Ja, wie ist das denn nun …

… mit dem Altwerden? Oder wollen wir es “alt würden” nennen? Ab wann ist es würdelos, das Altern zu ignorieren? Und weshalb wollen uns so viele Zeitschriften immer wieder sagen, was wir tragen sollten? Treffen in den Redaktionen jeden Tag Tonnen verzweifelt klingender Zuschriften ein und betteln um Rat und Hilfe? Ändern derlei banale Fünf-Punkte-auf-die-Sie-achten-sollten-Pläne und Vermeiden-Sie-auf-alle-Fälle-Listen etwas am täglichen kleinen Frust, den wir vielleicht beim Ankleiden und in den Spiegelschauen haben? Kennt ihr diesen Frust überhaupt? Hättet ihr es vor zehn Jahren für möglich gehalten, dass euch die kleinen und großen Veränderungen einmal stören könnten?

Die ersten grauen Haare bekam ich (und fand ich), als ich mit Lenny – im Babybjörn vor mich geschnallt – vor dem Badezimmerspiegel Lippenstift nachzog und auf dem Sprung nach draußen war; die Sonne schien leuchtreklamenstark durch das Fenster auf mein Haupthaar und meine dicken Augenringe. Den Staub, den ich am Scheitel sah, wollte ich mit einer Hand wegwischen. Ging nicht …

Das die Stirn sich auch nach einem ungestörten Schlaf nur minimal entknittert, erlebe ich, seitdem Tommy abgestillt ist – was mittlerweile auch schon gute vier Jahre her ist. Aber mit zwei ganz Kleinen im Haus habe ich beim Blick im Spiegel meist eh nur erschöpft weggesehen, wenn irgendetwas meine Müdigkeit auch sichtbar zeigte. Mittlerweile – nun, wo allles in ruhigeren Bahnen läuft – ist es mit wegsehen alleine nicht mehr getan 😉

Nicht jede Beule, die ein Pullover wirft, ist einfach nur Strick – meist ist es so, dass irgendwo irgendetwas einschneidet (ich sage da mal: STRUMPFHOSEN!) und es mein Gewebe und nicht das des Kleidungsstückes ist, das hervor beult. Passende BHs sind seit der Entdeckung eines weicher werdendes Bindegewebes noch schwieriger zu finden: Sitzt er am Brustkorb so fest, wie er getragen werden sollte, damit er nicht hochrutscht, dann – ähm, nun ja, dann wölbt sich schon mal etwas da, wo ich es nicht will. Stelle ich den Verschluss weiter, rutscht er am Rücken nach oben, bis er eine Stelle findet, in die er nun einschneiden kann. Rollt sich nun noch eine Strumpfhose in die Taille runter und schnürt mich auf der Breite von zwei Millimetern ein, dann bin ich schon nahe am Michelinmännchen: Beulen an Achsel, Brustkorb, über der Taille und unter der Taille.

Noch indiskreter: passende Unterwäsche überhaupt. Manche passen unter Hosen, andere unter Röcke, viele unter gar nichts. Pantylines sind eh nicht schön, schnüren sie aber nicht nur ein, sondern drücken “Überstehendes” in die falsche Richtung – um wieviel erhöht sich der Kleine Frust in Relation zur Menge der Dellen und Beulen? Wer die Antwort kennt, weiß, wovon ich rede.
Das ist eben auch ein “Alters”problem: Alles, was du trägst, formt dich stärker als noch vor einigen Jahren, unabhängig vom Gewicht. Rocken und Hosen beispielsweise, die unterhalb der Taille sitzen, wären vielleicht manchmal die optisch Passenderen – wenn dann nicht auf einmal durch den Bund die Hüften nach oben gedrückt würden, wo sie dann einen aufs dreifache gepushten Bauch treffen. Wirklich hübsch – aber dagegen helfen wahrscheinlich die “gerade geschnittenen Basics”. Wenn Sack gemeint ist, warum wird dann nicht Sack geschrieben? 😉

Warum schreibe ich das jetzt hier am frühen Sonntag morgen?

Weil Ute schreibt:

Aber grund­sätzlich ist es schon so, dass ich mich frage, was ich so jetzt am besten trage, so in der Mitte des Lebens. Ich selbst fühle mich ja gar nicht so alt, wie ich aussehe. Aber tatsächlich ist es ja so, dass bestimmte Dinge einfach nicht mehr gehen. Man muss wohl doch immer wieder seinen eigenen Stil finden.

