Schnell mal

etwas Grundsätzliches: wenn ich immer wieder einmal sage, dass ich hier so schreibe wie ich spreche, dann stimmt das stärker als gewünscht … ich habe ein Thema im Kopf, so sehr, dass ich es heraus schreiben möchte, warte auf den passenden Moment der Ruhe und lege los. Oft weiß ich nicht genau, wo ich am Ende gelandet sein werde. Oder auf welchem Wege ich dorthin gelangt sein werde. Das führt oft dazu, dass ich solche Lappalien wie Artikel oder andere Satzbauteile vergesse, einen Gedanken beginne und einen anderen stattdessen beende oder auch ganz dumme Rechtschreibfehler einbaue, auf die ich – peinlich, peinlich – sonst sehr empfindlich reagiere. Und sie selbst eben nicht vermeiden kann.
Ist der Text ganz frisch, so setze ich ihn sofort online. Ohne lange darüber nachzudenken – ihr, die ihr mich länger kennt, könnt euch das vielleicht schon denken. Ich brauche etwas Unmittelbares, Frisches, Authentisches. Erst einmal. Und ich brauche Distanz und mein Seitenlayout, um meinen Text WIRKLICH lesen zu können – hier im Entwurfsmodus (dem in meinem Haupte und dem von WordPress) sehe ich diese Fehler nicht. Null. Gar nicht.
Problem dabei ist, dass manche von euch wirklich sehr sehr schnell neue Einträge lesen und dann unter dieser Holprigkeit zu leiden haben. Das tut mir wirklich leid. Weil es nicht immer leicht zu lesen ist. Manchmal nicht verständlich ist. Und weil ihr mich für dümmer halten müsst, als ich wirklich bin – das tut mir wirklich leid ;-D Denn einen halben Tag später etwa setze ich mich noch einmal hin, öffne zwei Fenster – die Seite, die ihr seht und die Adminseite – und lese und korrigiere und lese und korrigiere. Manchmal füge ich einen Gedanken ein, der mir wichtig war und dennoch entschwand, oft streiche ich etwas, noch viel öfter verbessere ich besagte Rechtschreibfehler, streiche unnötige Füllwörter (aber ganz vorsichtig, ich will kein literarisches Meisterwerk abliefern, sondern nach wie vor “sprechen”) und den Text insgesamt eindeutiger, leichter verständlich machen. Obwohl – ihr seid ja alle clever … könnte ich mir auch Arbeit sparen.

Was ich also sagen will: wer zuerst kommt, wieder immer die Rohfassung zu lesen bekommen mit all ihren Wirrungen, Irrungen und Versprechern. Entschuldigt das bitte – es ist nicht als Unhöflichkeit gedacht.

Noch einmal kurz zu dem Post davor: ich bleibe halt meiner Idee treu, dass nicht nur der Perfektionismus, die einwandfreie Leistung, das Meisterwerk einen Platz in unserem Herzen, in unserer Gesellschaft, in unserer Welt haben sollte. Traut euch ran an Dinge, tragt auch das fehlerhafte, schiefe Teilchen – weil ihr es gemacht habt, weil es ein Teil von euch ist, weil es Farbe, Phantasie und Wärme in sich trägt. Und weil es – zu guter Letzt – von euch und nicht von Kinderhänden armer Familien in fremden Ländern gefertigt worden ist. Perfekter werden wir alle mit jeder Reihe mehr, die wir stricken, mit jeder Naht mehr, die wir steppen, mit jeder Zeile mehr, die wir schreiben – das ist schön, das ist ein gutes Gefühl, das kann ein Ziel sein, aber sollte nicht Selbstzweck sein.

Und weil ich nun wieder weit abgewichen bin und falsch verstanden werden könnte: Nein, damit meine ich nicht, dass jemand der Perfektion anstrebt und Dinge unter Kontrolle hält, ein schlechterer Mensch ist – er ist nur anders gestrickt und in anderen Dingen begabter als ich es bin. Ich schaue diese Werke mit größter Freude an – ohne Neid oder Gier, manchmal mit dem Ansporn, es auch besser zu machen. Ohne den Anspruch es auch zu schaffen …;-)

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1 thought on “Schnell mal”

  • Zu Deinem Schreibstil kann ich nur sagen: Du halt; so wie ich halt eben auch meinen Roman-Stil habe, oder?

    Insgesamt ist aber aufgrund wissenschaftlicher Tests das menschliche Gehirn extrem gut faehig ‘instant Korrekturen’ noch waehrend des Lesens vorzunehmen. Das erklaert EINEN Teil sog. ‘Blind-werdens’ fuer einen Text, den man schon kennt, korrektur-lesen muss/soll und die Fehler dann uebersieht! Mach Dir keine zuuu grossen Gedanken darueber:

    Leiner wild Tich defuer toepfen! 😉 🙂

    Nachdem ich erst bei Dir ueber die ‘Schlaegerei’ bei Tina aufmerksam geworden bin, stellte ich im Nachhinein fest(zwischendurch dorten gelesen, bevor hierher zurrueck gekommen), dass das Ribbel-Thema bei Tina aber wirklich versehentlich ‘Schlipse getreten’ hat!
    Haben wir denn schon wieder Vollmond, dass Tina’s Schnodrigkeit in so viele falsche Kehlen geraten sein konnte? Ich dachte, die meisten kennen sie seit laengerer Zeit – so wie der bekennende Herr dorten.

    Ich les’ bei Dir in der Blog-Roll gerade im Augenwinkel ‘Kausalkette, bei Cati B.’ was immer sie genau meint (erst nachschauen muessen), es erscheint mir bei Tina etwas zu sein, was denselben Namen verdienen wuerde. Sind wir jetzt kleine Kinder, die dann nicht selbst entscheiden koennen, was sie tun sollen/wollen/muessen?
    Ufo, Aufribbeln, trotzdem tragen – ich nehm’ keine Zensuren mehr an, seit ich aus der Schule bin!!!

    Satz aus dem suessen Kitsch-Film ‘Princess diaries’: “One can only make you AS inferrior as you let them!”
    Hinzu kommt der Satz einer oesterreichischen einst Prominenz:
    “Man wird doch im Laufe eines Denkprozesses seine Meinung aendern duerfen.”

    Geh’n ma stricka – komma weida; hamma was davon!
    Wie war das mit dem gewuenschten Weltfrieden, den wir nicht einmal per Blog (und/oder viel kleineren ‘Einheiten’ ) schaffen?!

    Liebe Gruesse,
    Gerlinde;
    arg verwundert, da selbst normalerweise World-Champi(gn)on im Fettnaepfchen-Plantschen 😉

    … und sind wir mal gaaanz ehrlich: manchmal sind wir auch alle kleine ‘dekorative Jammerer’; gestehen Fehler vielleicht noch grosszuegig ein; erwarten und/oder wollen mitunter gar keine Hilfe.
    Der Mensch als solches ist ohnehin absolut nicht sehr gut in dieser Disziplin; Hilfe annehmen meine ich – mM und Nase fass! 😉

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