Montag – bah!

Heute morgen um 10:15 Uhr hatte ich einen lange aufgeschobenen Zahnarzttermin. Ich kann nicht sagen, ich hätte Angst vorm Zahnarzt. Habe ich nicht. Auch die Schmerzen beunruhigen mich nicht zu sehr (nicht nach zwei natürlichen Geburten). Aber ich – Verzeihung – würge entsetzlich, selbst, wenn ich mir die Zähne putze. Und ich kann nicht gut durch die Nase atmen, denn vor über zwanzig Jahren sind die Schleimhäute stark angegriffen worden und seitdem habe ich einen leichten Dauerschnupfen. Auch der Knoten in der Schilddrüse sorgt manchmal für Schluckbeschwerden.

Und all das ist der blanke Horror, wenn ich auf dem Zahnarztstuhl mich krampfhaft bemühe, entspannt Luft zu erhaschen und den Mund zugtunnelweit zu öffnen, während mein Würgereiz auch mitspielen möchte. Entsprechend nervös rannte ich das Wochenende herum. Bzw. rannte eben nicht herum, sondern habe am Samstag mich mit Strickzeug und einem Buch von der Sonne verbrennen lassen und am Sonntag einen Burda-Downloadschnitt bearbeitet. Allein an letzterem kann man ablesen, dass ich dringend Ablenkung brauchte.

Denn ich hasse diese Downloadschnitte. In diesem Fall waren es 27 Seiten, die ausgedruckt und aneinander geklebt werden mussten. Und dieses Kleben ist gräßlich, denn so ganz treffen die Linien nie aufeinander. Dann kommt das Anmalen der Nahtzugaben – womit zumindest bei mir der Schnitt nicht genauer wird und das gleichzeitige Verbinden zweier Größen. Zuletzt ausschneiden, auf den Stoff stecken und drumherum schneiden. Was mit dem dicken störrischen Briefpapier auch nicht das größte Vergnügen ist. Meckermeckermecker. Aber es hat seinen Sinn erfüllt, denn der Gedanke an den Zahnarzt war weit, weit weg.

Als ich im letzten Jahr noch Abonnentin war, gab es pro Heft einen Schnitt online umsonst und ich habe mir die meisten auch heruntergeladen. Unter anderem gab es im Märzheft eine der ersten Karottenhosen. Und lacht mich aus, aber nach all den engen Hosen fand ich das zumindest nett 😉 Mittlerweile hatte ich zwei oder drei Modelle in Geschäften anprobiert – ich bin wohl nicht einzige Heimschneiderin, die in den Kabinen von Zara, H+M und C&A Schnitte testet, bevor sie kostbaren Stoff zerschneidet, oder? – und habe dann gestern losgelegt. Neugierig?

Das Original, mit Reißverschlüssen an den Knöcheln:

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Meine Version, ohne Reißverschlüsse:

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Nicht nur die Reißverschlüsse fehlen, sondern die Hose ist auch ein gutes Stück weiter als auf dem Bild zu erkennen. Schön luftig dürfte das sein und je öfter ich sie mir ansehe, umso mehr gewöhne ich mich an dieses neue Bild. Bequem ist sie auf alle Fälle!
Nur: ich kann mich nicht entscheiden. Will ich die Hose lang haben oder lieber nur bis an den Knöchel heran, so wie diese Art Hosen im Augenblick überall zu sehen und zu haben ist? Eure Meinungen sind wie immer herzlich willkommen.

Der Stoff ist übrigens eine Baumwolle mit Leinenstruktur in einem dunklen Lila/Nachtblau. Den gleichen Stoff habe ich auch in Dunkelblau, beide kaum voneinander zu unterscheiden. Das hat mir bei der Wahl dieses Schnittes sehr geholfen; sollte diese Hose ein Disaster sein, so bleibt mir noch der andere Stoff über.

Insgesamt habe ich an dieser Hose samt Ausdruck von 10:00 bis 18:00 gesessen, mit Pausen fürs Kochen, Essen, Staubsaugen, Lesen und Sonnen, also netto etwa 6 Stunden. War also nicht so schwer.

Heute morgen bin ich trotzdem mehr als nur nervös aufgestanden; so nervös, dass mir nicht aufgefallen war, dass Tommy’s Augen seit gestern noch stärker gerötet waren. Kein Wunder, Steve hatte heute das Fertigmachen der Jungs übernommen. Ich hatte sie eben im Kindergarten abgeliefert und war nach Hause gekommen, um all mein Münzen und Karten für den Zahnarztbesuch zusammen zu raffen, als das Telefon klingelte; ich möchte Tommy doch bitte sofort abholen, da im Kindergarten eine aggressive, hoch ansteckende Bindehautentzündung umliefe und er sie offenbar habe. Zum Zahnarzt durfte ich ihn nicht mitnehmen (habe extra nachgefragt), die Zeit, Oma und Opa zu erreichen und dort abzuliefern, war schon zu knapp und so muss ich das ganze Theater mit Zittern und Zagen, Bibbern und Bangen noch einmal knapp zwei Wochen aushalten. Und das wird nicht der letzte, sondern nur der erste von vielen solchen Terminen sein. So schön es um 10:15 war, hier und nicht dort zu sein, so gräßlich ist das Gefühl nun – denn jetzt hätte ich es schon einmal hinter mir …


Und weil ich gerade beim Bildermachen war: das war mein Ich-bekämpfe-meine-Zahnarztangst-Outfit. Der Rock ist auch schon vor etwa drei Wochen entstanden, den Schnitt habe ich mehr oder weniger selbst gezeichnet. Das Knittern ist bei Baumwolle wohl nicht zu vermeiden, vor allem nicht, wenn man die ersten zwei Stunden des Tages im Auto verbringt.

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4 thoughts on “Montag – bah!”

  • TITLE: ich finde es irgendwie ungerecht
    Dir steht sogar Karottenhose. Ich meine zwar weiterhin dass diese Form von Hosen verboten sein soll, aber jetzt gibt es eine Ausnahme 😉

  • TITLE: Das wollte ich hören!
    Jetzt muss ich nur noch heraus finden, wo mein Knöchel in dem ganzen Stoff ist – ich habe die so sehr lang zugeschnitten, dass ich jedes Mal den Überblick verliere …

  • TITLE: Gar nicht ungerecht 😛
    Irgendwas muss mir ja auch stehen. Und soll ich dir was sagen? Uns kommt diese Hosenform einfach nur sehr fremd vor, weil es so lange nur engsitzende Hüfthosen gab. Aber ich glaube, gerade bei uns Mädels mit mehr Hüfte (habe ich erzählt, dass es da weiter wächst? Bin momentan bei knapp 97 cm. Vor einem Jahr waren das 91 cm) Und soll ich dir noch was sagen? Find ich echt gut!) ist das mit den vielen Falten ganz schön – wer soll da schon sehen, was nur Stoff und was Fleisch ist? ;-))))

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