Was kann ich da noch sagen? Du bringst es genau auf den Punkt! Dabei fällt mir nur der albernste Satz ein, den wir immer wieder hören: “Man ist so alt, wie man sich fühlt.” Ähm, nein. Fühlen tun wir uns meist wohl jünger, als wir wahrgenommen werden. Und wie fühlen wir uns dann? Wer die Antwort weiß, bekommt einen Gummipunkt 😉

Weil Joanna sagt:

Ich habe viele Frauen jene­seits von 40 gesehen die übelst in — laut Brigitte — alters­ge­rechten Klamotten aussahen und einige die sich ruhig Kaput­zen­jacke, Turn­schuhe und hautenge Hose hüllen können. Und vice versa natürlich auch (leider häufiger).
Es ist alles Frage des eigenen Geschmacks (und fremden), des Stills und nicht des Alters.
Aber viel­leicht bin ich eh etwas komisch, weil es mir NIE daran lag modisch zu sein, ich wollte eher gut in den Klamotten aussehen (und das kann ich in z.B. Karot­tenhose nie)

Bei mir entsteht das Bild einer Frau in einem gerade geschnittenen, taupefarbenem Leinen-Seidesack, roten Schuhen, dicken Blümchenohrringen und hängenden Mundwickeln – gerade eben sah sie eine Frau im gleichen Alter, die die Jeans trug, die sie selbst auch am liebsten tragen würde … 😉 Klar, die Frau in Taupe ist nicht Joanna!
Ist das nicht immer schon das Wichtigste gewesen, gut auszusehen statt nur modern? Aber das wirklich durch zu ziehen, das lernt man oft erst ab 30, oder?

Weil Eva meint:

Ich lese die Brigitte schon seit jahren nicht mehr. Und dieses vorge­schreibe, nicht nur in der Brigitte, was man mit 20, 30, 40 oder 50 (älter gibts es dann nicht mehr !!) zu tragen hat , ist einfach lächerlich.
Authen­tisch sein, seinen eigenen Stil haben und sich wohl­fühlen finde ich viel wich­tiger und dann kommt auch kein Klei­dungsstil, egal in welchem Alter komisch rüber. Ich habe für mich gemerkt, das ich den Retro 40er Jahre Stil liebe, ihn aber nur sehr sparsam tragen sollte … Ich bin doch mehr Jeans und T-Shirt, als ich wahr­haben wollte.

Wenn du erstmal über 60 bist, nimmt dich eh keiner mehr Ernst: Dann darfst du in Minirock und Rüschenbluse auf dem Marktplatz Taubenfüttern und alle grinsen nur noch nachsichtig;-)
Authentisch sein – richtig. Aber da hat man nun so lange gebraucht, um zu wissen, was man mag und dann spinnt das Bindegewebe …

Weil Berry schreibt:

Ich denke, dass bei den meisten von uns, die sich mit dem Nähen beschäf­tigen, ohnehin eher zuviel als zuwenig an Selbst­kritik vorhanden ist 😉 Man schult doch mit der Zeit ein wenig seinen Blick. Auch ich merke natürlich bei bestimmten mir einst lieb gewe­senen Klei­dungs­stilen, dass sie nicht mehr so gut aussehen wie vor 10–20 Jahren, aber was solls? Ich modi­fi­ziere ein wenig und entdecke Neues für mich.

Von deiner handfest-entspannten Haltung sollte ich mir ein Scheibchen gönnen. Ich für mich befürchte ständig, ZU WENIG Selbstkritik an den Tag zu legen, um dann zu hören und zu lesen, dass ich vielleicht ein wenig übertreiben würde. Wer näht, verliert öfter einmal das Ganze (also uns selbst von Kopf bis Fuß in einem Stück) aus den Augen, um uns in jeden Detail zu verlieren ( Vorder Mitte, hinterer Ärmelansatz, seitlicher Saum, Unterkragen etc.) zu verlieren. Sitzt etwas nicht an Punkt 3 perfekt, dann scheint es für uns auch an Punkt 1-321 nicht zu sitzen 😉

