Kamerascheu ist sie nicht

Ich schon. Meine Katze hingegen scheint süchtig nach Blitzlicht und Fokus zu sein.

Zum Bilderknipsen komme ich seit Wochen kaum noch; irgendetwas ist immer: zu viele Leute im Haus, Haare schlapp, Muttern schlapp, zu wenig Zeit, keine Lust, zu knipsendes Kleidungsstück ungebügelt, Strümpfe zerrissen – es ist ein Wunder, dass es heute, hier und jetzt, neue Bilder gibt. Dafür wieder ganz ganz viele: fast alle mit Minusch, zwei geknipst vom großen Sohn, der sehr stolz auf das Ergebnis ist.
Was gibt es zu sehen? Gleich zwei neue Teile – Rock und Bluse.

Der Rock ist aus einem pflaumenfarbenen Gabardine und die Bluse aus dem herrlichen, aber hundsgemeinem Viskose, den ich von Zuzsa geschenkt bekam – dafür nochmals den herzlichsten Dank; ich hoffe, du bereust es nicht und bist mit dem Endergebnis nicht unzufrieden 🙂

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Ja, ich probe für eine Soloaufführung des River Dance, eine meiner leichtesten Übungen. Ganz nebenbei wollte ich zeigen, dass auch ein langer, schmaler Rock mit Kellerfalte genügend Bewegungsfreiheit für den Alltag bietet. Zumindest Tanzeinlagen sind jederzeit möglich, man weiß nie, wann derlei verlangt wird.

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Also noch einmal beherrscht und seriös – sieht man jetzt mehr? Der Himmel war grau, grauer, am grauesten, da gehen Details eben auch mit der neuen Kamera noch unter. Der Rock besitzt einen schmalen, spitzen Sattel, ein 3 cm breites Bündchen und ab Kniehöhe eine Kellerfalte, ansonsten ist er fast schnurgerade; der Saum ist um 2 cm weiter als die Hüfte. Die Länge endet wieder auf Wadenhöhe; also etwa im Jahre 36-38. Auffällig genug in unserer Gegenwart, aber nicht so sehr, dass man mich gleich des Wachturm-Verkaufwillens verdächtigen muss.
Die Bluse leidet noch unter einigen Fehlern, zur Hälfte des rutschigen Stoffes wegen, zu anderen Hälfte meiner Unentschlossenheit bei der Schnitterstellung geschuldet. Die Ärmel dürften runder und etwas kürzer, der – im Rock versteckte – Sattel tiefer angesetzt sein. Da mir die Bluse im Endergebnis ganz gut gefällt und sehr gut zu den 30er-Röcken passt, wird sich die Änderung lohnen: so ein oder zwei weitere Blusen nach diesem Schnitt dürften es wohl noch werden.

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Nunja, von hinten erkennt man auch nicht mehr, dafür aber taucht Minusch auf, nachdem ich zuvor einige Male fast über sie stolperte. Die Rockrückseite ist bis auf den schmalen Sattel glatt und setzt sich ein klein wenig aus; aber wer sieht das schon? Eben.

Wegen des großen Erfolges versuchte ich mich noch einmal an einem Bild im Sitzen – mit Bügelwäsche im Hintergrund; das wahre Leben halt. Und mit ganz viel Minusch:

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Versuch 1 mit Selbstauslöser, stolpern über Katze, endlich sitzen – um sie dann doch wieder um die Beine zu haben.

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Ich rufe den Großen, drücke ihm die Kamera in die Hand und bitte ihn, zu knipsen, sobald seine Frau Mama schön aussähe. Noch hat er den Anstand, die Kamera nicht wegzulegen, weil er so viel Zeit in seinem Leben nicht mehr habe. Kaum sitze ich, kaum drückt das Kind, erscheint Minusch. Der Sohn moniert meine geschlossenen Augen und die störende Katze. “Das machen wir noch einmal”, so spricht er hoffnungsfroh, da das Katzenvieh sofort nach Auslösen des Blitzes verschwand. Ich ruckele mich zurecht, ermahne ihn erneut, ich wolle umwerfend aussehen, er tritt zurück, schaut mich höchst professionell an – und knipst, als Minusch über mich hinwegspringt, neben mir landet und nach meiner Hand verlangt. Die Katze sah toll aus, mehr ging wohl nicht:

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Danach haben wir beide keine Lust mehr; Minusch entschwindet, als wäre sie nie auch nur in unserer Nähe gewesen. Immerhin vermitteln die Bilder Impressionen: von einem Haushalt, der sich nicht von selbst erledigt, einer Katze, die gerne im Mittelpunkt steht und einer Frau, die nie und nimmer ein Fotomodell hätte sein können, wollen und mögen. Und von ganz viel Lila und einer neu erweckten Vorliebe für die Mode der 30er – da kommt noch mehr!

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