Noch mal schnell in die Kuschelecke

Eine Woche lang habe ich den fertigen Pullover auf dem Waschstapel vor meiner Nase liegen lassen; ich konnte mich nicht aufraffen. Ganz dumm, dass ich ihn dann – fast trocken – über die Puppe stülpte, weil ich a) dachte, es wäre doch eine gute Möglichkeit, ihn in Form zu blocken und b) ihn im Wohnzimmer, das muckelig warm ist, statt im Badezimmer, das eher frostig ist, zu trocknen – ginge doch viel schneller. Ging es auch, aber das Garn (Sublime extra fine Merino 4ply – natürlich auch schon wieder aus dem Programm genommen und seit Jahren in meinem Vorrat) ist eines von denen, das beim Waschen sehr weich und nachgiebig wird. Vor allem, wenn man es über eine Puppe spannt. Ich befürchte, ich werde den Pulli heute abend noch einmal waschen und trocknen müssen; ich habe es mit dem Dehnen an Taille und Schulter einfach übertrieben.

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Besonders glücklich bin ich gerade nicht: diese Bilder schmeicheln mir zur Zeit sogar noch. Wieder eine Nacht mit wenig Schlaf, dazu kommen irgendwie Schwierigkeiten mit meinen Tabletten bzw. der richtigen Dosierung, ständige Müdigkeit und elende Albträume – bah. Dass der Pulli nun am Hals und an der Taille zu weit ist, hilft auch nicht wirklich. Die figürlichen Veränderungen kommen auch noch dazu – eigentlich bin ich mit den Veränderungen gar nicht unzufrieden, aber in Röcken, die älter sind und meinem damaligen Zustand angepasst sind, ist das anders: geht ja gar nicht mehr. Der Rock wurde nach Sichten dieser Bilder sofort auf den Stapel der aussortierten Kleidungsstücke gelegt – zum Wegwerfen eigentlich zu schade. Aber zum weiter Tragen bin ich MIR zu schade.

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Also trotz absoluter Fotounlust eine zweite Runde mit dem Faltenrock aus gleichem Stoff. Leider mit falsch gebügelten Falten: ich hatte diesen Rock komplett in einer Schublade vergessen, weshalb auch immer. Die Falten wieder dorthin zu bekommen, wo sie mal waren, ist mir nicht gelungen. Grrr. Aber darin fühle ich mich deutlich wohler. Nicht aber vor der Kamera, wußte heute gar nicht, wohin mit mir.

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Mal die Details ein wenig näher. Alles ein wenig überdehnt, was wirklich, wirklich dumm von mir und ich weiß es doch besser. Was vielleicht auch auffällt – es wird delikat – ich habe diesen BH-Einheitsuniformlook unendlich satt. Nein, ich will keine gepaddeten T-Shirt-BHs mehr haben, die jede Oberweite in die gleiche runde Form ohne jede Erhebung (man traut sich ja kaum noch zu denken, zu sagen oder gar zu schreiben, dass es so etwas wie Brustwarzen gibt – und das, obwohl man damit zwei Menschlein ernährt hat) presst. Vielleicht liegt es nur daran, dass diese runde Form so gar nicht zu dem passt, was ich trage und mag, aber bequem finde ich es auch nicht. Zwar ist meine natürliche Form durchaus rund und nicht spitz, aber nein, ich mag es nicht.
Nun ist es aber eines, zu sagen, ich mag das nicht und etwas ganz anderes, sich nach ja nun bald 15 Jahren um zu gewöhnen. Auch, was die Bilder anbelangt. Mit diesen ungepolsterten BHs wirkt mein Oberkörper deutlich zarter; eigentlich ein Fakt, den ich gerne zu verbergen suche. Aber irgendwie, wenn es nicht gerade Fotos sind, sondern der Blick in den Spiegel, gefällt es mir besser. Verblüfft bin ich, dass das an meinen Maßen nichts geändert hat: obwohl meine Oberweite kleiner wirkt, bleibt es bei den 91 cm. Was eigentlich will ich damit sagen? Ich weiß es nicht, ich weiß heute nicht so genau, was ich will und mag und meine. Vielleicht sollte ich einfach mal drei Stunden schlafen?

Eines habe ich noch und vielleicht mache ich mich heute abend an den Schnitt für ein 20er-Kleid, was ja schnell ginge: mehr als das Oberteil und das Hüftband muss ich kaum zeichnen, das Rockteil war damals selten mehr als ein Rechteck, das nach Wunsch und Laune an das Oberteil drapiert und gestichelt wurde. Seit wenigstens 4 Jahren liegt dieser Stoff in meinem Schrank und ich denke, er ruft nach den 20ern, oder?

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So, nun habe ich eine halbe Stunde hier herum getippt, ohne viel Sinn und Verstand, sehe immer noch aus wie eine Hexe und werde mich jetzt wirklich hinlegen. Wer ein wenig Jugend und Frische für mich übrig hat, sei mir sehr willkommen 😀

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19 thoughts on “Noch mal schnell in die Kuschelecke”

  • Liebes, du siehst munterer als ich aus ;0) Wenn du meine derzeitigen Augenringe sehen könntest.
    Gestern, als ich deinen Eintrag las, dachte ich spontan, he, die 20er und 30er sind ja figürlich mein Jahrzehnt. Dennoch fühle ich mich darin nicht wohl, ich habe das Gefühl noch gerader darin auszusehen.