Vielleicht ist es aber auch gar nicht die momentane, die konkrete Situation, die uns beschäftigt (oder sollte ich bei der Ichform bleiben?) Bei vielen Dingen, die ich jetzt nähe und trage, habe ich das unangenehme Gefühl, ich müsse sie jetzt noch schnell fertig stellen und anziehen, denn wer weiß, wie lange das noch geht, ohne sich lächerlich zu machen?
Wenn ich mich nun täusche, dann schimpft mit mir, aber ich denke, dass die meisten von euch, die öfter bei mir vorbeischauen, zwischen 40 und 50 Jahre alt sind – plus die “Randbereiche” von 35 bis 55. Wir stellen fest, dass sich schon so einiges geändert hat oder im sich Ändern begriffen ist:
Treppen müssen nicht mehr unbedingt mehr als 50 Stufen haben;
nachts muss ich nicht mehr bis 3:00 Uhr wach bleiben, um morgens wie 100 auszusehen;
Haare tönen ist nicht mehr nur Farbspielerei – jetzt muss das Ergebnis schmeicheln;
Miniröcke sind was für den heimischen Garten;
zarte Linien sind so zart auch nicht mehr.

Wie rechnet sich das in den nächsten Jahren hoch? Hängt mir mit 58 mein Gesicht auf den Schultern? Werde ich schön grau, scheußlich gelb und ewig scheckig sein? Kommen noch mehr Pigmentflecken? Keuche ich schon nach drei Stufen? Passt mir dann überhaupt noch etwas anderes als gerade geschnittene Säcke?
Für mich ist es diese Ungewißheit, die mich heute manchmal schon zweifeln lässt, was ich tragen soll, kann und darf. Aber dann – von Zeit zu Zeit – schüttele ich das runter, rede mir gut zu, erinnere mich, dass vor zwei Monaten noch ein sehr viel jüngerer Mann (meinen Gatten vollkommen ignorierend) heftigst mit mir geflirtet hat und suche mir das nächste Nähprojekt!

Die Eine oder Andere erinnert sich vielleicht noch daran. Ich für meinen Teil bin erstaunt, wieviel ich in dem vergangenen Jahr gelernt habe: Damals (in den Ardennen) war ich verunsichert, wie ich die enorme Weite in diesem Kleid in den Griff bekommen könnte – dass ich an einem Schnitt mehr als die Länge ändern würde, war mir nicht vorstellbar. Hatte ich viel zu viel Respekt (ANGST) vor. Auch die Stoffauswahl war idiotisch, denn das Kleid kann fast auch alleine stehen. Aber ich wollte das Kleid in der Farbe, alles andere habe ich ignoriert.

Heute hingegen bin ich sogar zu einem bösen Schnittmusterzerstörer mutiert. Ja, ich gebe es errötend zu: auch Vintageschnitte, so sie bedruckt sind, sind mir nicht mehr heilig. Ihr wolltet Schnellnähtricks? Hier ist einer: ich pause nicht ab. Das tue ich nur, wenn ich mir beim Ändern unsicher bin oder wenn ein Schnitt so alt ist, dass er sehr selten wird. Bei einem Schnitt aus dem Jahre 1953 kenne ich nur ein geringes Maß an Pietät. Ich habe nicht vor, diesen Schnitt zu verkaufen, werde ihn vielleicht noch einmal nutzen und er soll mir passen. Da schneide ich dann auch schon mal einen Zentimeter weg. Da seid ihr entsetzt, nicht wahr? Tiefen tun sich hier auf, dunkle Gräben – man fasst es nicht. Ja, so bin ich.

Aber ganz ehrlich: möchte irgendjemand wissen, wie ich beim Nähen vorgehe? Also nicht, weil es hier etwas zu lernen gäbe, sondern um Methoden zu vergleichen?



11 thoughts on “Ja, wie ist das denn nun …”

  • “Aber ganz ehrlich: möchte irgend­jemand wissen, wie ich beim Nähen vorgehe? Also nicht, weil es hier etwas zu lernen gäbe, sondern um Methoden zu vergleichen?” Ja, das interessiert mich schon, wie andere Damen beim Nähen vorgehen!

