Mea Culpa

Ich habe etwas GEKAUFT. Etwas, dass mit bestem Willen nicht unter Schuhe oder Wäsche abgelegt werden kann. Etwas, das ich hätte selber machen können. Wenn, ja wenn ich nur passenden Stoff bekommen hätte – wir wissen alle, dass der passende Stoff für dieses eine ganz wichtige Kleidungsstück sich niemals in einer unserer Truhen, Schränke, Kartons oder Dachböden befindet. Leider befand er sich auch keinem meiner Stoffhandelshäuser.
Gesucht wurde ein vorzugsweise hellgrau-türkiser Batist. Gab es nicht. Es gab Jersey. Mag ich nicht. Ich mag übrigens auch das Jerseykleid nicht, dass ich vor kurzem hier gezeigt habe – Jersey nähen, bah! Jersey tragen – nur als Top. Jerseytops nähen – echt nicht.

Jerseytop kaufen? Eigentlich auch nicht, aber ich wollte etwas zu diesem Rock. Also lebe ich mit dem Kompromiss. Mit DEM KOMPROMISS. Weiß statt zarttürkis. Jersey statt Batist. Gekauft statt genäht. Zu eng an der Brust, zu weit im Ausschnitt, zu eng an den Armen statt blusig, zart und passend. Aber nun kann ich mich entspannt auf die Suche nach dem passenden Stoff begeben. Oder?

Wenn ich mir die Bilder von heute anschaue, dass weiß ich nicht, ob sich das lohnt. Gestern habe ich offenbar noch 231 Gramm weniger gewogen und er saß wirklich gut, machte einen schlanken Fuß und ich überlegte schon, wie er wohl als Herbstrock in feinem Flanell aussehen könne. Heute rutscht er ein wenig höher und meine Hüft-Bauch-Region scheint sich an ihm zu stören. Andererseits: schaue ich in den Spiegel, sieht das ganz anders aus. Die Kamera stand ein gutes Stück zu tief und das scheint eine Menge auszumachen. Fühle ich mich nun der Bilder wegen unwohl oder geht es mir dank Spiegel ok? Kann ich jetzt nicht entscheiden, muss in zehn Minuten los und den Großen beim Tennis zu sehen – Hurra!

Vielleicht mal in die Kamera schauen?

Oder freundlich gucken?

Die Sonne blendet so und überhaupt – ich mag mich nicht knipsen!

Jetzt schnell die Kinder hetzen – warum muss man Jungs ALLES 22.000 mal sagen und es nützt doch nichts? Strickzeug packe ich auch mal wieder ein. Richtig gehört, ich will mich wieder zurück an die Nadel bringen. Ausgerechnet mit Baumwolle, mit der ich gar nicht gerne stricke. Aber meine Hände schmerzen endlich nicht mehr, das ist schon mal gut! So, schnell, schnell, schnell!!!

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8 thoughts on “Mea Culpa”

  • Doch, Du sollst nach dem grautürkisem Batist weiter suchen. Weil der Rock große Klasse hat und Dir wunderbar steht, nur mit dem weißen Shirt sieht es so … vorhersehbar aus.
    (ich bin gerade einen Blusenschnitt am ausschneiden, aus Burda, und das Thema zu großer/tiefer Ausschnitt beschäftigt mich schon wieder – ALLE Burda Oberteile haben für meine Figur viel zu großzügige Ausschnitte – auch 99% von dem was man kaufen kann – ich kann dafür keine Erklärung finden, zwar habe ich ähnlich wie Du nach vorne zeigende Schultern, aber das kann niemals 5-7 cm ausmachen, oder?)

    Grüße

  • Also erst einmal Danke für die aufmunternden Worte – ihr habt ja auch die anderen Bilder nicht gesehen 😉 Ich denke, der Rock darf beim nächsten Mal ein wenig weiter im oberen Hüftbereich werden, vor allem, wenn es dann auf den Herbst zugehen wird. Aber ansonsten sitzt er gut und er hat eine Kellerfalte!

    Joanna:
    5-7 cm kann ich mir auch nicht vorstellen. Ich neige die äußere Schulternaht um etwa 2 cm nach vorne und nehme am vorderen Armausschnitt noch mal einen knappen Zentimeter weg. Bislang habe ich mich noch nicht getraut, am hinteren Armausschnitt etwas zuzugeben, aber das ist ein anderes Thema, also zurück zum eigentlichen Punkt. Äh, Ausschnitt.

    Ich hätte den Ausschnitt bei diesem Top auch gerne etwas höher, glaube aber, dass das in der Tat eher ein Problem der Weite und weniger der Tiefe sein könnte: bei nach vorne geneigten Schultern ist ja die vordere Breite von Armausschnitt zu Armausschnitt geringer – und gerade bei diesem Kauftop hier merke ich, dass es nur aus “Verzweiflung” nach unten rutscht, weil es an den Seiten keinen Halt findet. Wenn du also die notwendigen Änderungen bei deinem Top-Schnitt machst, und den Ausschnitt sowohl etwas verschmälerst als auch minimal erhöhst, dann könnte das vielleicht eventuell unter Umständen womöglich die Lösung sein … (?) Darüber darfst du dann bitte ausführlich berichten, ja?

    Richtig gut finde ich die Formulierung, dass dieses Top zu dem Rock vorhersehbar sei. Genau das Problem habe ich damit auch! Und außerdem findet weiß bei mir nur selten statt, das bin ich nicht wirklich. Irgendwann einmal, in vielen, vielen Wochen, Monaten oder Jahren werde ich den passenden Batist gefunden haben. Hoffe ich.

  • Liebe Michou, nur kein schlechtes Gewissen! Ist doch schön, wenn man auch im Laden mal etwas findet, was einem gefällt und (einigermassen) passt. Bei mir beschränkt sich das auf Jerseyteile – leider, ab und zu würde ich mir sooo gerne mal eine Jacke oder einen Mantel kaufen. Ich nähe sehr gerne, aber es gibt zeitweilig einfach auch andere Prioritäten.
    Der Rock ist klasse – der hat es verdient, auch noch mit anderen Tops kombiniert zu werden, ob gekauft oder selbstgenäht 😉

  • Liebe Michou,
    ich lese sehr gern dein blog. Ich bewundere deine Nähkünste und deinen Schreibstil, aber eins mag ich nicht. Du kritisierst dich in fast jedem post irgendwie selbst: Gesichtsausdruck stimmt nicht, Figur nicht ok, Kleidungsstücke sitzen nicht usw.usw. …
    Ich nehme nicht an, dass es sich um fishing for compliments handelt und ich wünsche dir ein bisschen mehr ….vielleicht Selbstbewusstsein oder vielleicht ein bisschen weniger Perfektionismus.
    Das klingt so ein bisschen herablassend, soll es aber gar nicht. Du hast keinen Grund immer an dir herumzumäkeln!
    LG
    A.

    • Liebe Annette,

      ah, ein ganz wunder Punkt. Komplimentefischerei liegt mir in der Tat fern; ich kann damit meist nur schlecht umgehen, wenn mir unerwartet etwas nettes entgegen kommt 😉 Es ist wohl einfach nur so, dass ich durch das intensive mich Beschäftigen mit diesem Thema ich manchmal den Blick für das Gute verliere … ich gelobe Besserung, aber da musst du mir vielleicht noch öfter auf die Finger klopfen.

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