Niedlicher Krankenhauskittel an älterer Dame

Ha! Ho! Ja! Juhuu! Ich habe genäht. Und das irgendwie erfolgreich. Wenn ich nicht zu kritisch bin, was ich mir gerne verkneifen möchte, nachdem so ziemlich alles, was ich in den Wochen seit Anfang Dezember nähte, eher … also irgendwie … nun ja … also eben nicht ha ho ja juhuu war. Was nicht verwundern dürfte, nachdem ich zumindest ein Dreivierteljahr nichts mehr nähte und das davor auch nicht zu berauschend war.

Ich habe also meine Bridget herausgegriffen; meinen ersten Schnitt nach der Bunka-Schnittaufstellung. Eigentlich eine sichere Bank, denn die drei Blusen nach diesem Schnitt trage ich gerne und oft. Nun sind diese aber aus einer weichfliessenden Viskose gefertigt, die das Problem, das ich mit Bunka habe, geschickt umspielen. Bei meinem Grundschnitt nach dieser Methode befindet sich nämlich gerne zuviel Stoff zwischen Schulter und Brust. Nicht in der Weite, nicht in der Länge, sondern irgendwie in der Diagonalen. Was – wie ich finde – ganz typisch für die japanische Gewohnheit ist, alles etwas körperferner zu tragen. Schaue ich nämlich in die Mrs. Stylebook-Hefte, so finde ich diese Weite sehr oft auf den Bildern. Weshalb ich, will ich ein tailliertes Kleid nähen, eben doch zu meinem Pepin-Block greife.

Aber nun mit dem Konstruieren beginnen, das wollte ich mir nicht zumuten, daher also meine Bridget. Aus einem Baumwollstoff, der zwischen Popeline und Batist liegt. Nach dem Waschen mehr Popeline als davor, was ich sehr verblüffend finde. Da fließt also nichts – und ist dennoch tragbar und perfekt für Haushaltstage. Weil nämlich pflegeleicht, irgendwie luftig (von wegen Wechseljahrshitzeflashs – oberätzend!) und irgendwie angezogen, ohne im Weg zu sein.

 

Also … Die anderen Versionen machen deutlich schlanker als die etwas zu eigenständige Baumwolle. Aber da ich mich gerne etwas schlaff fühle, ist es doch nett, wenn wenigstens der Stoff Haltung zeigt, oder? Doch er zeigt auch die Problemchen: Neben der schnittbedingten Stofffülle zeigt er auch, dass ich Blödsinn eingebaut habe. Ich dachte im Sommer vorletzten Jahres nämlich, der Brustabnäher, der aus dem Armloch kommt, der dürfte ruhig schmäler werden. Ich hatte ja abgenommen und manche BHs passten nicht mehr so gut und so habe ich ihn und die Schulter also angepasst, so dass die Form erhalten blieb und ich meinen körperlichen Veränderungen Rechnung trug. Dabei habe ich die Brustspitze auch gleich etwas gesenkt. Tja, wie das so ist im Laufe der Jahre.

ABER es war nun Weihnachten und so und man sieht es ja: Da bin ich wieder bei den 2 kg mehr. Da darf der Abnäher gerne wieder mehr wegnehmen und ehrlich gesagt, war diese Änderung eh dämlich, denn in Relation hatte sich an meiner Oberweite nicht so viel geändert, als dass ich anderthalb Zentimeter hätte einsparen können! So, alles Blödsinn, was ich mir damals dachte. Und noch blöder, das einfach mal so zu übernehmen. Doch wie gut, dass ich das mit diesem Stoff so schön sehen kann und ich nicht mit großer Liebe an ihm hing.

Hier sieht man es noch besser, dass die Abnäher mehr Weite geben müssten. Die schrägen Falten in der VM allerdings darf man getrost ignorieren – es ist ja doch noch hübsch frisch und so trage ich ein kuschliges Hemdchen darunter, an dem die Tunika ein bisschen klebt.

Ja, und ein Schlankmacher sind ja etwas mehr Busen und weite Oberteile auch eher nicht, aber ehrlich: Wen kümmert’s?

Und natürlich noch das Beweisbild für die innewohnende Niedlichkeit meines Kittels – ich mag nicht so aussehen, doch ich fühlte mich ganz kindlich süß, als ich mit der einen Rüsche vorhin an der Limonadenflasche hängenblieb. Macht also nicht schlank, aber voll jung!!!

 

Aber das Wichtigste ist erstmal: Ich habe etwas zu Ende bekommen. Und das ist schon mal schön, nach all der Sofahockerei mal wieder am Nähtisch zu sitzen. Das habe ich mir fest vorgenommen: Sonntags wird genäht, montags das Haus auf Vordermann gebracht, dann habe ich noch immer fünf Tage zum Schreiben. Das muss doch reichen!

Und weil ich so stolz bin, endlich mal wieder meinen Blog mit Sinnvollem zu befüllen, nehme ich mal am MMM teil.

 

Diese Beiträge könnten dich interessieren:



5 thoughts on “Niedlicher Krankenhauskittel an älterer Dame”

    • ABER mich stören dumme Fehler halt doch immer. Und im Grunde ist Hausarbeit ja schon das größte Ereignis meiner Tage, denn ansonsten bastele ich Cover oder schreibe und dafür braucht es eigentlich nix als Leggings und Kuschelpullis 😀

    • Nichts als überspielte Panik vor der Kamera – das hat sich nicht geändert 😀
      Aber ich hoffe, demnächst gibt es auch noch Besseres hier.
      Schön auch, dich zu sehen!

  • Ich glaube, ich brauche deine Waschmaschine, wenn sie die Stoffmenge nach der Wäsche erhöht, : ).
    Du bist mal wieder viel zu kritisch mit dem armen Blüschen; ich sehe eine locker-lässige Bluse mit hübschem Ärmeldetail, in der man sich sicher den ganzen Tag lang wohfühlt und dabei auch noch nett angezogen ist.
    LG von Susanne

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Einverstanden

Please leave these two fields as-is:

Protected by Invisible Defender. Showed 403 to 535.123 bad guys.