    Zum Thema “Altern”:
    Umpf, ja … ich bin jetzt 35 und nach der Zwillingsschwangerschaft habe ich zwar mein Gewicht von 52kg bei 1,70m wieder (ohne Sport oder Fasten!) erreicht, aber die Figur sieht jetzt nicht mehr mädchenhaft schlank, sondern ausgemergelt dürr aus. Mal eben 30kg rauf und wieder runter gehen nicht spurlos an einem vorrüber.
    Über das Thema “was kann ich in meinem Alter tragen, ohne lächerlich zu wirken” habe ich mir kurioserweise vor 10 Jahren mehr Gedanken gemacht, als heute. “Flott und modern” war eh noch nie meine Devise und ansonsten versuche ich einfach aus meiner verhunzten Figur das meiner Meinung nach Vorteilhafteste zu machen.

    Christel

    • @ Christel
      Das kann ich komplett nachvollziehen: ich war immer ebenso schlank wie du (2kg mehr bei 3cm mehr Länge) und auch wenn ich mich immer zu dünn fand, so wirkte das eher zart. Und bei beiden Schwangerschaften habe ich auch 30kg zugenommen und langsam wieder verloren. Auch ohne Diät, wenn man das Verzichten auf täglich Bienenstich nicht als eine solche bezeichnen will 😉 Seitdem ist das Bindegewebe nicht eben straffer geworden und jung und frisch sieht das auch nicht mehr aus. Mit gezieltem Zunehmen ließ sich das auch nicht ausgleichen, denn nun beginnt es schon, sich woanders festzusetzen als gewollt. Und soviel essen wie früher geht wirklich nicht mehr. Gibt also vieles, woran man sich als Dünne nach Schwangerschaften und nach 40 gewöhnen muss.

      Was mich jetzt aber etwas erschüttert, ist, dass du deine Figur als verhunzt bezeichnest – das ist sie mit Sicherheit nicht. Nur deine Wahrnehmung, die Veränderung und der weibliche Selbstzweifel reden dir das ein. Und wenn du nun sagst: “Du bist selbst doch auch nicht besser!”, dann gebe ich dir recht und bitte dich dennoch inständig, viel netter zu dir selbst zu sein!

  • Einspruch: ich bin 32 Jahre und lese deinen Blog :-). Mich nervt es nicht, dass in der Brigitte steht: wer was wann wie zu tragen hat. Ich glaube, dass jede Frau irgendwann mal ein paar Selbstzweifel hat und sich bei der jeder Lebensdekade wieder selbst finden muss. Da kann solch ein Artikel wirklich helfen. Ich sehe mit Kapuzenshirt, Jeans und bunten Turnschuhen auf der Arbeit mittlerweile einfach lächerlich aus. In meiner Freizeit trage ich das hin und wieder noch – aber ich merke dass ich so nicht wirklich ernst genommen werde und man mich für Mitte 20 schätzt. Ich hatte diese Selbstzweifel jetzt von den Zwanzigern in die Dreißiger. Seitdem ich in den 30ern bin, geht der Winterspeck nicht mehr so leicht weg wie früher, wo ich einfach nur ein paar Stunden draußen Sport gemacht habe und eine Woche auf die Ernährung geachtet habe. In billigen Strumpfhosen ersticke ich teilweise und wenn ich diese unter einem Rock und drüber eine Bluse trage, rollt sich eine Speckrolle dadrüber. Abhilfe schaffen hier tatsächlich teure Strumpfhosen aus besseren Materialien. Die schnüren oben tatsächlich nicht mehr ein ;-). Auch meine Haut ist mittlerweile nicht mehr so straff und ich frage mich tagtäglich wie ich wohl mit 40 aussehen mag. Ob ich dann überhaupt noch attraktiv sein werde… Wenn mich solche Zweifel plagen dann schaue ich mir meine Mutter, die Mütter meiner Freundinnen und Frauen in meiner Verwandt- und Bekanntschaft an. Und ich sehe selbstbewusste, gut gekleidete und schön aussehende Frauen! Was sagt mir das: weg mit all den verdammten Zweifeln. Wir sind schön!!! Und du bist es erst recht 🙂

