Richtig schräg

Lasst mich euch schnell den fertigen Pulli mit Diagonalrippen zeigen. Eigentlich gehört er über eine Bluse (die ich mal nähen müsste), aber gestern morgen war es im Haus zu warm und so dürft ihr euch an einem sehr tieefffemmm Ausschnitt erfreuen. Oder so ähnlich. Dazu ist der Kampf mit der neuen Kamera schön dokumentiert und die seltsamen Größenbezeichnungen der Gürtel einer Billigkette. Den ersten Gürtel, den ich in der Hand hatte, bekam ich – da in XS! – nur mühsam geschlossen. Also habe ich zu S gegriffen – allerdings ein anderes Modell. Aber die Farbe wollte mit, unbedingt. Zuhause dann, natürlich nach Entfernung des Preisschildes, stellte sich S als viel, viel zu groß heraus. Sogar neue Löcher musste ich stanzen. Hat irgendjemand einen Tipp, wie ich den Gürtel aus Kunstleder (Vegetarierin, die ich bin!) kürzen kann?

Ach, ich kann mich heute gar nicht ausdrücken, posten überfordert mich gerade. Zurück zum Pulli:
Das verwendete Garn ist Regia Silk vierfädig in der Farbe Lagoon (die, wie sollte es anders nicht, nicht mehr hergestellt wird und auch nirgendwo mehr zu finden ist – da habe ich noch knapp drei Knäuel, mit denen ich nichts anfangen kann, bah! Hat noch jemand zwei davon, die nicht benötigt werden?) und es strickt sich herrlich. Beim Waschen wird das Strickstück minimal weiter, das kann aber auch dem extremen Rippeneffekt zuzuschreiben sein.

Die Kamera ist für mich unvorhersehbar in ihrem Verhalten, man kann 20.000 Dinge einstellen, nur selten allerdings gelingt es mir, ein scharfes Bild zu erwischen. Oder eines, das farblich so wäre wie dasjenige davor oder danach. Dazu fühle ich mich sogar alleine in meinem Wohnzimmer vor der Kamera gerade gar nicht entspannt – dann neige ich sehr dazu, mich schief (also Hüfte raus) aufzubauen. Ähm, ja, wenn man keine Kurven hat, ist das eine gute Methode, sie zu zaubern. Hat man hingegen gut Hüfte, dann … – gibt es bessere Positionen 😉 Auch die Suche nach dem besten BH ist nur mäßig erfolgreich: der hier rutscht auf Stufe eins hoch, auf Stufe zwei drückt er sich ganz schön ein und irgendwie mag ich das zu Hochgezurrte nicht. Wie auch immer, es wird wohl noch eine Zeitlang dauern, bis ich mit meinem Bildern mal wieder zufrieden sein werde.

Vergaß ich die Heizwickler zu erwähnen? Die trage ich ab jetzt immer zu diesem Pulli.

Ja, auch die nächste Kameraeinstellung ist ungeeignet. Hat aber den Vorteil, dass man kaum merkt, wie eng mein Lieblingsrock mittlerweile sitzt.

Ok, das wird besser, kann mich aber nicht erinnern, welche Einstellung ich gewählt hatte.

Und immer schon auf meine linke Körperseite blicken – die mit der zarten Elfenhüfte 😉

Ihr merkt schon, ich bin eingerostet; das Bloggen fällt mir echt schwer. Auf der anderen Seite wollte ich den Pulli gerne zeigen, demnächst dann auch mal “richtig” mit Bluse drunter. Es ist nicht leicht, nach den letzten Wochen ernsthaft auf leichteres umzuschwenken; ich weiß mittlerweile, dass viele von euch dieses Gefühl der Trauer, der Unrast, diesen luftleeren Raum, in dem man zeitlos zu schweben scheint, bereits kennen gelernt haben. Ich kann mir auch denken, dass viele sich sehr unwohl fühlten, dass ich es wagte, das Leben von seiner unschönen Seite unvorbereitet an sie heran zu tragen. Aber es musste raus, wird es wohl auch öfter noch müssen. Es war und ist aber ein gutes Gefühl, zu erfahren, dass es anderen ebenso geht. Ich habe gerade sehr, sehr viele Mail- und Briefschulden, zum einen geschuldet einem Mailserver, der mir in den letzten Tagen Ärger machte, zum anderen meiner Unfähigkeit, mich mit Ruhe an die Beantwortung heran zu wagen – obwohl es mir so sehr am Herzen liegt. Bitte seid nicht böse deshalb und wer sich dennoch noch einmal melden mag: bitte gerne!

