Schnittkonstruktion – Für und Wider

Darüber dachte ich schon länger nach und angeregt von Arletts Kommentar vor einigen Minuten lege ich mal vor.

Meine Erfahrung, dass sich ein Schnitt, der komplett nach eigenen Maßen erstellt und angepasst ist, anders verhält als ein kommerzieller Schnitt, wenn sich die Figur ändert – und sei es nur in Nuancen – nahm Arlett als Erklärung, weshalb sie sich nach wie vor scheue, komplett in das Thema einzusteigen. Was ja verwunderlich ist, wenn man bedenkt, wie gnadenlos gut selbst ihre nach ihren eigenen Maßstäben nicht so gelungenen Hosen sitzen – die sie selbst konstruiert hat. Sie ist ja nun meine Hosenkönigin und bei jedem Treffen und gelegentlich auch per Mail fordere ich sie mehr oder weniger subtil dazu auf, doch nun endlich alles selbst zu machen. Da sie dazu eine extremst genaue Schneiderin ist – ebenso wie Simone (und dass ich freiwillig mit den beiden gemeinsam nähe, spricht eher für meine Unerschrockenheit und meine persönliche Freundschaft zu beiden als für mein technisches Können) – ist mir ihr Zögern befremdlich; ich weiß ja, dass sie es kann und weiß oder ahne doch auch, dass sie mir ihrer schlanken Figur, ihrer Größe und ihrem Anspruch sicherlich immer wieder einmal etwas ändern muss oder möchte, was ihr vom Schnittverkäufer angeboten wird. Nun quäle ich auch Simone immer mal wieder damit, zumindest von Zeit zu Zeit mehr selbst zu machen, aber da ich zugeben muss, dass ihr fast alles auf Anhieb wie angegossen sitzt, habe ich aufgegeben (also erstmal, bevor du dich jetzt gemütlich zurücklehnst: fertig bin ich mit dir auch noch nicht :-D)

Nun ist es in meinem Fall so, dass ich, bevor ich selbst nähte, niemals ein passendes Kleid hätte kaufen können, da ich mich von den Schultern bis zum kleinen Zeh durch wenigstens drei Konfektionsgrößen schlängele – nehmen wir die Schwangerschaften und die Zeit danach dazu, dann habe ich von Größe 36- 46 alles irgendwie schon mal an mir durch. Dazu kommen allerlei “Abweichungen” von einer Norm, die sich bemüht, möglichst viele Frauen unter einen Hut zu bringen. Ob es die hohe Hüfte, die nach vorne geneigten Schultern, die langen Arme und Beine, die schmalen Gelenke, das D-Körbchen oder die Größe überhaupt ist – an einem fertigen Schnitt gibt es nicht viel, was ich nicht ändern müsste. Und das ist nichts, was mir Spaß macht. So lag es bald nahe, anders an das Thema heran zu gehen – über Grundschnitte, die ich nach meinen Maßen erstelle und anpasse und daraus dann die Schnitte entwickele, die mir vorschweben – ohne dabei ständig das Gefühl zu haben, ein verbautes Monster zu sein.

Der Weg zu einem wirklich angepassten Grundschnitt ist lang und nie wirklich bis zum Ende beschritten – gerade nun, wo die Wechseljahre schon mal winken, gehe ich davon aus, immer und immer wieder am Block anbauen zu müssen. Wie ich es am vergangenen Wochenende ja wieder tat. Und wie ich vorhin schon sagte: im Vorteil liegt der Nachteil. Das Ding passt nun also und nimmt selbstverständlich Rücksicht auf die mir am besten passende Schulternaht, auf meinen schmalen Hals, auf meine Arm- und Beinlänge. So weit, so gut. Aber ein angepasster Schulterabnäher liegt nur so lange glatt und unauffällig, wie sich die Haltung nicht ändert. Ich hatte vermutet, dass, sobald ich wieder zu arbeiten begänne und dabei ja immer mit den Armen nach vorne werkele, ich wieder runder werden würde – nicht schön, aber was tut man nicht alles für seine Leidenschaft. Doch im Gegenteil zeigt mir dieser Abnäher, dass er weniger Aufgaben zu bewältigen hat: er ist schlicht zu lang und zu breit geworden.

Ebenso zeigt sich eine Zunahme in der Taille wesentlich deutlicher, wenn man aus der Differenz Taille- Brust die Abnäher berechnet hat und diese von einer bestimmten Stelle aus auf den höchsten Punkt zeigen. Auch das altersbedingte Abrutschen dieses Punktes wird mit einem genau angepassten Schnitt wesentlich schneller bemerkt werden. Denn ein kommerzieller Schnitt muss natürlich eine möglichst große Menge an unterschiedlich geformten Frauen umkleiden können – dabei gibt es Paßformabweichungen, die für den Großteil der Menschen, nähend oder nicht nähend, so selbstverständlich sind, dass sie nicht bemerkt werden. Diese Variablen enthält ein individuell konstruierter Schnitt nicht mehr – Abweichungen werden also schneller bemerkt.

