Monochrom mit kleinen Fehlern

Fehler eins: blaupetrolfarbene Schuhe sind nicht leichter zu finden als Blaue.
Fehler zwei: Blaupetrol ist mit meiner Kamera nicht einfangbar.
Fehler drei: zu glauben, Bilder ließen sich leicht knipsen, wenn die Kinder in der Schule sind.
Fehler vier: sich eine Katze anzuschaffen, die Türen öffnen kann. Und geschlossene Türen nicht ertragen kann. Und neugierig ist.

Im Grunde sind die folgenden Bilder Katzenbilder, auch wenn sie unsichtbar ist. Kurz vor dem ersten Blitz strich sie mir um die Beine. Nach dem Blitz saß sie auf dem Tisch, bereit, zum Licht zu srpingen. Kurz vor dem dritten Blitz ließ sie von diesem Vorhaben ab und sprang höchst elegant vom Eß- zum Nähtisch; der Selbstauslöser hat sie um maximal eine Viertelsekunde verfehlt. Auf allen drei Bildern habe ich Minusch im Blick … die Zeit ist knapp, gleich muss ich die Jungs abholen und für ausgiebige Knipserei habe ich eh keinen Sinn. Wem sage ich das? Wißt ihr eh, man sieht es leicht.

Die monochrome Idee hält mich fest, sie hält mich seit Jahren, aber so langsam nimmt sie Form an. Heute nicht Aubergine und Pflaume liebend vereint, sondern ein deutlich blaues Petrol in Schattierungen, die sich in der Realität weniger unterscheiden als auf den Photos. Plus eine der drei neuen Broschen: ein Emailschmetterling, der sich freundlich auf mir niederließ – wenn es schon nicht Uni komplett geben kann, kann ich noch weiter herunterbrechen.

Der Rock ist der gleiche wie der Seegrüne der letzten Woche und wieder einmal beweist sich, dass Stoffe ein Eigenleben, eine sehr private Vorstellung von ihrer Karriere haben: beide Stoffe sind 100% Wolle, beide sind in Webstärke und Stoffdicke und -dichte sehr ähnlich. Dieser hier ist samtigweich, ließ sich nähen wie Butter und zeigte schnell: in enganliegend gibt es mich nicht. Muss ja auch nicht, aber er ist deutlich weiter im Tragen als der Andere. Das Maßband behauptet – es muss ein männliches, faktenorientiertes Maßband sein – , dass sei alles Einbildung … Meine Taille weiß es besser.

Pulli ist schon “alt” und sitzt etwas knackiger als vor vier oder fünf Jahren, aber er ist so weich, so kuschelig und vor allem: so petrol!

Der Stoff war übrigens ein Coupon vom Godesberger Stoffmarkt für schlappe 5,-€ – wäre er nur ein paar Zentimeter länger gewesen, so hätte ich aus diesem Luxusstoff sicher noch ein Kleid heraus geholt. Manchmal kann man Glück haben, manchmal nicht – aber ohne diese kleinen Schlappen wären viele Kleidungsstücke, die ich heute gerne trage, gar nicht in ihrer Form entstanden – ich bemühe mich sehr, das positiv zu sehen. Gut, oder? 😉



10 thoughts on “Monochrom mit kleinen Fehlern”

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