Knittaxen live – quasi …

Gestern abend begann ich mit dem Rückenteil und kurz vor den Armausschnitten war ich zu müde, um weiter zu rodeln. Es ist ein etwas unbehagliches Gefühl, ein Strickteil so offen über einen Tisch hängen zu lassen, wo ich doch sonst alles sorgfältig zusammenrolle und es aus dem Weg lege – so stolz man auf sein intelligentes Katzentier auch sein mag, das Türen öffnet und immer einen Weg hinein findet, so unwohl fühlt man sich, Gestricktes nicht verstauen zu können. Aber da tat ich ihr unrecht: heute morgen hing noch alles so, wie es sein sollte.

Als ich nach der Arbeit früh nach Hause kam, wollte ich losstricken; wie das manchmal so ist, kam mir etwas nettes dazwischen 😉 Dann aber. Ha! Ja, dann aber nichts. Oder ganz viel: ich rodelte los, der Faden hakte, hakte ganz beträchtlich, das Knäuel ließ sich nicht auf Anhieb sehen. Stattdessen drangen Fauchen und Knurren an mein Ohr. Ich warf mich unter den Tisch und fand beide Katzen ineinander verkeilt (was nicht oft vorkommt). Beide hielten inne, bleiben umarmt liegen und schnurrten mich wie auf Kommando an. Zwischen ihnen die Ursache der Streites: natürlich mein Wollknäuel. Während ich das Knäuel rettete, verloren sich ein oder zwei Maschen von den Nadeln, was ich – ungeduldig endlich weiter zu kommen – nicht bemerkte. Also nicht sofort. Eine Minute später, als sich ein großes Loch zeigte, das stetig tiefer wanderte, schon. Für elende Fieselsfrickelsarbeit bin ich nicht gemacht, also gnadenlos das Strickstück abgeworfen und geribbelt.

Und so dachte ich mir: mache ich es mal mit Dokumentation. Das ist doch mal eine Aufgabe, die weitere Hausarbeit verhindern könnte.

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Um 12:12 habe ich die Maschen angeschlagen und das Bündchen mit 107 Maschen begonnen. Beendet war es nach 30 Reihen um 12:37. Das ist eine deutliche Zeitersparnis, denn obwohl ich Bündchen auch sehr gerne mit der Hand stricke, bräuchte ich dafür etwa anderthalb Stunden. Wäre die Automatic schon funktionsfähig, so könnte diese Zeit noch einmal um ein gutes Drittel reduziert werden: Bei der M2 wird erst der untere, dann der obere Schlitten für eine Reihe Rippen geführt und bei der Automatic werden beide miteinander verbunden zeitgleich geführt. Mit Katze dauert beides länger.

Jetzt erstmal die heimgekehrte Brut versorgen und dann kommt der Teil, der deutlich länger an der Knittax dauert als mit der Hand: Wechsel vom Bündchen zu glatt rechts. Per Hand: 3 Sekunden maximal für das Wenden des Gestricks. Das Umlegen der Maschen vom unteren Patentgerät auf die Nadeln des Hauptteils zieht sich ganz schön. Wird jetzt gleichmal gemessen.

Stand bisher:

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13:23
Die Kinder sind versorgt, Muttern legt Maschen um. Mittlerweile zum fünften Mal ist das meine Aufgabe und beim ersten Mal hatte ich für etwas über 50 Maschen wahrhaftig eine gute Stunde gebraucht, mit Zittern und Zagen und Kämpfen und Bibbern. Dieses Mal habe ich 53 Maschen um 13:32 auf der richtigen Seite. Es übt sich offenbar, das Umnadeln.

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Dreißig Sekunden dürfen abgezogen werden – ein dringender Kraulnotfall kam dazwischen. Beide Katzen sind von der Knittax enorm angetan: während Minusch immer schon sofort an meiner Seite war, sobald es ums Nähen, Konstruieren oder Stricken ging, lässt sich nun auch Momo dazu herab, aus dem Kuschelkissen zu steigen und zuzuschauen. Birgt die schon erwähnten Gefahren; ständig sind sie auf der Pirsch:

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13:44
Weiter geht’s, wenn auch leicht gebremst – Lenny hinter sich sitzend zu haben, der über seine Hausaufgaben flucht, ist nicht witzig. Und schadet der Konzentration: Ich habe bis Reihe 80 vergessen, die Maschenweite zu erhöhen – also in etwa, die dünnere Bündchennadel gegen die Hauptnadel zu tausche. Ist nur eine Viertelnadelstärke, also nicht zu dramatisch, aber doch ärgerlich.
Diese 80 Reihen sind um 14:21 beendet, dazu links und rechts vier Zunahmen, die mir nicht so recht gefallen wollen; dazu ein anderes Mal mehr. Da sich bei mir jetzt nachmittägliche Müdigkeit bemerkbar macht und die Jungs in den Garten verschwunden sind, gibt es nun Pause auf dem Sofa – Hurra, kann es kaum erwarten!

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16:00
Weiter geht es und um 16:19 nehme ich die letzten Maschen zu – Reihe 100. Bergfest sozusagen. Der Reihenzähler ist der reine Luxus, möchte ich nicht missen. Hat die Automatic leider nur noch theoretisch, da hat sich etwas im Laufe der Jahre von der Maschine entfernt und nun zählt sie nicht mehr. Ein echtes Manko!

17:59
Kinder zum Taekwondo gefahren, vorher – das vierte Mal heute! Ich verzweifele ehrlich! – die Küche gesäubert. Um 17:15 stricken erst mal unterbrochen in Reihe 160, Armlochabnahmen sind abgeschlossen und obwohl die besser als die Zunahmen aussehen, da rechts- und linksneigend, ist das eine lahme Hakelei mit der Maschenumhängerei und bislang werden die Maschend dabei doch auch gedehent, was mir gar nicht gefällt. Aber ebenso wie mit dem Anschlag wird auch das mit jedem Mal besser und schneller und sicherer ablaufen. Jetzt geht es weiter bis zu den Schultern. Noch gut 40 Reihen …

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18:36
Hinterer Halsausschnitt ist abgekettet – geht auch schon deutlich schneller. Schön zu merken, wie so langsam neue Bewegungsabläufe selbstverständlich werden.

19:18
Kinder wieder abgeholt, Essen steht auf dem Herd, noch schnell an die Schultern ran.

19:58
Essen vom Herd geholt, weiter gestrickt, Schulterschrägung abgekettet, letztes Bild für heute:

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Nachher wird noch in Ruhe auf dem Sofa fernsehschauend zusammen genäht. Ich darf gespannt sein …



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