Himbeerpfau an kranker Frau

Reimt sich und alles, was sich reimt, ist gut. Stammt, wenn ich mich nicht sehr in meiner Erinnerung vergreife, vom Pumuckl. Das mit der kranken Frau ist aber nicht gut, für mich zumindest. Seit gestern nachmittag scheint es wieder los zu gehen – ich kann keinen Tee mehr sehen, egal, ob Fenchel, Anis oder Pfefferminze.
Doch anstatt mich wieder hinzulegen, denn so krank bin ich nicht, versuchte ich vor einigen Stunden aus der Kreatur des Alls, die mich aus dem Spiegel anstarrte, einen Mensch weiblichen Geschlechts zu machen.
Sagen wir mal so: das ist ansatzweise gelungen.
Falls Zombies zählen.
Ich wußte und weiß es eigentlich besser: mein krankes Ich mit viel Farbe zu bemalen, hat nie die Wirkung, die ich mir vorstelle. Was ritt mich? Hmm, was auch immer, aber gibt es einen besseren Tag, als sich vor die geliebte Kamera zu stellen? Eben! Zumal ich mit dem Haarschnitt gar nicht klar komme, nach einer miesen Nacht zu ermattet war, um das Haar zu waschen und es erneut zu versuchen. Allerallerbeste Voraussetzungen! Zumindest, um letzte Reste menschlicher Eitelkeit abzulegen …

Aber um was geht es wirklich? Um den Pulli, der vor mittlerweile vier oder fünf Wochen endlich fertig wurde und in dem ich heute fröstele – ich denke, nachdem ich heute dem Mamataxidienst abgesagt habe, werde ich gleich in die Wanne steigen und danach schauen, ob ich nicht doch noch etwas schaffen kann wie Hosenbeine enger nähen und Böden saugen.

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Das Muster kommt toll raus. Das ist das Positive. Punkt. Ich komme leicht tot raus. Das kann man nun sehen, wie man will …

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Wie immer gebe ich erst auf, wenn ich es so richtig satt habe – neuer Platz für die geliebte Kamera, ich rutsche auch für bessere Lichtverhältnisse. Seltsam, dass die Pullifarbe nun stimmt, die Hose aber immer noch grell leuchtet. Da kapituliere ich jetzt. Auch vor der Tatsache, dass Minusch diesen Moment wählte, um mich zu umschmeicheln und mir eine Stoffmaus zu Füßen zu werfen. Kurz vorm Blitz erst blickte ich wieder hoch, Haare wild im Gesicht. Das muss so.

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Nach vier Versuchen, ein Bild mit etwas mehr Abstand zu erhalten, erklärte ich dann doch: “Ich mag das nicht! Schluß! Aus! Basta! Für heute reicht’s!” Und nach diesem Bild werde ich mich wohl doch noch mal auf die Suche nach formschöner Formwäsche machen. Longline-BHs, ungepolstert, in 70E/F – falls da jemand was auf Lager hat, her damit. Ansonsten habe ich dann dank Gimp doch noch eine Möglichkeit gefunden, mich als Kunstwerk zu fühlen:

kunst

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8 thoughts on “Himbeerpfau an kranker Frau”

  • ja, die Fotografiererei kann einen nerven … ich habe mich zwar mit der Kamera im Selbstauslösermodus angefreundet und mittlerweile macht es mir sogar Spaß, aber ich fotografiere konsequent nur an Tagen, an denen ich dafür in Stimmung bin und nicht aus Pflicht. Da bin ich eitel und stelle keine Fotos von mir ins Netz, die ich nicht mag 🙂 Du hast schon recht (in deinem letzten Blogartikel auf den ich eigentlich schon antworten wollte), dass Selbstbild und Abbild einander schon sehr beeinflussen. Und ich suche meine Blogbilder auch bewusst aus, um mich positiv zu bestärken. Habe ich erwähnt, dass ich eitel bin? 🙂 Passformfotos mach ich so zwischendurch, aber die sind nur für mich und müssen nicht hübsch und posiert aussehen, fallen für mich also in eine andere Kategorie.

    Ich habe mir mit den Jahren ein paar Grundregeln zurechtgelegt, weil ich früher auch immer enttäuscht von meinen Fotos war, ich schreib die jetzt einfach mal ungefragt auf, vielleicht sind die ja hilfreich? Ansonsten habe ich mich hiermit als Kluscheißer geoutet 🙂 …. Ganz wichtig Licht, soviel wie möglich, aber keine direkte knallige Sonne. Möglichst alles gut ausleuchten und Gesicht und Oberkörper zum Licht/Fenster drehen, sonst gibts harte Schatten im Gesicht. Bei Standbildern lege ich meist noch eine Lampe auf den Boden, um die Fußregion auszuleuchten. Ob Kunstlicht oder Naturlicht ist mir egal. Bei mir reicht das reine Fensterlicht eh selten aus. Und mit dem Gelbstich von Kunstlicht kann ich leben.
    Die Kamera stelle ich mit dem Stativ so ein, dass sie möglichst auf die Körpermitte zeigt, sonst verzerren sich die Proportionen.
    Außerdem habe ich mir ein paar Posen und Blickrichtungen zurechtgelegt, die ich an mir mag und die immer gehen. Dabei übertreibe ich meist ein bisschen mit dem Hüftschwung, weil es auf dem Foto nie so stark aussieht, wie es sich anfühlt. Variieren kann man wenn man locker geworden ist ja immer noch. Allerdings zeigen die nicht immer wie die Kleidung wirklich (und glatt) hängt.