Letzten Freitag war nun die Trauerfeier für meinen Papa und danach konnte ich zum ersten Mal über seinen Tod weinen. Und nicht mehr aufhören. Seitdem kann ich das Lesen, Filme schauen, stricken und nähen zumindest wieder genießen, aber wirklich greifbar ist das Geschehene noch lange nicht. Wahrscheinlich eine ganz normale Phase, die ich gerade durchlaufe: vieles, worüber man sich so aufregen kann, kommt mir unglaublich läppisch und albern vor – das sich selbst Knipsen irgendwie auch.

Aber da will ich raus und mir schwebt mal etwas zum Thema eigener Stil vor. Interesse, irgendwer?
Dafür, dass ich gar nichts sagen wollte, ist es wieder mal sehr lang geworden.

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23 thoughts on “Richtig schräg”

  • Ich kämpfe auch immer mit meinem Knipsomat. Mal geht’s gut, mal nicht, aber die meißten Bilder sind doch irgendwie naja.
    Aber ich seh’s mal so: Ich bin Hobbyschneiderin- und Strickerin und kein Fotograf. Wer meine Bilder nicht mag, braucht sie nicht ansehen!
    Ich mag Deine Bilder, irgendwie sind sie witzig 😉
    Sag, ist das der Rebecca-Pullover? Der ist echt hübsch geworden!
    Was den Gürtel anbelangt, kannst Du den unter der Schnalle kürzen? Also abschneiden, kürzen und wieder feststeppen? (Wenn Du willst, dann lass ihn mir zukommen, dann schicke ich meine ‘Dicke Emma’ aka Polstermaschine mal drüber.)

    Ansonsten bin ich amThema ‘eigener Stil’ interessiert (wobei ich glaube mittlerweile angekommen zu sein).

    Sei lieb gegrüßt und umärmelt!
    Simone

  • Ahhh, schön wieder von dir zu hören. Dein Pulli sitzt ja klasse! Den zeige ich jetzt mal Erin, damit sie sich was schämt. So.

    Hatte schon mal jemand erwähnt, das die Zeit zwischen dem Tod und der Beisetzung die allerschlimmste für die Trauernden ist? Nein? Dann mach ich es auch nicht. Eine Zeit des Stillstandes. In der Luft hängen. Noch nicht verarbeiten können, das geht erst danach langsam los…

    Ich habe heute Weihnachtsstoff für den Grundschnitt gekauft… Schön. Aber ich drücke mich nach Kräften… Gut das wir unseren Termin haben, irgendwas werde ich wohl mitbringen müssen…

    LG, Bronte

  • Du bringst ja schon Mette mit 😉 Aber ernsthaft: da musst du ran, sonst werde ich ja sowas von streng mit dir sein müssen, dass du niemals mehr wieder kommen willst. Und das wollen wir doch nicht, nicht wahr?

    Erin hat einfach ein Baumwollproblem, aus Wolle sollte das klappen. Strickst du sie noch einmal? Schön ist sie ja. Oder ha: Gürtel drüber!

  • Erstma mußt ich herzhaft lachen. Mit Deinen Fotos machst mir ja schon Konkurrenz :-))) … die Wickler sind der Brüller … aber soooo genial.
    Das Outfit find ich ja rattenscharf und durchaus auch ohne Bluse tragbar. Natürlich vorausgesetzt Du würdest Dich so wohl fühlen. Irgendwie kam mir gleich der MadMan-Gedanke.
    Ich bewundere Deine Strickarbeiten zutiefst. Leider liegt mir stricken irgendwie überhaupt nicht.
    Zum Thema Digi-Cam … wann stellst Du scharf? Und vor allem wie? Als ich noch mit der kleinen Cam geknipst habe, hab ich immer nen Besenstil als Dummy für mich genutzt zum scharfstellen, dann den Selbstauslöser aktiviert, schnell zum Besen gerannt, ihn wechgepfeffert, mich hingestellt und freundlich in die Cam gegrinst … *klick* … hat meist funktioniert.
    Trauerarbeit braucht Zeit. Ich fände es völlig unnormal wenn Du jetzt schon wieder freudig, fröhlich hier auftreten würdest. Und Deine manchmal konfusen Formulierungen find ich äußerst sympathisch … und durchaus trotzdem verständlich. 😉

