Multitasking

Jetzt muss es schnell gehen: ich möchte heute Vormittag noch an einem Kleid nähen, das Design für einen neuen Pulli fest legen, zwei Zeitschriften und ein Buch ansehen und dazu schmoren auf dem Herd zur Zeit einige Champignons – mein Frühstück wird heute aus einem Rührei mit selbigen und einem frisch-knusprigen Brötchen mit Mozarella und Putenbrust bestehen, dazu eine Tasse Mango-Zimt-Tee. Hmmm …

Aber dennoch bin ich hier und verfasse einen schnellen Beitrag, bevor mich gar niemand mehr kennt 🙂 Zeigen kann ich einen Pulli, der schon seit Cornwall fast fertig auf den Nadeln in meinem Korb herum lag – ich habe mich viel zu oft von anderen Projekten abhalten lassen. Gestrickt ist er aus der blauen Babymerino von Wolle Rödel. Und das ist mal eine wirklich weiche schöne Wolle – sonst bin ich kein großer Rödelfreund.

Wie ihr seht, versuche ich ganz gerade zu stehen. Was sichtbar meine ganze Konzentration fordert, daher der glasige Blick. Jetzt mal näher ran, schon weniger gerade:

Ich kann nicht gerade stehen, das ist zu albern:

Den Pulli hatte ich schon einmal gestrickt, damals in hellgrauer Baumwolle.
Diesmal habe ich auf das Bindeband verzichtet und den Ärmeln ein zur Naht hin schmäler werdendes Bündchen verpasst.

Dann ist da noch ein kleiner, feiner Pulli aus hellgrau-melierter Zarina – butterweich, hat einen schönen, ganz dezenten Schimmer und gestrickt mit viel Liebe – ich wollte dem Grau so viel Struktur wie möglich verleihen. Das Vorderteil ist in der sehr breiten Mitte glatt gestrickt, damit das Garn auch pur wirken darf. Links und rechts davon gibt es einen schmalen Streifen im kleinen Perlmuster, dann folgt ein Doppelzopf mit, um in den Seiten zum großen Perlmuster überzugehen. Mag ich.
Das Rückenteil besteht komplett aus dem großen Perlmuster. Und da geschah etwas, was ich noch niemals zuvor erlebt oder auch nur gesehen hatte (auch eine ebenfalls strickende Freundin konnte sich nur wundern, was sie ausführlich und überzeugend tat). Der Rücken ist komplett, vollkommen, total, absolut verzogen. Und ich kann euch versichern, dass sämtliche Ab- und Zunahmen gleichmäßig gestrickt sind.
Mutig, wie ich nun einmal bin (Fearless Knitting, nicht wahr?) habe ich dennoch alles zusammen genäht. Von vorne ist es sichtbar, aber so dezent, dass ihr euch fragen könntet: “Bin ich das oder ist das Ding irgendwie schief?”

Von hinten stellt sich dieser Zweifel an der eigenen Wahrnehmung nicht mehr:

Ähm, hallo?!? Irgendeine Erklärung?
Angezogen muss ich etwas zuppeln, bis er sitzt, dann ist es unsichtbar und verrutscht auch nicht. Aber noch muss er gewaschen und geblockt werden, da werde ich ihn schon in Form zwingen. Denke ich …

So, die Champignons dürften schon auf mich warten, jetzt schnell in die Küche.
.



2 thoughts on “Multitasking”

  • Das mit dem Verziehen habe ich schon mal gelesen. Ich glaube das liegt daran wie du rechte/linke Maschen strickst… und wird daher nicht zu ändern sein (außer ein anderes Muster zu stricken).

    LG Steffi

  • Hi Steffi,

    von der Theorie habe ich auch schon gelesen, und ich fände sie einleuchtend, wenn ich nicht schon mehr als ein Dutzend Pullis, Jacken und Schals in eben diesem Muster (einmal sogar mit diesem Garn) gestrickt hätte. Von denen sich kein einziges Teil irgendwie verzogen hätte.

    Und dazu müsste sich das ja in sich auflösen, denn es ist ja nicht in Runden gestrickt, sondern hin und zurück. Sollte mein Stich also in eine Richtung driften, dann würde er das ja auf beiden Seiten tun 😉 Das Ergebnis bleibt also verwundernswert, sozusagen. (Immerhin stricke ich seit – ähm – 30 Jahren.

    Beim Waschen und Ausbreiten übrigens lag er sofort sehr gerade.

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