Hausarbeit

Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt. Damals, als die Jungs noch klein waren und ich über fünf Jahre hinweg Windeln wechselte, Klebefinger und Klebefingerspuren säuberte, Breichen, Möhrchen und Kartöffelchen von Mündern, Tischen und Böden wischte, dreimal die Woche eine volle Waschmaschinenladung trocknete, bügelte und faltete. Da versprach man mir – also irgendwie JEDER und ich mir auch – das würde besser, wenn sie erst mal ein wenig größer sein würden und in die Schule gingen.

Es tut mir leid, all diejenigen Brüdermütter, deren Söhne maximal vier Jahre alt sind, enttäuschen zu müssen, aber das ist gelogen. Oder ich bin einfach ganz besonders unfähig. Aber aus den drei Wäscheladungen in der Woche sind mindestens sechs geworden und jedes Bügeln ist fast unnötig geworden, weil alles frisch Gebügelte innerhalb weniger Stunden aus dem Schrank gerissen und – bleibt nicht gleich alles auf dem Boden verteilt liegen – zurück gestopft wird. Jede saubere Hose ist noch vor dem Mittagessen komplett verschmutz und zerrissen, eine frisch geputzte Küche ist fünf Stunden später so klebrig und verkrümelt, als wäre noch nie ein Staubsauger in ihre Nähe gekommen. Und das selbst dann, wenn die Testosteronbande dazu maximal eine halbe Stunde Zeit hatte. Also kurz gesagt, drehe ich mich völlig unnötig im Kreis. Was mich nun, da ich auch andere Dinge zu erledigen haben, maximal stört.

Nun hatte ich vor, heute ohne Arbeit am Geschäft und ohne Arbeit am Haushalt gnadenlos nichts anderes zu tun als zu nähen – und was tue ich? Ich putze, wasche und ordne, koche, falte und bügele wie eine Blöde. Weil: ich muss mir alles Gute ja immer verdienen und wundere mich dann, dass ich nicht weiter komme – aber immerhin: ich habe den zweiten Ärmel eingesetzt und werde gleich, bevor ich mir dem Abendessen beginne, das Futter zuschneiden. Und vielleicht sogar morgen weiter nähen … sollte ich sogar, denn ich hatte mir versprochen, den Mantel zu beenden, bevor ich mich an Arbeitshosen begebe. Außerdem macht die Schneiderpuppe sonst nicht mehr mit:

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Fünf Schichten unbeendeter Kleidungsstücke. Ein Sommerkleid mit seltsamen Hüftbeulen, die gestreifte Bluse, zwei Kittel, von denen einer sogar was werden könnte und der rote Mantel. Hmm, schaue ich zurück, dann war ich dieses Jahr … ähm, nur semi-erfolgreich. Wenig genäht, noch weniger fertig geworden, vieles daneben gegangen. Mal sehen, wohin der Mantel geht.

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11 thoughts on “Hausarbeit”

  • da sehe ich soooo viele parallelen:-)
    heute den ganzen maschinenpark zur inspektion gebracht und eigentlich wollte ich dann zushcneiden und schnitte abpausen,sinnvoll die zeit nutzen… nichts davon ahb ich gemacht…und wenn ich meine bilanz angucke,wie viel ich leztes jahr genäht und gepostet habe, dann mucc ich sagen, nciht mal die hälfte hab ich dieses jahr geschafft.dazu komt,dass mein tempo sich generell extrem verlangsamt hat.es ändert sich auch wenig am UFO-stand. die alten sind teilweise beendet, die nue kamen dazu.also +/-0. wie toll!
    und wer oder was ist schuld? richtig. wir und unsere disziplin!
    arbeitest du nun mit oder ohne kittel?

  • 🙂 Yepp, dieses Jahr sind wir beide wenig produktiv – zumindest im Endergebnis. Vielelicht braucht man so eine Auszeit doch mal?

