tasche: http://www.flickr.com/photos/7370831@N07/5410280851/in/set-72157625924156568/
    Es lohnt sich übrigens sehr, in Ann Rowley’s Bildern zu stöbern. Tolle Frau und äußerst akkurate und kenntnisreiche Schneiderin!

    Viele Grüße
    Ursula

    • Ohja, auf diese Dame war ich zu Anfang meiner Näherei auch gestoßen, aber hatte sie jetzt doch sehr aus den Augen verloren – Danke an die Erinnerung.

      Und du hast vollkommen recht – ich würde auch aufdrehen. Aber dieses Buch war das Einzige, das auf kleinem Raum sowohl Methode als auch Ergebnis aufzeigte und zudem besonders authentisch ist. Wenn du die Schnittkonstruktion der frühen Dreißiger nimmst, dann stellst du fest, dass alles so simpel wie nur möglich ist. Ganz lange grübelte ich darüber nach, ob der vordere Taillen- und seitliche Brustabnäher einfach nur nicht eingezeichnet wurde (weil läppisch, weiß ja eh jede) oder wirklich nicht vorhanden war. Aber in der Tat sind die meisten Schnitte lediglich mit einem kleinen Schulterabnäher versehen und die Taille wird entweder eingereiht ans Rockteil genäht oder aber mit einem Gürtel gerafft; die eigentliche Taillierung besteht nur aus einer schrägen Seitennaht.
      Und so kommt es, dass die Schnittzeichnung oben gar kein vorhandener Abnäher ist, sondern wirklich nur ein Einschnitt an gewählter Stelle, bei dem ein Bein verlängert wird.
      All das hält mich bislang ab, mal einen Schnitt aus der Zeit zu testen – wenn ich von Brust zu Hüfte fast eine gerade Linie ziehen und dann den Stoff in der Taille irgendwie zusammen knüddeln müsste – herrje, das wäre ein schönes Gewurschtel 😉

      Und jetzt schaue ich mir den Link an und danke für die Genesungswünsche – gerade jetzt sind sie noch nicht erfolgreich. Bah!

  • Oh, und – gerade vergessen! – gute Besserung! Hey, jetzt, wo die Sonne wieder hervor guckt, haben Halsweh & Co. aber Hausverbot. Mach das den fiesen Tierchen mal deutlichst klar 😉 …

    Viele Grüße
    Ursula

  • Tausend mal Danke , meine Liebe !!!!! Soviel Arbeit für mich , und das auch noch während Du krank bist ! Du hast mir damit sehr geholfen . Danke auch an Lucia und Ursula – ach , unbezahlbar diese Nähgemeinschaft !
    Liebe Michou , ich wünsch Dir ganz schnell gute Besserung , und wenn Du an meinem Schnitt interessiert bist , lass es mich wissen . Fliegt dann ganz schnell zu Dir 😉
    Liebe Grüsse Dodo

  • Michou, du wärst auch ein Klasse Ingenieur! Hihi, also nach einem stressigen Arbeitstag kann ich deinen Ausführungen (leider) kaum folgen, aber es klingt super! 😉

    Ich glaube, ich muss meinen zwei Fellnasen mal einen kleinen Beitrag widmen, damit du Kuma mal in seiner ganzen (Kugel-)Pracht sehen kannst. *lach*

    Das mit Minusch wird! Katzen brauchen oft eine Weile, bis sie sich von einem so schwerwiegendem Eingriff erholen. 🙁
    Und ich finde, auf dem Bild wirkte sie nicht klapprig!

    Dir eine gute Besserung und gönn dir ein wenig Ruhe!

    LG Ernchen

    • Katzenbilder – immer gerne! Ist Kuma denn komplett weiß? Ja, los zeig mal! Dein Kleid war übrigens auch schon sehr nett! Das mit der Ruhe muss warten, denn bei mir klappt überhaupt rein gar nichts und jetzt beiße ich mich fest – habe mir noch ein paar Tage gegeben, dann reicht es mir mit der Näherei …

  • Kuma ist creme-weiß, nur sein Bauch ist komplett weiß. Gedulde dich mal 😉 , ich weiß nicht, ob ich das vor dem Wochende noch hinbekomme… Aber die Bilder sind versprochen!

    Bei dem Nähen ist das bei mir auch oft so. 3 Tage volle Power und dann erst einmal ein paar Tage Ruhe… bis mich die nächste Idee packt! 🙂

    • Die Ideen packen mich ja ständig, aber zur Zeit bekomme ich einfach nichts hin. Bah, doppelbah! Und mir was von Geduld zu sagen – na, das nenne ich mutig 😉 Obwohl stopp halt, doch ja, ich bin unglaublich geduldig, ganz dolle. Immer schon. Fällt mir ja leicht. Ist ja keine Kunst, liegt in meiner Natur, das ist halt so.
      Hmm, ok. Sind wir bald da? Ist bald Weihnachten? Katzenbilder schon gemacht? Ups …

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