  • Meine Liebe – aber der Pullover ist doch gut. Wo ist das denn überdehnt? OK, erkennen kann ich noch das Taillenbündchen, aber oben rum? Und überhaupt, das sagte ich schon mal, geh mal zu Sewy und näh Dir deine Wäsche selber 😉
    Und was ist das für ein toller Stoff an der Puppe? Der sieht ganz leicht und fließend aus. Ich bin gespannt.

    Liebe Grüße

    Sabine

    • Ich merke das vor allem unter den Armen. Obwohl, nein, es ist rundum. Das sieht man auf den Bildern nicht so sehr, aber es ist ingesamt etwas zu weich geworden.

      Der Stoff ist ein Polychiffon, den ich damals bei Alfatex bekommen hatte. Eigentlich nicht ganz meine Farbe mit Schwarz und Beige und einem Blaugrün, das etwas zu grün ist. Mal schauen, wie das wird.

    • Es ist einfach der Blick in den Spiegel und die Bilder. Ich sehr gerade ausgesprochen verbraucht aus und fühle mich auch ein bißchen so und dann mache ich so doofe Fehler 😛
      Und ich hatte ja letzte Woche augemistet und war dabei noch zu zaghaft 😀 Ziemlich leer jetzt, es hat doch sehr wenig noch gepasst …

  • Ich mag den Pullover und ich will das 20er Ding an dir sehen! Hopp Hopp! Nicht lange rumüberlegen und ausruhen!
    Wie hieß es gestern in einer TV-Serie: wenn wir uns jetzt nicht auf die Schuhe spucken, könnten wir arbeiten! Also Abmarsch!
    Und nur noch mal für das Protokoll: du bist keine Hexe (damit kann ich wohl gerade eher dienen)!

    Drück dich!

    • Ach, du bist ja wieder so sensationsgierig 🙂 Gut wäre ja auch, wenn es denn warm würde … ich plane ja das Schlichteste vom Schlichten – also mit ohne Ärmels 😀

      Aber ich strenge mich an und doch, ich bin Hexe. Du nicht, du bist höchstens ein wenig aus der Bahn geworfen 🙂

  • ich muss doch noch auf das Ausmisten zurückkommen … wie denn, Du schmeisst die wunderbaren Werke die Du mit eigenen Händen geschaffen hast, die Unikate WEG?! einfach so? (Erklärungsversuch – für mich sind meine genähten Sachen irgendwie wertvoll, auch wenn misslungen …. ich hadere immer sehr lange mit mir bis ich dazu reife etwas wegzuwerfen … davor gibt es auch Versuche das misslugnene/nicht passende Stück abzuändern bzw. Abzunehmen um wieder reinzupassen …. komischerweise zum Gestrick habe ich keine so pietätvolle Einstellung, was nicht gelungen ist oder nicht getragen wird, wird aufgetrennt).

    schlaf gut 🙂
    J.

    • Bin wieder wach 😀 Oder so ähnlich …

      Ja, wegwerfen möchte ich sie eigentlich nicht, wobei ich das bei Dingen, die alles erfüllen – nicht mehr passend, nicht mehr schön, nicht mehr geliebt – doch tue. Der Rock ist aus einem schönen Stoff, leidlich gut verarbeitet, aber passt halt nicht mehr. Was also tun?

      Strick bin ich nun wieder zögerlicher: ich habe schon mal Teile verkauft, wenn sie viel zu klein wurden. Aber an denen hänge ich mehr, stricken ist eben doch irgendwie persönlicher.

  • ….danke für Deinen lieben Kommentar !!!!!!! Ich mag das Pullöverchen sehr, kann keine Labberigkeit sehen!?
    Und…das kenne ich mit den Klamotten, die plötzlich nicht mehr zu einem passen….ganz schnell weg damit 😉
    LG EVA
    PS. Mut zu haben zu gewissen Schritten ist nicht das Leichteste, es hat bei mir auch eine Weile gedauert. Aber ich bereue keinen einzigen Schritt und es geht niemals mehr zurück. Herrliches, befreites Gefühl!

    • Aber bitte, kam von Herzen 🙂
      Die Schlabbrigkeit kann man auch kaum sehen, an den Schultern vielleicht ein wenig und auf manchen Bildern ein bißchen an den Bündchen – es ist mehr so ein Tragegefühl: fast schon wie Jersey und das wurde im Laufe des Tages auch immer weiter und knüseliger. Gewaschen ist er nun nochmal, aber zum anprobieren bin ich noch nicht gekommen.

      Und ich sagte es ja schon: Respekt! Steht dir auch gut und man sieht es dir auf den Bildern auch an. Hoffe jetzt wirklich, dass wir wieder mehr voneinander hören:-) Schönes WE euch!

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