    • @ Eva
      Jetzt fühle ich mich doch geschmeichelt – so junge Frauen hier 🙂
      Früher hat mich das auch gar nicht gestört, wenn derlei Dinge in Zeitschriften standen; ich habe sogar oft neidisch in die Vierziger-Abteilung geschaut, weil die Sachen mir viel eher entsprachen. Das Lustige ist dabei auch, dass damals (in den Ardennen, ich kann es nicht lassen) alles, was mir heute “verboten” werden soll, als einzig passend angesehen wurde. Oder eher andersherum: als 30jährige erklärte man mir, dass Schluppen nur was für ältere Damen sei. Nun sagt man mir, ich hätte es damals mal tragen sollen …
      Mit 30 hatte ich keine Zweifel, sondern eher das Gefühl, da zu sein, wo ich hinpasse. Und gleite ich aus dieser Zeit heraus. Das ist schwierig. Außerdem war ich immer der Meinung, entspannt zu altern; in meine Rechnung nicht einbezogen hatte ich das Mutterwerden. Schaue ich heute in den Spiegel, so haben sich ganz andere Dinge verändert, als ich vermutet hatte.

      Strumpfhosen machen mir IMMER Stress, außer sie sind gestrickt. Ich wechsele jetzt wieder auf Halterlose; wenn’s da schnürt, kann ich es verdecken.

      “Ich frage mich tagtäglich wie ich wohl mit 40 aussehen mag. Ob ich dann überhaupt noch attraktiv sein werde… Wenn mich solche Zweifel plagen dann schaue ich mir meine Mutter, die Mütter meiner Freun­dinnen und Frauen in meiner Verwandt– und Bekannt­schaft an. Und ich sehe selbst­be­wusste, gut gekleidete und schön ausse­hende Frauen! Was sagt mir das: weg mit all den verdammten Zweifeln.”

      Während meiner Zeit als Kosmetikerin hatte ich immer den Eindruck, dass die meisten Frauen zwischen 35 und 48 ziemlich alterslos seien – es war oft schwer, sie richtig zu schätzen. Und die Zweifel, die ebenfalls die meisten Frauen hatten, konnte ich mir nie erklären: auf der einen Seite wussten doch mittlerweile alle, was sie wollen, können und mögen, waren selbstsicher und hatten in der Regel viel mehr Flair als viele meiner jüngeren Kundinnen. Aber dennoch reduzierten sich die meisten darauf, wie sie sich selbst sahen und wie sie meinten, von anderen gesehen zu werden: als alternde und langsam unsichtbar werdende Frauen. Traurig. Und so wollte ich doch gar nicht werden … 😉

  • das mit dem Älterwerden, hmmm…
    Eigentlich ist es so, dass ich seit dem ich mich erinnern kann, ÄLTER sein wollte. Ich war die jüngste in der Klasse, hatte immer ein kindliches rundes Gesicht ohne Kontur und würde häufig a) für wesentlich jünger b)für einen Jungen gehalten. Älerwerden schien ein Antidotum zu sein (Make-up auch).
    Jetzt weiß ich nicht so recht ob ich ÄLTER werden will. Das liegt daran dass ich das Altern nur im Spiegel merke. Zweifelsohne sehe ich nicht mehr frisch aus. Aber ich tue auch absolut nichts um das zu ändern – ich schlafe zu wenig, kann Stress nicht ausweichen, gehe nie zu Kosmetikerin, zu selten zum Sport, lache entsetzlich wenig, ernähre mich total falsch, benutze kaum Augencreme, das mit dem Haarefärben ist auch nix der Empfindlichkeit wegen – ich werde wohl bald grauer als meine eigene Mutter (sie färbt). Das einzige was ich gegen das Altern tue ist reichlich Sonnenschutz ;-).
    Aber- ich mag meine Falten und sogar meinen schlaffen immer runder werdenden Körper doch – ich brauche ihn, wir sind eine Arbeitsgemeinschaft und dafür wie ich ihn behandle ist es noch recht gut in Form und auch gut zu mir. Dass ich besonders schön altern werde kann ich – auf meine Vorfahren schauend – nicht erwarten – obwohl meine Mum immer noch recht gute Haut hat mit sehr wenigen Falten (allerdings war sie auch nie ein sonnenempfindlicher Rotschopf wie ich).
    Ich hoffe dass ich diese Einstellung nie ändern werde.
    Aber – je näher meine 40 ist umso unsicherer bin ich ob sie hält. Bei 30 war das nicht der Fall. Vor allem habe ich Angst vor dem körperlichem Verfall …
    Innendrin aber bin ich nicht viel älter/klüger/reifer als mit 18 und die Diskrepanz zwischen dem Gefühl und dem Spiegelbild ist schon gewaltig.

