Pläne, Pläne, Pläne!

Eigentlich sollte ich schreiben plänchen, plänche, plänchen – ganz klein und unauffällig. Ich habe vor, heute endlich wieder einmal zu nähen. Wahrhaftig. Gut, am besten und ehesten sollte ich die Bluse beenden, der nur ein Ärmel und ein bißchen Saum fehlt. Aber dazu ist es viel zu heiß und irgendwie … sie reizt mich gerade nicht.

Dafür reizt mich umso mehr ein Sommerkleid in türkis. Was sage ich türkis; der Stoff ist knallbuntpengtürkis. Und dazu transparenter als erwartet. Wie kommt es, dass der Großteil meines sommerlichen Stofflagers minimalst blickdicht ist? Bei zu erwartenden Temperaturen an die 40°C: möchte ich da ein gefüttertes Kleid tragen? Gelten da nicht andere Regeln? Sprich: wenn die Hälfte der Menschheit in allerknappsten Shorts herumrennt, stört es dann wirklich – mich oder harmlose Passanten – dass mein Kleid je nach Lichteinfall, Passantenaugenhöhe, Windbewegung und was sonst eine Rolle spielen mag, also dass mein Kleid nicht meine Beine verbirgt? Ab wann ist transparent zu transparent und bilde ich mir nur ein, dass das temperaturabhängig ist?

Andererseits: wenn es so heiß ist, gehe ich freiwillig eh keinen Schritt vor die Tür und schon gar nicht dahin, wo sich die Masse Mensch bewegt. Um von der Küche zum Wohnzimmer zu spazieren kann ich auf allerfeinste Wohlanständigkeit vielleicht einmal verzichten. An diesem Punkt meiner Überlegungen angelangt, werde ich binnen Minutenfrist zum Bügeleisen greifen und den sehr türkisen, wenig blickdichten Stoff glätten und danach mit dem Zuschnitt beginnen. Da es draußen bedeckt ist, könnte es sogar geschehen, dass ich nicht in mein mittägliches Hitzeschlapptief verfalle und heute noch ein Kleid fertigen werden. Also fertig fertigen. Zwar muss ich mich zwingen, stattdessen nicht weiter am virtuellen Studioauftritt zu feilen – aber eine Auszeit von der Werkelei, Denkerei, Rechnerei und Besorgerei der letzten Wochen ist für meine geistige Gesundheit unbedingt erforderlich.

Für eifriges Daumengedrück, auf dass ich heute abend ein türkises, unanständiges Hausgewand haben werde, wäre ich dankbar.



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