    Ich finde übrigens, das erste Bild von dir sehr spannend. Die Farben sind schön kräftig und schmeicheln dir. Und nicht zuletzt: Der Pulli ist einfach umwerfend!!!!! Liebe Grüße, Zuzsa

    • Liebe Zuzsa,
      bei mir darfst du immer und jederzeit dein Wissen ausbreiten – das nennt man dann Unterhaltung, Bereicherung und Hilfe! Heute habe ich dann schon mal getestet, wie es kommt, wenn die Kamera tiefer steht; ich strenge mich an. Licht ist in unserem Haus eh so eine Sache: ich bin ständig helligkeitsunterversorgt. Lautsprecherboxen ohne Ende, aber eine Lampe mehr würde das männliche Element in unserem Haushalt vor eine Krise stellen …

      Was mir wirklich hilft, ist der Gedanke, der mir beim Lesen zwischen den Zeilen hervor zu blinzeln scheint: umdenken. Zum einen technischer werden, zum anderen dabei vielleicht mehr an mich und mein Selbstbild denken und weniger an die Kleidung. Bislang gehe ich an 8 von 10 Fototagen an die Sache ran mit der Überlegung “wat mutt, dat mutt!” und quäle mich durch und habe dabei im Sinn, das neue Teil zu zeigen, wenn möglich mit all seinen Problemen, denn nur dann kann Rat erfolgen. Hat immer zur Folge, dass ich die Bilder anschaue und mich ganz gräßlich fühle.
      Dass ich sie dann doch zeige, hat immerhin therapeutische Wirkung gehabt: ich erreiche mir selbst gegenüber mehr Akzeptanz und bleibe mir insofern treu, als dass ich nichts zeige, was eine heile Welt vorspiegelt, die ich so nicht kenne und habe. Zeigt allerdings auch nicht wirklich, wer oder was ich sonst noch bin.

      Langer Rede, kurzer Sinn: sag bloß immer, was du meinst 😀 Wollte dir gestern eigentlich auch noch kommentieren, aber kam ja zu nix mehr. Aber mein größter Freumoment gestern waren deine Bilder und die Socken-Jacke-Kombi. Ich fühlte mich sofort heiter und gesund 😀

  • neee, oder? Formwäsche?! Das ist meiner Erfahrung nach Selbstgeißelung, man kann auch sich ein Haarkleid zulegen – die Art der Strafe ist zwar anders, aber Weh tut beides! (never again, sogar mit meinem Jack-the-Ripper-meets-Zombie-Bauch, um nur eine Problemzone zu erwähnen)
    Pulli gefällt mir und die Frau des Pullis auch.
    Ich mag übrigens das 1. und 3. Foto sehr 🙂

    • Du hast wie immer recht und ich werde das auch (noch) nicht ernsthaft tun. Naja, vielleicht mal ein festeres Hemdchen, um meinen Seelenfrieden beim Betrachten der Bilder etwas zu wahren 😀 Und am besten würde mir gefallen, live vor dir zu sitzen, aber wir zwei Königskinder …

  • Liebe Michou,

    ich lese Deinen blog jetzt bestimmt schon anderthalb Jahre und bewundere sowohl Deine Nähkünste wie auch die Ernsthaftigkeit, mit der Du dich mit dem Alltag und Dir selbst auseinander setzt. In den letzten Monaten habe ich echt mitgelitten: Nix klappt, nix passt, alles doof, au Mann! Dann, vor ein paar Wochen, witterte ich eine Erklärung: Es war die Baustelle, na klar, wer kann bei so einem Krach noch die übliche heiter-gelassene Persönlichkeit bewahren? Und jetzt: Doofe Hosen, doofe Bazillen, schlimme Haare – weißt Du was? Ich finde Dein Foto aus der Heia total süß! Du siehst voll lebendig aus, einfach Du selbst, und die Frisur ist auch gar nicht so schlimm. Also ich meine: Ich finde die Frisur richtig gut! Schüttel Dein Haar für uns, es gibt Reis, Baby! Viele Grüße von Deiner treuen Leserin – Jutta.

    • “Wie lieb!” Das habe ich nach Lesen deines Kommentars laut in die stille Bude gerufen. Das ist so lieb von dir, was du schreibst und tut mir gerade heute so gut. Und offenbar bist du ja nicht so weit von Bonn entfernt, wenn ich den email-Anbieter richtig deute 🙂 Danke dir und bleib nicht weiter stumm hier!

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