    Ich arbeite im Augenblick in Hose und Pulli mit Schürze, das ist angenehm, sieht sogar ganz gut aus (meine ich), ist praktisch und das werde ich nun ausbauen, in dem ich pflegeleichte weite Hosen nähen will. Und wenn es wieder wärmer wird (also irgendwann im Juli 2014 oder so), dann setze ich mich auch wieder an Kittelkleider ran. Glaube ich 😛

    Aber du hast ein sehr feines Kleid beendet und damit in Sachen Disziplin eindeutig die Führung übernommen.Ich strenge mich an, es dir gleich zu tun. Und ich melde mich auch wieder richtig, Aber das weißt du hoffentlich 🙂

    • ich lege eins noch drauf..:-)ich habe ein fertiges kleid(seit über halbem jahr), sogar knoplöcher (unzählige menge) sind schon drin.das kleid kann ich nicht tragen,weil ihm ein unterkkleid fehlt und mir fehlt bock…
      😉

    • oder es scheitert schon am auskopieren.
      bei mir sehr unbeliebt, kleinteile bekleben. bäh, das braucht so viel zeit und ist so unproduktiv.
      jedoch war ich gestern fleissig und habe 3,5 kindershirts genäht (zwecks stoffabbau)

  • Als Mami eines TeenieBoys kann ich ein bißchen Mut machen: Das Prinzip (KlamottenCaos) ändert sich leider nicht, aber wenn nach dem mütterlichen “Du räumst heute endlich dein Zimmer auf!” die Wäschekörbe randvoll sind (mit Sachen die vielleicht ein Stündchen getragen wurden und natürlich nur einzelnen Socken), dann folgt inzwischen “Komm, mein Großer, ich zeige dir noch einmal wie man Wäsche wäscht! Und beim Zusammenlegen hilfst du mir, nicht wahr?!”
    Auf Begeisterung stößt das zwar nicht, aber es funktioniert …

    Und ansonsten: Du kannst irre stolz auf dich sein! Ich bins jedenfalls und finde es großartig, dass du deinen Wunsch von der Selbständigkeit so konsequent in die Tat umgesetzt hast!! Hut ab!

    Liebe Grüße, Bettina

  • oh die Kinder groß und ziehen auch irgendwann aus mit ihrer Wäsche.Sie kommen dann sehr regelmäßig wieder- das ist auch wunderbar!- mit Bergen voller Schmutzwäsche! Weil im StudentenheimWG was auch immer – die Waschmaschine kaputt/zu teuer/immer belegt ist und Trockner gibt es auch nicht!An diesen Woe müssen sie aber für Klausuren lernen oder sich davon erholen oder soziale Kontakte pflegen.Oder sind echt krank.Wer wäscht? Wer bügelt?…
    wenn sie dann mit neuen Babys kommen-noch viel wunderbarer! …. muss ich mehr erzählen?-ich hoffe und glaube ,wenn ich dann so richtig alt bin.also richtig alt- nicht nur ziemlich alt wie jetzt: dann müssen sie ran!
    liebe Grüße,Ute

  • grins,meine Verhandlungen mit den Kindern lauten ungefähr so “wenn ich das jetzt tue schiebst du mich dann jeden Sonntag mit dem Rollstuhl durch die Gegend?!”, “ja Mama, aber nicht zu oft” :P.
    Hoffe irgendwann einen Eingang zu einem Paralleluniversum zu finden, mit mehr Zeit…

  • Ja beim Thema Hausarbeit komme ich mir auch immer vor wie der Hase bei dem Märchen “Der Hase und der Igel”.
    Manchmal probe ich den Aufstand und lasse alles einfach liegen. Interessanter Weise fällt es den anderen Hausbewohnern dann gar nicht auf wenn es wie Sau aussieht. Lediglich leere Kleider- und Kühlschränke führen zu Beschwerden.
    Ich frage mich dann immer wie meine Oma das gewuppt hat. 4 Kinder, ein Bauernhof und einen Ehemann alter Schule.
    Nicht unter kriegen lassen. Es könnte immer noch schlimmer kommen.
    Liebe Grüße
    Arlett

  • Da freue ich mich jetzt fast,dass nicht nur ich den “Ordnungssinn” der eigenen Brut so frustrierend finde: bei uns landen die Sachen die mein 12’jähriger frisch gewaschen und ordentlich zusammen gelegt in die Hand gedrückt bekommt regelmäßig im Korb mit der schmutzigen Wäsche statt im Schrank. Und ich habe keine Ahnung, wie ich ihm das austreiben könnte. Aaaber alle anderen Sachen, die er rumliegen lässt räumt er inzwischen relativ schnell auf, wenn der Zaubersatz: wenn du es nicht aufräumst, mache ich es und ob wir es dann jemals wieder finden ist nicht sicher! kommt. Einmal ging es ihm nämlich so mit seinen geliebten Räucherstäbchen…..

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