Regenblauer Rock an einem Sommertag

Gut, im Augenblick zeigt das Barometer noch 23,8 Grad, was diesen Tag nicht als meteorologischen Sommertag qualifiziert. Allerdings liegt das Meßgerät im Schatten, insofern …

Ist ja auch egal, denn es ist warm und sonnig und kurz bevor ich mich auf dem Weg machte, den Großen vor der Schule abzufangen, um mit dem Kleinen und dem Großen – und wie es sich heraus stellte, mit einem Klassenkameraden des Großen – ein Eis essen zu gehen, stellte ich mich in den Garten zum Rockknipsen. Eis zum Mittagessen. Ja, das ist nicht gesund, nicht ausgewogen und auch nicht vegan, weshalb ich mein Eis auch nur halbherzig genoß; viele werden wohl nicht mehr folgen – ich bin so was von auf dem Absprung, was das “nur” Vegetarische anbelangt. Meine Fallen sind noch Käse und Eis und sehr selten Schokolade. Ansonsten: für mich bitte keine Tierquälerei mehr aus rein genußtechnischen Gründen. Vielen Dank!

Aber auch darum ging es ja gar nicht, es geht um einen neuen Rock. Neu, hahaha, ist ja schon einige Wochen fertig. Hing aber immer entweder auf der Puppe oder aber unter der Bügelwäsche. Wie er da hin kam: ich weiß es nicht. Angeborene Faulheit? Also bei mir, nicht beim Rock. Ihm kann ich nur eine angeborene Weite bescheinigen: die Taille kann ich gute vier bis fünf Zentimeter wegziehen. Könnte man natürlich ändern. Wäre man – wer immer dieses ominöse “man” auch sein mag … – bereit, einen sorgfältig angebrachten Beleg mit zierlich zurückgeschnittenen Nahtzugaben wieder abzutrennen. Dieses “man” klingelte bis heute nicht an meine Türe, somit bleibt der Rock, wie er ist: auf Zuwachs.

Wenn ich mich richtig erinnere, ist der Stoff ein Gabardine von Butinette mit der Farbbezeichnung “rain” – ein wunderschönes Mittelblau mit einem leicht türkisgrünem Einschlag. Der Schnitt ist der aufgedrehte Rockgrundschnitt mit einer Kellerfalte oder vielmehr einer eingelegten Mehrweite in der VM.

Bluse ist mittlerweile zwei Jahre alt und ja, etwas knapp? Zumindest so knapp, dass ich die Abnäherfältchen etwas öffnen sollte. Also nicht ich, das unbekannte “man”, so es denn vorbei kommt. Ich vermute da eine Verwandtschaft zu den kölschen Heinzelmännchen. Wenn ich allerdings die Knöpfe bis zur Brusthöhe offen lasse, lässt sich atmen. zusammen mit dem hochgestellten Kragen ergibt sich eine neue Silhouette und da will ich mal nicht pingelig sein: im Vergleich zu dem, in was manch andere sich hineinquetschen, geht es noch.

Das größte Problem heute, abgesehen von den Hausaufgaben, die ich zeitgleich zum Bloggen zu überwachen habe, war aber das Knipsen der ersten diesjährigen Gartenbilder. Erst einmal die Suche nach dem passenden Platz für die Kamera unter Berücksichtigung von Bildhintergrund, Lichtverhältnissen und im Weg stehendem Gartenkrams. Und dann kommt ein Windstoß und/oder der Selbstauslöser knipst innerhalb von 4 Sekunden 5 Bilder. Da war nicht viel passendes bei. Die besten drei unter den Schlechten sind die folgenden:

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Positionswechsel nicht schnell genug vorgenommen.

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Ja, die Taille ist zu weit und man sollte sie nicht nach vorne ziehen – soo viel Bauch habe ich nun doch nicht!

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Noch mitten in der Drehung und vom Winde verweht.

Die drei besten – was nichts heißen will, aber der Rock ist doch immerhin irgendwie zu sehen und die Bluse zu erahnen:

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Besser kann ich es halt nicht, meine Talente liegen woanders.

Dann soll diese Woche hoffentlich noch das blaue Tüpfchenkleid folgen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Nachdem ich am Freitag lange gearbeitet habe, am Samstag einen absolut wunderbaren Tag mit zwei Busenfreundinnen verbringen durfte inklusive Lästerspaziergang über den Rheinauenflohmarkt und stundenlangem Lachen auf dem roten Sofa, am Sonntag erst mein Bruder samt angetrauter Gemahlsgattin, zurückhaltendem Neffen und Babynichte uns besuchte (sie ist goldig, schmusig, klug und macht mich doch neidisch!) und der Nachmittag bei Freunden im Garten verbracht wurde – ja, also nachdem dieser Schachtelsatz sich nun seinem zu erahnendem Ende nähert, nun da blieb nicht allzu viel zeit für das Kleid. Leider genug am Sonntagvormittag, um festzustellen, dass im Rücken schon wieder was nicht stimmt. Was ich neulich prophezeite: immer sieht der Rücken zu lang aus, immer kann ich etwas wegstecken. Also habe ich den Schnitt geändert und den Rücken um enorme 8mm gekürzt. Ist nun zu kurz, was sonst. Wobei es auch am neuen Rockteil liegen kann … da werde ich wohl nachher oder morgen mal basteln und spielen.

Nun genug der langen Rege, in einer halben Stunde erwarte ich besten Freundinnenbesuch, da sollte ich vorher noch ein wenig Wäsche falten, damit dieser Tag hier einen hausfraulichen Anstrich erhält, bevor der grimmige Gatte heimkehrt vom Tagewerk 😀

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