Hosen = Verzweiflung = Selbstzweifel = Bah! und Buhuhu!

Immer schon war ich dünn und immer, immer hieß es, dass ich ein Hosentyp sei. Als ich mit Anfang 30 vorsichtig anfing, Röcke zu tragen, fühlte ich mich entsprechend unsicher und erst seit ich nähe, liebe ich Röcke. Ohne Winterwetter käme ich aus diesen kaum noch heraus und in Hosen (sprich: Jeans. Bah! Kann sie nicht mehr sehen) hinein. Denn passende Hosen zu finden, war schwer und passende Hosen zu nähen, ist nicht eben leichter.

Dabei liebe ich auch Hosen: Hosen, die entweder eng sind oder aber Hosen, elegant von der Hüfte abwärts fließen. Hosen, von denen jeder immer sagte, dass sie zu mir passten. Warum aber gefalle ich mir darin dann nicht? Also wirklich gar nicht? Ich schaue in den Spiegel, sehe jeden noch so kleinen Fehler – sowohl an der Hose als auch an mir – und fühle mich unfähig (zu nähen) und verbaut. Kein gutes Gefühl an einem Samstagnachmittag, an dem dann eines zum anderen führt: Von Altwerden und -aussehen bis zu besessen und unbegabt, von schwabbelig bis krumm geht mir alles durch den Kopf. Nur die Lösung nicht. Welche Hose steht mir denn nun noch?

Ich habe mich schon vor längerer Zeit mit meiner frontalen Erscheinung angefreundet: breite, hohe Hüften und ein kurzer, schmaler Brustkorb – passt schon irgendwie. Sogar mit meiner Rückseite habe ich mich gut arrangiert. Aber im Profil hasse ich mein Spiegelbild und genau dieses Profil führt dazu, dass ich mir meiner Selbst ständig zu bewußt bin. Im Unguten, natürlich. Riesenbauch, krummer Rücken, flacher Po – das ist zu viel des Unguten.

Die Hose, dich mich heute mal wieder ins weibliche Jammern führte? Zeige ich euch auch.

Nicht perfekt, weder Hose noch Figur, aber mit dem hier kann ich gut leben. Die Hose leidet hier auch unter (besser: über) der warmen Strumpfhose, die über eine hohe Anziehungskraft verfügt. Wollstoff und Strümpfe hängen sehr aneinander.

Da muss ich tief durch atmen, denn ich fühle mich nicht so, wie ich aussehe … andererseits neige ich dazu, mich viel zu sehr an einem Äußeren aufzuhängen und zu jammern – seit den Geburten bin ich nicht mehr in der Lage, mich objektiv zu beurteilen. Mein inneres ich ist eben noch immer das dünne, pickelige Mädchen, was wohl meine Neigung erklärt, die Schnitte oft zu eng auszuschneiden und dann ändern zu müssen.

Der Hose fehlen noch ein Knopf und zwei Säume, aber ich bin nicht motiviert genug, um mich daran zu geben. Gleich muss ich eh in die Küche flitzen und eine Pizza aus Blätterteig zaubern. Was ich aber heute abend vielleicht noch tun werde: einen Rock säumen. Ich hatte einen dunkelroten Baumwollstoff gefunden, der eine samtige oder wildlederartige Oberfläche hat und somit sehr weihnachtlich anmutet. Es ist noch nicht das perfekte Kirschrot, das ich suche (da werde ich im neuen Jahr mal beim Roten Faden schauen), aber für den Moment bin ich zufrieden.

Im Hintergrund saß übrigens mein Großer und schaute “Ella – verflixt und verzaubert”. Ein ganz bezaubernder Film, über dem ich dann auch einmal den Selbstauslöser vergaß:

Strümpfe und Schuhe würde ich im “wahren” Leben nicht zu diesem Rock tragen – aber nach diesen Hosenbildern brauchte ich noch wenigstens eines, mit dem ich mich wieder lieber mag. Aber nun nur noch Röcke? Kann ich ja erst im Frühjahr wieder vor die Tür treten 🙁 Im Grunde will ich nicht aufgeben; es muss doch möglich sein, etwas Passendes zu finden. Die Hose übrigens, die ich im Nähkurs auf den Weg gebracht habe, gefällt mir auch nicht. Was aber am Stoff liegen kann, der nicht mitmachen mag. Hilfe!!! Habt ihr denn ähnliche Probleme? Manchmal, an ganz grauen Tagen? Und findet ihr euren Frust und euer Gejammer dann ebenso lächerlich wie ich das meinige für albern erachte?
Ach, menno, bah. Buhuhuhu!