  • Jetzt weiss ich endlich, warum mein Jäckchen nicht so umwerfend sitzt, wie dein Pulli… Mir fehlen einfach die Wickler 😉

    Deine Gedanken über “Stil” würden mich unglaublich interessieren (genauso wie die zum Thema kontrastfarbige Schuhe ;))

    LG Lucia

    PS: Kónntest du nicht die liebe Bronte damit belästigen, dich noch mal aktuell auszumessen? *duck und weg*

  • Liebe Steffi,

    aber stricken würde bei dir gerade noch fehlen – eine Dreißigerbraut ohne Stricknadel geht doch gar nicht 😉
    Darf ich dir übrigens sagen – nach Anregung der lieben MadforMod! – dass ich deinen Blog zwar selber erst seit gut zwei Monaten auf dem Radar habe, mich aber heute auch mal durchgewühlt habe. Und du hast dich so sehr entwickelt, was deinen Stil und die Authenzität, mit der du dich zeigst – das ist sensationell.
    Die blöde Kamera: wenn ich den Auslöser antippe von wegen Scharfstellen und dann abdrücke, dann knipst sie gar nicht. Ich müsste mich mal mit dem Handbuch beschäftigen, aber das geht echt noch nicht. Zudem ist der einzige Platz, an dem sie einigermaßen auf der richtigen Höhe steht, der, an dem ich Fernseher und Bügelbrett mitknipse. Bei uns im Haus gibt es einfach keine schönen Knipsstellen 😉 Und so mit rausgehen und aufbauen – ähm, dazu bin ich viel zu wenig Model. Bei mir gibt es also nur graue Realität, aber dafür mit Wicklern …

    Außerdem habe ich dich jetzt endlich in meine Linkliste aufgenommen, da bin ich ja nicht sooo großzügig 😉

  • Meine liebe Lucia,

    ha, das ist eine gute Idee – unsere gute Bronte wird also erstmal mich vermessen müssen (und mein Gatte und eine Freundin können bestätigen, dass das KEIN Vergnügen ist) und dann bastele ich mit ihr an einem Schnitt. Für den Anfang einer Konstruktionsamateurlehre kann man mich ja verwenden, danach, wenn sie merkt, dass ich es nicht kann, gebe ich ihr deine emailadresse ;-))

    Was macht die Strickjacke? Ich hätte eine Idee, aber die würde doch mehr ribbeln verlangen … duckmichauchundbleibesitzen

  • Ach, schreib dich einfach wieder warm, egal was, ich lese es! Aber die Sache mit dem Stil und damit meine ich nicht den Besenstil, würde mich natürlich besonders interessieren. Dein Pulli ist wunderschön, wegen dir könnte ich mich doch noch zu einem Bleistiftrock durchringen – und zu den Wicklern!

  • Ok, also die Wickler sind der Bringer 😉 Wie wäre es mit einer Wicklerwoche? Oder einer Handtuchturbanwoche? Oder einer frühmorgenskaffeetasseoinhandwoche?

    Warmschreiben ist wohl das richtige, ich will ja auch wieder. Ich habe einfach auch Angst, dass ich zu oft über Schlimmes schreibe. Oder zu flapsig wirke. Was denke ich dann in zwei Jahren über mich, wenn ich das lese?

  • Die Strickjacke liegt da und wartet 😉
    Ein vierter Versuch? Warum nicht, 4 war schon immer meine Lieblingszahl. Lieber nochmal hibbeln als eine Jacke fúr den Kleiderschrank,oder? 😉

  • Ok, mein Server dient mir wieder, schreib mir mal genau auf, wieviel Wolle du hast: Gramm, LL, Menge und dann mal deine MP und wieviel du bis jetzt für die Jacke verbraucht hast. Am Sonntag habe ich Zeit und dann mache ich was für dich mit dir 🙂

