Hose I: Petrol

Enge/schmale Hosen in Serie. Am besten fange ich mit der an, mit der alles wieder begann: die petrolfarbene Hose, die als Ersatz für die abgelebte und – leider muss ich es gestehen – gerissene blaue Hose gedacht war und die zwei Jahre lang 97%ig beendet in einer Schublade lag. Weil sie damals seltsam schlottrig saß. Nun nicht mehr …

Ich habe den Beleg festgestoppelt, die Länge auf Knöchelhöhe gekürzt und den schludrig eingenähten RV belassen, wie er ist; damit lebe ich ganz gelassen und sehe es als Designelement. Versuche ich mir einzureden. Aber da ich diese Hose zunächst komplett trennen und als Schnittmuster hatte verwenden wollen, finde ich, sie ist mit dieser Lösung wirklich gut davon gekommen 😀

In Knips-und-geknipst-werden-Laune bin ich heute morgen nicht gewesen – dieser so abrupt abgebrochene Sommer schlägt mir ein wenig aufs Gemüt. Daher gibt es zwar -artig, wie ich nun einmal bin – 360°Grad-rundum-Bilder, aber gedanklich beim Haushalt, zwei sich fetzenden Katzen und zwei sich seltsam ruhig verhaltenden Söhnen wollte mir ein Strahlelächeln nicht gelingen.

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So, nun habe ich mich einmal um die eigene Achse gedreht, damit ihr alles sehen könnt. Völlig erschöpft ob dieser sportlichen Anstrengung sitze ich nun auf meinem Bett, tippe diese Zeilen und friere, was ich dummerweise nicht ändern kann: Fenster ist geöffnet, Türen und alle anderen Fenster auch zwecks Lüftung. Und ausgerechnet diese kurzen Minuten meines egoistischen Tuns nutzt Minusch, um es sich auf mir gemütlich zu machen. Im oberen Stockwerk! Obwohl es diesen Katzendeal gibt: Momo kuschelt oben, Minusch unten. Mein Gewissen und ihr Blick sagen beide, es wäre unerhört, unfassbar, unverzeihlich, würde ich sie nun von diesem Platz verjagen.
Was also tut der menschliche Teil einer Katzen-WG? Bleibt frierend hocken und schreibt weiter.

Beispielsweise kann ich noch erzählen, dass die Farbe der Hose selbstverständlich nicht von meiner Kamera richtig erfasst wurde. Es ist blaues Petrol, mehr so:

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Weiter lässt sich berichten, dass ich am Samstag zum zweiten mal bei meinem neuen Lieblingsfriseur war: Cut’n’Roll in der Brüdergasse. Winzig klein, aber wunderbar. Alles geht sehr flott, die Damen dort sind Zucker und weit weg vom sonst so üblichen – dem scheinbar stylish-hippen Schwarz, der Postmoderne, dem Trendigen. Wobei das sicherlich genauso locker geschnitten wird wie die 50er-Frisuren, auf die man sich spezialisiert hat.
Die Frage ist, ob ich heute mit meinem Kopf die beste Werbung bin: gestern vormittag gewaschen und dann vergessen und trocknen lassen, heute morgen nur schnell durchgekämmt. Da geht auf alle Fälle mehr 🙂

Was auf keinen Fall unerwähnt bleiben darf, ist die aufopferungsvolle Arbeit des Gatten am gestrigen Nachmittage: seit Wochen will ich wieder an die Knittax, aber die Hin- und Herräumerei von Nähmaschine und Strickmaschine ist mehr als nur lästig. Also jammerte ich einige Tage, ob es denn nicht möglich sei, ein wie auch immer geartetes Tischchen zu basteln, auf dem Letztere Platz hätte und das in mein Zimmer passt, ohne es komplett zu verstopfen. Am liebsten auf passender, niedrigerer Sitzhöhe, mit Platz für das Patentgerät und Seitenhalterungen, um das Maschinchen am Verrutschen zu hindern. Also ganz simpel und schnell, natürlich.

Den ganzen Nachmittag hat er gebaut, gesägt, gehämmert und geschraubt. Natürlich stehe ich in ewiger Dankesschuld, aber dafür ist die Knittax nun endlich aus dem Wohnzimmer verschwunden, wo er sie nie haben wollte … haben wir doch beide was von 😀

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Damit kann ich mich endlich an die Pullis begeben, die ich von Hand nicht stricken mag, da zu öde: Längere, weitere in glatt rechts. Denn nun habe ich zwar wieder einige Hosen im Schrank, aber nicht wirklich gut dazu passende Oberteile. Oder mir passende Oberteile. Was mich darauf bringt, dass ich ganz, ganz bald mit der Konstruktion von passenden Ärmeln beginnen muss.

Nun jaulten erst die Jungs, dann die erschreckte Minusch und ich bin frei, mich in den verlotterten Haushalt zu stürzen, bevor ich in die Küche verbannt werde. Alles wichtige ist gesagt, das war’s.