Aber halt, stopp: Nachdem ich anhand der Bilder versuchte, meine Fehler zu erkennen und zu beheben, kam ich auf die grandiose Idee, es einmal mit bewegten Bildern zu versuchen. Schließlich fühle ich mich vor der Kamera sehr unwohl und stehe entsprechend gezwungen davor. Wie aber verhält sich das Kleidungsstück an mir, wenn ich mich bewege?
Erstaunlicherweise gefällt mir die Hose dann viel besser, aber auf der anderen wird mein Unbehagen nun viel sichtbarer. Und damit ihr nicht immer nur von mir hört, dass ich die Knipserei nicht leiden kann, zeige ich euch das Filmchen mal. Ich hatte nicht vor, für andere Augen als meine zu filmen und dennoch gelang es mir nicht, ganz entspannt zu bleiben – ich zuppele hier und zuppele da, schaue nach links, schaue nach rechts und beende das Ganze dann auch abrupt. Aber die Hose sieht besser aus, oder? 😉

Jajaja, lacht nur – für eine Karriere vor der Kamera wäre ich nicht geeignet 😉



17 thoughts on “Hosen = Verzweiflung = Selbstzweifel = Bah! und Buhuhu!”

  • Och, so schlimm ist die Hose nicht, ich find sie schön! Vielleicht probierst du mal ein längeres Oberteil dazu, das kaschiert den Bauch ein bissel. So mach ich es immer, bin auch recht groß und die Hüfte ist nicht gerade schmal….
    Nicht verzweifeln, bei manchen Kleidungstücken brauchts ein bißchen Kombinationsgabe.
    LG Claudia

  • Hosen, ja, ein ganz schwieriges Thema. Wenn ich los gehe und mir eine kaufen will, bin ich Stunden unterwegs, um was halbwegs passendes zu finden. Und nähen ? Da muss ich auch immer rumprobieren bis der Arzt kommt. Aber jetzt zu deiner Hose – also ich finde sie sitzt gar nicht so schlecht. Vielleicht an der Hüfte einen Hauch zu eng, aber sonst paßt das wohl. Ich denke, das eigentliche Problem ist, das Du immer die extrem kurzen Pullis dazu kombinierst, das betont die Hüfte sehr, da Du einen sehr schmalen Oberkörper hast. Außerdem würden ich nicht eine helle Hose zu einem dunklen Oberteil tragen. Ich bin dazu übergegangen, längere Pullover zu Hosen zu tragen und seitdem fragen mich alle, ob ich abgenommen hätte. Aber ich kenne diese Selbstzweifel. Seitdem ich die 40 überschritten habe, sind einfach die ersten Falten da und man sieht eben nicht mehr so aus wie früher – seufz ….
    Wenn ich morgen fertig werde, mit meiner “Bäckerhose”, kannst Du ja mal einen Blick drauf werfen.
    Laß Dich nicht von solchen Sachen unterkriegen, Du siehst fantastisch aus !!

    Liebe Grüße
    Eva

  • Die längeren Oberteile sind ja immer so ein weiteres Problem: die bleiben nämlich bei mir nicht unten, sondern schieben sich beim Laufen bis in die Taille hoch – was richtig schlimm aussieht. Bei Röcken geht das noch, weil sie unterhalb der Hüfte besser sitzen, aber bei Hosen … ne, das ist auch nicht schön. Da müsste ich schon ganz weite Oberteile anziehen, aber dann sehe ich auch jetzt noch ganz dünn aus.
    Bäckerhose 😉 Dann muss ich morgen abend mal spitzen kommen!

  • Stimme Eva zu. Deine Hose sieht gar nicht übel aus, Riesenbauch kann ich auch nicht sehen :-). Aaaaaaber – ich würde an Deinem BH was ändern wollen, ganz eindeutig …deiner scheint Deinen Busen nicht wirklich zu heben… Ich kann das schlecht erklären, daher zwei Links (der Blog ist in keiner Weltsprache, aber die Profil-Fotos erklären sich selbst):
    http://stanikomania.blox.pl/2008/06/Dobry-stanik-Nic-prostszego.html
    http://stanikomania.blox.pl/2008/04/Od-duzego-C-do-H-czyli-biusciasta-dwudziesta.html

  • Nach dem ich mir den Film angeguckt habe kann ich Deine Probleme nicht nachvollziehen :P. Sieht super aus und mit stellt dem Pulli eine sehr gelungene Kombination dar.

  • Dein Gesichtsausdruck ist Spitze 🙂 Volle Konzentration … Wie gesagt, ich fand auch schon vorher, das sie eigentlich ganz gut sitzt. Das entscheidende ist aber, das Du dich wohlfühlst !

  • Konzentriert ist gut 🙂 Stimmt sogar, aber genauso viel Platz in meinem Haupte hatte der Gedanke, wie peinlich diese Aktion doch eigentlich ist.

    Das mit dem BH 😉 Mein Camisole ist stärker und drückt immer ganz schön nach unten. Und der Träger lässt sich nicht höher verstellen. Und aaaah! Die Zeit hat doch ihren Tribut gefordert …

  • Och, wie garstig – irgendwer oder was muss doch schuld sein.