  • Pulli und Rock harmonieren mustermässig ganz toll ( ist kein Zufall bei Dir , da bin ich 100% sicher )! Foto 4 gefällt mir am besten , über die Wickler haben sich die anderen ja schon genügend ausgelassen – mein Hingucker ist dieses Dings vom Bügelbrett , was Dir wie ein Sittich auf der Schulter sitzt 😉
    So jetzt wieder ernst – der Pulli sieht m.E. auch ohne korrekte Bluse soo klasse aus ( das kannst Du unbedingt so tragen – frag den Gatten ). Und ich glaub ich finde diese Pulli / Rock Kombi am schönsten ohne Gürtel, obwohl ich sonst Deine schmalen die Taille betonenden Gürtel sehr schön finde .
    Zu all den anderen Dingen , die im Moment zu Deinem Leben gehören , schreib’s Dir von der Seele , wer ‘s nicht lesen will oder befremdet ist kann ja wegklicken , für alle anderen beschreibst Du dann das Leben , wie es nun mal ist
    Liebe Grüsse Dodo

  • ”Zu all den anderen Dingen , die im Moment zu Deinem Leben gehören , schreib’s Dir von der Seele , wer ‘s nicht lesen will oder befremdet ist kann ja wegklicken , für alle anderen beschreibst Du dann das Leben , wie es nun mal ist”

    So ist es nun mal mit einem Tagebuch, nicht wahr?

  • Ich finde den Rock wirklich sehr sehr schön und bewundere dein Strickgeschick und – tempo.

    Eine Serie zum Thema Stil würde ich sehr gern lesen. Und ich finde ganz ehrlich: wenn man schon in seinem eigenen Blog nicht schreiben darf wie man will und wonach einem gerade ist, wo denn dann ? Dubist doch die Hausherrin hier!

    Viele liebe Grüße

  • Ich finde die Wickler sehr kleidsam zum ganzen Outfit;-)
    Der Pulli ist so toll…und wieder erwacht der Wunsch in mir, auch stricken zu können. Ich kenne wirklich niemanden, der solche Röcke so gut tragen kann wie Du.

    Liebe Grüße
    Tina

  • Ja, schreib was, egal was. Stil ist ein tolles Thema. Und dann darfst du mich quälen. Ich vermesse dich. Du erklärst mir die ersten Schritte zum eigenen Schnitt. In rasendem Tempo und etwas gespickt mit englischen Fachbegriffen bitte. Ich werde Bahnhof verstehen, aber wir werden es nett haben!

    Oh Göttin, erst nähen und jetzt noch Schnitte… die Verwandschaft wusste schon immer, dass es ein schlimmes Ende mit mir nehmen wird. Schlimmer als bei dem Cousin, der Rockmusiker geworden ist, und das war schon schlimm….

    An Lucia weiterreichen??? Diese Frau LIEBT Paspelknopflöcher…. da kriege ich Angst!

    LG, Bronte

  • Ha, ja Lucia kann einem Angst machen, aber sie ist gar entzückend! Ich habe ein paar Anleitungen von ihr bekommen für sehr schöne, sehr komplizierte Kragen – bei denen sie mir auch gerne helfen würde, so sagte das sanfte Wesen. Dabei sitzt sie in Spanien und geht davon aus, dass ich hier, weit weg, auch alles umsetzen können kann … 😉 Winke an Lucia!

    Und schlimmes Enden: da geht noch was 😉

  • Angst? Vor mir? Ich bin doch nicht der böse Wolf 😉
    Bei den Kragen helfe ich dir selbstverständlich, wobei es leichter ist, wenn ich hier deine Masse habe. Und wenn du die liebe Bonte weiterreichen möchtest, tue das ruhig.

    Wegen der Paspelknopflöcher: Das finde ich nicht seltsamer als wenn jemand freiwillig mit 2er Nadeln einen ganzen Pullover strickt 😉

  • Aber das kann man überhaupt gar nicht vergleichen – der Pulli in feinem Garn macht schließlich Sinn 😉

    Bronte ist Anfang Oktober hier, juhuu, und dann wird sie gequält. Ob ich ihr vorher sagen sollte, dass nun, da unser Honeymoon beendet ist, sie auch das Mittagessen zu übernehmen hat und den Boden putzt, bevor sie gehen darf? Ist auch nur gut für sie, sonst nimmt es noch ein schlechtes Ende, so ganz ohne Disziplin und starke Hand. (ähm, da muss ich bis dahin noch eisern Hanteln stemmen, sonst habe ich keine Chance …)

  • Tolle Kombination, die gefällt mir ganz besonders gut an Dir! Ich bin auch für (kindersprech) “mit ohne” Bluse.
    Darin machst du einfach eine tolle Figur.

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