16 thoughts on “Hose I: Petrol”

  • die hose ist topp!
    allerdings bei unserem körperbau würde ich andere art blusen dazu tragen.
    ganz toll find ich z.b. mit der mangette unterhalb der taille, a la 60-er.
    deine kreativecke und stricktischchen sind zu beneiden!

    • Ich will ein paar Pullis in der Art stricken, wie du sie beschreibst. Aber als Bluse mag ich das gar nicht, brrrr :-P. Ich bin da sehr hin- und hergerissen: Das einzig Gute an mir ist die Taille; die zu verdecken, ist für mich nicht besonders ideal. Im Augenblick aber ist das alles nicht so wichtig: ich habe schlicht nichts mehr im Kleiderschrank, was mir passt … das ist sooo ätzend.

      Was mir dazu besser gefallen würde, sind leicht transparente, weitere Blusen, die weich fallen. Dauert aber noch ewig, bis ich so weit bin 🙁

      Und was auch noch was ausmacht: Bilder sind einfach nicht gut. Der Satz, den ich in den letzten Monaten am häufigsten gehört habe, lautet: “Du bist ja gar nicht soo groß!” Mittlerweile komme ich mir schon ganz winzig vor 😀

  • Die Hose ist richtig toll geworden. Die Bluse dazu finde ich auch so mittel, aber ich weiss das du im Moment nicht viele Alternativen hast.
    Der Strickmaschinentisch ist ja super. Da kannst mit passenden Pullis in Serie gehen.
    Liebe Grüße
    Arlett

    • Um konkret zu sein: ich kann die Bluse überhaupt gar nicht mehr leiden. Aber sowohl farblich als auch körperlich passend war das das Einzige, wenn ich nicht gleich den Herbst einleuten möchte 😀

  • Wow, das sind ja schon Modelbeine und das mit dem einstmals ungeliebte Ding.
    Ich weiß zwar nicht wie die Hose vorher ausgesehen hat, aber mit deinen Änderungen sieht sie toll.
    Liebe Grüße
    Agnes

    • Ich mag den Herbst ja sehr gerne, habe nur Angst, dass der Winter auch zu früh kommt, wenn der Herbst nun schon bliebe …

      Lass uns einfach hoffen, dass es sich noch mal erholt, das Wetter. Es gab schon Septemberabende, an denen ich im T-Shirt bis Mitternacht draußen saß.

  • Wahnsinn, ich finde die Hose sitzt senastionell und du hast vollkommen recht, wenn du deine Taille betonen möchtest. Ich beneide dich glühend, denn seit ich auf die 50 zuschwebe verabschiedet sich meiner Taille und ich weiß nicht warum.
    Die Bluse passt vor allem wegen den Proportionen nicht, finde ich. Die ist um die Schultern zu schmal, da bräuchtest du mehr Stoff, wenn du weißt was ich meine.

    Mir geht es übrigend ähnlich wie dir, auf einmal passt nichts mehr, ätzend!
    Viele Grüße von Ute

    • Stimme dir ganz und gar zu: Das stört mich an dem Blüschen auch am meisten. Ich muss unbedingt in die Gänge kommen, damit ich endlich wieder was zum Anziehen haben.

      Und diese plötzlichen Veränderungen: die sind doch ätzend, oder?

      • Ich versuche immer, mir das Jammern zu verkneifen. Wenn nichts Schlimmeres kommt als “diese Veränderungen”, dann sollten wir uns glücklich schätzen 🙂
        Du siehst toll aus, und wenn ich ehrlich bin, bin ich mit mir eigentlich auch ganz zufrieden. Auf manchen Fotos finde ich mich grauenvoll, auf anderen gefalle ich mir – und das war auch so, als ich siebzehn war …. Das eigentlich Nervige ist, dass bestimmte Schnitte, die mein ganzes Erwachsenenleben lang funktioniert haben, nun nicht mehr gehen. Also praktisch wieder bei Null anfangen – was steht mir? Was passt mir? Was geht gar nicht? Wäh!

    • Willkommen im Club, liebe Ute. Ich habe das Problem seit etwa einem Jahr – am Gewicht verändert sich nichts, aber irgendwie rutscht alles in die Leibesmitte, gar nicht schön. Ich bin mittlerweile sogar zum Äußersten bereit und habe angefangen Sport zu machen 😀

  • Die Hose sitzt ja super, wow! Deine Beharrlichkeit im Schnitte konstruieren zahlt sich nun wirklich aus. Wenn du mal eine leichte Bluse in der Taille knotest, kann ich mir das dazu sehr gut vorstellen. Die geknoteten Enden machen das ganze etwas weicher. Wenn ich so eine Taille hätte, würde ich die auch nicht verstecken wollen. Für nächsten Sommer könntest du den Schnitt nochmal in Capri-Länge nähen, das kommt sicher auch gut.
    Und wenn dein Mann mal nix mehr zu tun hat, so ein Tischlein könnte ich auch noch brauchen 😉

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