    PS die Beulen auf dem Rücken und unter den Achseln beim eng sitzenden BH – das ist die Brust. Ehrlich jetzt. Das Fettgewebe ist weich und leicht deformierbar und bei falscher Behandlung (BH-andlung) “wandert” dahin wo es mehr Platz hat. Bitte nicht lachen. Bitte im Zweifelsfall einen Cup großer ausprobieren und den Rücken mit den Händen in die richtige Richtung “zwängen”. Nach einiger Zeit funktioniert – auch beim schlaffen Gewebe (ich bin schließlich etwas länger Mutter :P). Allerdings ist es hier wichtig dass der BH wirklich gut sitzt – eng und die Bügel müssen richtung Achselmitte zeigen. und der schnitt des Cups ist auch nicht ohne Bedeutung … (ich weiß ich bin mit dem Thema BH ziemlich hartnäckig – in meiner Heimat aber haben die Internet-Lobbys Markterweiterung erzwungen, die ich mir auch für DE wünschen würde, ganz eigennützig)

  • “ber ganz ehrlich: möchte irgend­jemand wissen, wie ich beim Nähen vorgehe? Also nicht, weil es hier etwas zu lernen gäbe, sondern um Methoden zu vergleichen?”
    JA!
    und ich wette da gibt es jede Menge um zu lernen

  • Liebe Joanna, wir zwei gehen jetzt gleich mal schlafen, wir sind immer viel zu lange online 😉

    Mein Unwohlsein in bezug aufs Altern hat mit 41 angefangen; vorher bin ich ganz arrogant davon ausgegangen, dass ich damit klar komme. Aber Hochmut kommt vor dem Fall und ich bin mir nicht sicher, wie tief ich noch fallen werde.
    Auch das mit Innen und Außen, also Gefühl und Spiegelbild, ist nicht ohne. Das erste Mal, dass ich einen Schock beim Blick in den Spiegel bekam, ist aber viel länger her: ich hatte nach etwa zehn eine Schulfreundin wieder getroffen und wir saßen bei ihr auf dem Balkon in der Sonne und kramten alte Schulgeschichten raus. Als wir dann sehr spät wieder reingangen und an der Garderobe am Spiegel vorbei kamen, erstarrten wir beide: da redest du von der Zeit, als du 18 warst und siehst auf einmal dein knapp dreißigjähriges Ich, dass dir für einen Augenblick ganz fremd geworden ist 😀

    Ich nehme mir immer wieder vor, entspannter und großzügiger mit mir zu sein. Leider habe ich gerade vorhin noch den Jumpsuit vom letzten Jahr anprobiert. Der mir da schon was knapp war. Jetzt geht es mir wieder elend …

    Gut, du bist hartnäckig mit BHs, sonst hätte ich mich vor einem guten halben Jahr auch gar nicht getraut, mit einem C-Cup in die Kabine zu gehen. Der saß damals auch gut, aber mittlerweile leiert schon das untere Band etwas und mitunter schneidet es in der Mitte schon ein – Viererbande statt Zwillinge sozusagen :rotwerd:
    Und damit wird es echt schwer: Im Leben habe ich nicht 75D. 75C ist schon kaum zu glauben. Theoretisch könnte eine 70D hinkommen. Bis auf die Tatsache, dass ich noch niemals eine solche Größe gesehen habe 🙂

    Aber pst: es wäre schön zu glauben, mein Busen würde sich überhall hin quetschen. Aber unterhalb des Bhs rundum und am hinteren Rückenausschnitt versteckt er sich doch sicher nicht, oder? Dann sind meine Deformierungen noch übler als befürchtet 😀

  • HI, ich bin 37 und ich hab mir – und das ganz ehrlich – noch kein bisschen Gedanken gemacht, was ich anziehen “kann” oder nicht. Ich war nie dünn, immer SEHR kurvig und hab angezogen, was ich wollte. Klar, Minikleider etc. nicht, aber die würde ich auch nicht wollen, wenn ich dünn wäre.