    Aber das mit dem Film verwirrt mich gerade noch mehr, denn obwohl der Aufnahmewinkel der gleiche war und ich nicht weniger ungern vor der Linse mich befand, mag ich mich da entschieden lieber. Muss also immer in Bewegung bleiben 😉

  • Und ach ja, liebe Joanna: als ich vor einigen Wochen wieder einmal BHs kaufen musste, durfte, sollte, konnte, dachte ich in der Kabine intensiv an dich – ist das nicht schön?
    Ich habe mich durch probiert:
    70 C – bekomme ich kaum zu und alles will raus.
    75 B – mein alter Standard, alles will raus.
    80 A – rutscht hoch, aber jetzt will alles sofort weit weg.
    80 B – rutscht höher, aber noch immer schwappt es hinaus.
    75 C – sitzt immer noch knapp und stramm, aber alles bleibt drin. Nur scheinen für C die Träger länger zu sein, denn ich würde und könnte noch gut 3 cm fester vertragen.

    Ich bräuchte sowas wie 77 C mit kurzen Trägern … 😉 Aber BHs nähen? Ne, das ist mir zu friemelig.

  • Also, die Hosenverzweiflung mit allen ihren Begleiterscheinungen kenn ich zu Genüge – ich muss 50 Hosen anprobieren, bis ich eine einigermaßen passende finde, und nach jedem Hosenkaufversuch bin ich zutiefst deprimiert und fühle mich fett und schrecklich. Als Konsequenz trage ich kaum noch Hosen, und die, die ich habe, nähe ich nach zwei einigermaßen passenden Schnitten (einem weitem und einem Jeansschnitt), die ich von zwei alten Hosen abgenommen habe. Das geht einigermaßen.

    Deine Hose finde ich gar nicht schrecklich! Und es war eine sehr gute Idee, die Hose mal in Bewegung zu sehen. Man darf nicht vergessen, dass eine Kamera kein Auge ist, sie liefert nicht das Bild so, wie wir es sehen. Im Foto fallen einem z. B. immer Falten auf, die man beim Sehen ausblendet – ich finde das manchmal schon schwierig, ein Kleidungsstück nur auf dem Bügel gut aussehen zu lassen. Vom Foto her hätte ich auch etwas längere Oberteile zur Hose vorgeschlagen – aber im Film sieht das super aus und du siehst sehr schlank aus. Normalerweise sieht dich niemand so, wie auf dem Foto!

    viele Grüße, Lucy

  • Ich finde die Hose gar nicht so schlecht, würde aber auch empfehlen dunklere Hose – helleres Oberteil. Dunkles drückt nämlich nach unten. Und auch die längeren Oberteile würde ich empfehlen, ich finde mit dem kurzen Teilchen (speziell mit der Hose) sieht dein Oberkörper noch kürzer aus.

    Zu den hochkrabbelnden Oberteilen: haben die genug Saumweite? Ich vermute nicht…

    In Sachen BHs hab ich ja auch so meine Schwierigkeiten. Jetzt habe ich aber mal einen anderen Hersteller probiert, der sogar schon bei Gr 60 anfängt. So klein brauche ich es nicht, aber auch ein zartes Persönchen kann da ein Teil finden daß eng genug ist am Band und somit auch “halten” kann! (wen es interessiert: Panache, Modell Porcelain)
    Problem ist da eben, daß jeder Hersteller seine eigenen Größen macht, und meistes findet man nur die Standardgrößen 70-100 A-C, die den meisten Frauen nicht passen!

  • … und was ich eigentlich schreiben wollte habe ich natürlich vergessen! Auf den Bilder sieht es so aus als würde die Schrittnaht “kneifen”. Empfindest du das auch so? Da müßte man den Schnitt ein wenig ändern. Falls du das machen willst, verweise ich dich auf das “Burda-Buch”. Die Änderung ist recht einfach .-)

    LG Steffi

  • Warum klebt die Hose denn so an der Strumpfhose ? Ist die Strumpfhose vielleicht zu dick ? Ich trage im Winter unter solchen Hosen immer eine 20 DEN Feinstrumpfhose, damit kleben sie bei mir jedenfalls nicht so !

  • Hi, ganz ehrlich?

    Ich finde die Hose nicht schlecht, aber die Marleneform steht Dir besser.

    Die Bluse dazu ist niedlich, aber das BH-problem seh ich auch. Ich hab meins behoben, in indem ich in ein professionelles BH-Geschäft gegangen bin (meine Versuche mit Karstadt, Internet etc. waren nicht grad erfolgreich und durch die Summe der Dinge auch teuer) und mich beraten lassen hab. Bin ein ganzes Stück ärmer geworden, aber die BH passen PERFEKT (ist in meiner Größe selten, hab einen schmalen Rücken und große Körbchen) und ich fühl mich wohl. Wär doch einen Versuch wert, oder?

    Liebe Grüße Miriam

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