Lieblingsfarbmix

Weil es schon lange nicht mehr so anfing:

EIGENTLICH liebe ich vor allem Blautöne von Blaugrau bis Blaugrün, aber meine liebste Farbzusammenstellung ist Blaurot und Lila. Das kann ein Himbeerrot mit einem kräftigen Amethyst, ein Kirschrot mit einem Aubergine oder ein Dunkelrot mit einem Brombeerton sein – Hauptsache bläulich und kontrastreich.

Nach dem petrolfarbenen Oberteil habe ich nach verbessertem (aber noch nicht idealem) Schnitt ein weiteres in kräftigem Lila genäht. Wochen davor entstand ein Rock aus einem helleren, blauroten Woll-Baumwollmix. Beides zusammen – quel surprise! – liebe ich.

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Nun dürfte man einwenden, dass Röcke gebügelt noch viel besser aussehen und ich habe auch kurz mit mir gerungen, ob ich nur für das Bild das Eisen aufheize. Aber das wäre ja fast schon geschummelt, denn dieser Rock – bislang ungetragen – hing zwei Wochen lang frisch gebügelt in einem Kleiderschrank, der ihm viel, viel Platz bot. Man erinnert sich: ich bin die Frau, die NICHTS zum Anziehen hat.
Und was tut dieser Rock bzw. der Stoff, aus dem er entstand? Er knittert und fältelt. Das Bügeln dieses Stoffes während der Verarbeitung war schon nicht witzig: da fängst du an der einen Ecke an und dampfst und drückst und streichst, bis er einigermaßen glatt zu sein scheint und hebst du ihn nach vollbrachter Arbeit auf den Tisch, dann knittert er schon wieder los. Den fertigen Rock bügelst du an seiner Vorderseite und drehst ihn sanft und liebevoll übers Brett und noch bevor die Seitennaht erreicht ist, ist die Vorderseite schon wieder kraus. Nun saß ich gerade in ihm, stehe auf und habe Falten, die jedem Bügeleisen spotten. Somit ist die Version auf den Bildern das ultimativ Beste, was zu erreichen ist.

Und genau dieses Stoffverhalten verhindert, dass ich den Rock noch einmal trenne: es würde sich nicht lohnen. Warum trennen?

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Kommt etwas mehr Bewegung ins Spiel, so sieht man deutlich: er ist zu weit. An der Taille habe ich locker 4 Zentimeter zu viel, an der Hüfte mindestens genauso viel. Das liegt zum einen daran, dass ich dank Zuckerverzicht (8 Wochen nun!) von zuletzt 61,4 kg auf 58,5 runter gerutscht bin (was sich aber in Zentimetern gemessen ungewohnt wenig zeigt) und zum anderen an der Tatsache, dass ich etwas schlampig und unkonzentriert gearbeitet hatte.
Ich hatte nun also überlegt, alles – Futter, Bund, Saum und Rv – zu trennen und enger zu nähen. Begeistert war ich von der Aussicht nicht. Nachdem ich aber nun den Charakter dieses Stoffes bis in seine dunkle Seele hinein erkannt habe, muss ich mich nicht weiter quälen: das bleibt so und ist damit sicherlich der hübscheste Haushaltsrock, den man haben kann.



10 thoughts on “Lieblingsfarbmix”

  • Ich finde die Kombi gut und der Rock sitzt so wie er soll 🙂 Wir sind ja ständig in Bewegung und der Sitz verändert sich mit jedem Schritt. Mein Cordträgerrock z.B. sieht im Stehen sehr schön aus … im Sitzen geht es gar nicht, kriege keine Luft und sehe sofort aus wie eine Tonne 🙁 Schön, das Dir seit langem mal wieder etwas an Dir gefällt !!

    • Ja, jein, nein, so mittel – ich war jetzt im Rock unterwegs und er neigt dazu, sich beim Gehen um mich herum zu drehen. DAS finde ich so richtig lästig. Aber für Version Nummer drei nehme ich einfach ein klein wenig an den Hüften wieder raus, verbreitere die Gehfaltenzugabe und stelle den Saum noch ein wenig mehr ein – ein Ticken mehr sexy und etwas weniger Mittelalter geht wohl noch 😀
      Aber es geht ganz ganz langsam wieder aufwärts. Nach so vielen Monaten/Jahren wäre das auch schön.

    • Die Strumpfhose lief mir vorletztes Jahr bei Strauss Innovation über den Weg und letzten Jahr hatte ich das Glück, sie dort noch einmal zu finden. Nun muss ich sie hüten, denn die Filiale hat ja dicht gemacht und bis Godesberg ist es mir denn doch zu weit – und wer weiß, ob es sie dieses Jahr noch gibt?

      Die Schuhe, ich muss es gestehen, sind die unbequemsten, die ich besitze. Ich hatte sie für die Trauerfeier gekauft, da musste es einfach nur schnell gehen und dunkel sein …

  • Kompliment, Du sieht gut aus. Genau Deine Farbkombi. Und ich bin schon auf das nächste Rockmodell nach diesem Schnitt gespannt. Hast Du die Gehfalte zu einer Seite gelegt, oder als Kellerfalte mittig ?
    Schönen Sonntag Janine

    • Die Falte ist eine Kellerfalte 🙂 Jetzt kommen erst mal zwei, drei andere Röcke und dann wollte ich diesen hier noch einmal in kariert und in lila nähen.

      Dir auch einen schönen Tag 🙂

  • Besser spät als nie: eine wirklich schöne Kombi, sowohl farblich als auch von den Schnitten.
    Das mit dem sich drehenden Rock ist ärgerlich, aber wenn der Schnitt an sich passt hoffe ich, dass die anderen Versionen zu Lieblingsstücken werden.
    Und Respekt dass du das mit dem Zuckerverzicht so lange schaffst. Kannst du abgesehen vom Gewicht was sagen? Ich habe mir auch mal vorgenommen, Zucker zu reduzieren (nicht um abzunehmen, sondern einfach weil ich den Tagesbedarf doch weit überschreite und das sicher nicht gut ist), aber bis jetzt bin ich doch zu nachlässig gewesen, um das mehr als zwei Tage durchzuhalten.
    Liebe Grüße, ette

    • Zum Zucker: ich habe das bislang etwa 30mal versucht, weil ich in den letzten Jahren immer wieder merkte, dass ich geradezu süchtig auf Süßes reagiere. Einmal naschen und schon hatte ich den ganzen Tag ungezügelt Hunger auf alles und vor allem auf mehr Süßes. So richtig vertrug ich den ganzen Süßkram auch immer weniger: Bauch- und Kopfschmerzen. Aber wie gesagt, ich bekam es nie länger hin als ein paar Tage und dann wurde ich wieder rückfällig.

      Was jetzt anders lief, ich weiß es nicht, aber ich halte es durch bis auf den gesüßten Hustentee der letzten Wochen (da ging es mir dann auch gleich wieder elender und ich musste echt dagegen ankämpfen, wieder Schoki in mich hinein zu stopfen).

      Aber ich fühle mich wirklich besser: ich habe insgesamt weniger Appetit, esse wieder entspannter und automatisch weniger – was gar nicht das Ziel war, aber sich wieder mehr wie ich anfühlt – und der Schmacht nach süß, süßer. am süßesten ist weg.

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