    Ich denke, es kommt auf den Typ an. Ich hab im Stoffladen letzthin eine Kunden bedient, die sich richtig wildbunte Jerseys für Sommerkleider gekauft hat. Die Dame war 70 und die Sachen haben super zu ihr gepasst. Andere sollten mir 40 schon möglichst viele beige tragen, damit sie nicht auffallen, weil sie so greislig sind.

    Altern ist doch wurscht, wenn man eine coole Sau ist, kann man so alt sein, wie man will und bleibt cool, egal, was man trägt, ob man graue Haare hat oder ein paar Falten mehr.

    LG Miri

  • Schönes Thema hier die letzten Tage!

    Das meiste was hier so geschrieben steht spricht mir aus der Seele.
    Ja ich gehöre hier noch genau 2 Monate zu deiner gedachten Zielgruppe Andrea. Lese dann aber auch mit 51 hier noch lustig weiter mit. Gell?

    Und Vintage ist nun mal auch mein Ding, trotzdem. Aber immer nur angehaucht, sonst komme ich mir verkleidet vor.
    Damit meine ich alles vor den 70ern. Was ich schon mal hatte ist für mich erledigt. Es gibt da nur Ausnahmen. Schluppenbluse….
    Nicht mal das trifft immer auf Gegenliebe. Meine Mutter z.B. macht schon mal übelste Scherze. Naja soll sie doch.

    Beige steht und stand mir schon immer gut. Sieht bei mir eher klassisch als bieder aus. Und knallbunte Ohrringe z.B. sahen bei mir schon immer irgendwie billig aus.
    Wat dem einen sin Uhl, ist dem andern sein Nachtigall.
    “Und das ist auch gut so”

    Brigitte lese ich nur beim Friseur.
    Und gebe da mal die unumstößliche Anweisung aus dem letzten Heft wieder:
    Nie, nie, nie mit dem Strohhalm trinken. Das gibt nämlich dann die allerschlimmsten Falten am Mund.
    Was täten wir wohl ohne so eine selbstlose Aufklärung. Wir wären ja total aufgeschmissen!!!

    Liebe Grüße
    Irmi

  • Ich lieg’ am Boden 😀 All die Jahre, in denen ich einen Strohhalm zwischen den Lippen hatte. Nie wieder meckere ich, nein, ich werde ein Abo beziehen, um nichts Wichtiges falsch zu machen.
    Jetzt muss ich wirklich rennen, Kind (groß) abholen.

    LG 🙂

  • Ein interessantes Thema … betrifft uns alle ja irgendwie irgendwann :o)
    Ich bin dieses Jahr noch 39 und habe die Wahl zwischen FETT und FALTEN.
    Toll!
    Was genau ich meine?
    Nach 2 Geburten, bei denen ich 20 kg zu- und im Laufe der Zeit auch wieder abgenommen habe, ist der Bauch zwar flach, aber nicht mehr staff (wo sollte die ganze Haut auch hin?).
    Die letzten 5 Jahre habe ich bei Gr.36 genossen, jeden einzelnen Tag.
    Ich wußte, dass es irgendwann mal mehr wird (denn meine Mum trägt Gr.44).
    Vor 2 Jahren entstresste sich meine Familiensituation und mein Körper holte sich, was er die ganze Zeit entbehrte. Ich nahm zu, näherte mich meinem Idealgewicht und etwas weiter in Richtung Normalgewicht.
    Tja, als letzten Sommer die schönen weißen Hosen nicht mehr passten, war ich gefrustet. Und fing an, auch wieder für mich zu nähen.
    Jetzt sehe ich nicht mehr hager & faltig aus, sondern schlank (mit den kleinen Röllchen in Hüfte und am BH), aber ich kann BH 75 C tragen (und mein Mann freut sich sehr darüber :o)
    Ich schaue auf die Größentabelle und finde: Gr.38 steht noch ziemlich am Anfang – ich kann also zufrieden sein. Bin ich auch! Meistens …

    Jetzt muss ich nur noch verkraften, dass ich in ein paar Wochen OMA werde (angeheiratete Tochter, 19) … HILFE!!!
    Hoffentlich krieg ich das mit dem Alter & der Akzeptanz dann immer noch so gut hin.

    Liebe Grüße, Bettina

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