Nun wird man im Laufe der (Näh-)Zeit pingeliger, anspruchsvoller, was Paßform und Verarbeitung anbelangt (so habe ich mir für 2014 vorgenommen, noch langsamer und ausgewählter zu nähen und zu sehen, ob ich nicht auch noch mal “fein” nähen kann) – und dieser Anspruch bringt es dann mit sich, mit dem erstellten Block nie lange zufrieden zu sein – irgendetwas wird sich immer ändern. Und da stellt sich die Frage: wieviel Sinn macht es, etwa 3-6 Monate in die Entwicklung der verschiedenen Blöcke – Rock, Hose, Oberteil, Ärmel und das Ganze dann nochmal für Blusenschnitte, Jacken- und Mantelblöcke, deren ideale Weitenzugaben nochmals sehr individuell und enervierend nähend, trennend, verbessernd heraus gefunden werden wollen – zu stecken, wenn ich dann doch wenigstens einmal pro Jahr alles wieder herauskramen und anpassen werde?

Hmm, hätte ich mich das vor diesem ganzen Unterfangen (ich weiß garnicht – vor vier Jahren?) gefragt und hätte ich damals geahnt, wie lange ich brauchen würde, um wirklich zu wissen, was ich tue, dann hätte ich vermutlich die Finger davon gelassen. Hätte ich dann aber auch erfahren, wieviel Freude mir das Entwickeln einer Idee bereitet und um wieviel höher der Ertrag an wirklich tragbarer Kleidung im Vergleich zu vorher sein würde, dann hätte ich vielleicht einige Male hart geschluckt und mich dennoch rangegeben.

Ganz klar, fragen wir bei Lucia oder bei Sewing Galaxy oder Stichelbeere noch mal nach, dann wird jede wohl bestätigen können, dass Konstruieren zwar keine Hexerei ist, aber doch aufwendiger, mühsamer und auch schwieriger, als man es sich im ersten Rausche so vorgestellt haben mag. Mittlerweile bin ich an dem Punkt angelangt, an dem ich nicht nur weiß, wie ich eine gestellte Aufgabe schnitttechnisch lösen kann, sondern mir auch sofort Gedanken um eine optimale Position und Aufteilung von Weiten und Breiten, Längen und Graden mache und weiß, wo eine Linie gut und wo sie plump wirken wird.

Und da stehe ich nun und überlege, was möchte ich eigentlich? Möchte ich Mut machen, sich in dieses Abenteuer zu stürzen – denn das ist es! – oder will ich warnen? Bei vielen, die sich ranwagen, wird die Euphorie auf der Strecke bleiben, bei anderen wird die Sache Fahrt aufnehmen. Ich für mich würde mir natürlich wünschen, dass es außer dieser kleinen Handvoll an Blogs, ob national oder international, die sich mit diesem Thema beschäftigt, mehr gäbe, mit denen man sich über die auftretenden Probleme austauschen kann – Schnittnummern und die Ergebnisse daraus sind für mich nicht mehr interessant, ich kann nicht mehr mitreden. Daher ganz klar: Arlett, bitte, leg endlich los. Lucia, vergiß jetzt mal dein Haus, blogg mal wieder, Berry, zieh doch mal ins Rheinland und Julia – so langsam wird es Zeit, dass wir uns sehen. Frau Burow kann man eh nur ermahnen, was ich so oft tat, dass ich mich kaum noch wage und Simone – nun gut, ich lasse mir noch ein weiteres Paar Socken stricken, dann verspreche ich dir Ruhe bis zum Sommer.

Und weil ich das Thema spannend finde, interessiert mich eure Meinung dazu.



20 thoughts on “Schnittkonstruktion – Für und Wider”

  • Schwieriges Thema – ich bin auch ein wenig zerrissen. Will und muss [dank Lutterloh und Frohne] ich eigentlich tiefer einsteigen in Konstruktion und angepasste Schneidertheorie, so sträube ich mich eigentlich, denn mein Selbstbild wackelt, ändert sich und soll sich auch ändern. Nun ist es aber schwer viel Herzblut und Energie zu investieren um auf eine Figur anzupassen, die ich so gar nicht will, und so hardere ich weiter – entweder bis ich die Kekse stehen lasse oder mich doch damit abfinde.

    Aber ich ziehe hier und da schon erste Schlüsse bezüglich meiner eigenen Abweichungen zur Norm und nähe(re) mich der Nähdämmerung, wie es letztens eine andere Bloggerin so passend sagte. Mir dämmert, wo es jahrelang bei Kaufklamotte haperte und obwohl noch nicht besonders tiefgründig, sehe ich da einen Silberstreif am Horizont. Das wird noch was mit mir und der Konstruktion. Nicht heute und nicht morgen, aber wir sind ja noch eine Weile da.. 😀

    Dazu sei aber auch gesagt, dass ich das ungemochte Figürchen in tatsächlich passender Klamotte schon viel besser finde!

    ..uhm, was wollte ich eigentlich sagen? Achja, ich glaube, das lohnt sich und ich finde es total spannend bei Dir zuzuschauen, sodass ich Dir eigentlich nur jubelnd zurufen möchte: Weiter so! 🙂

    • Siehst du, da sprichst du einen Punkt an, der gar nicht unwichtig ist und der ja schon beim Nähen selbst ein Thema wird (das viele negieren oder sich mit Sprüchen drüber hinwegkaspern):
      Wenn ich will, das etwas wirklich passt, dann stehe ich irgendwann vorm Spiegel und verzweifele ein bißchen – denn ich muss hinsehen und nicht nur einfach sagen: ich bin halt … (was auch immer: dünn, dick, schwabbelig, knochig, winzig, riesig, platt, bombig, steif, schief, krumm oder irgendwie alles zusammen) – denn nur dann kann ich erkennen, wo ich was ändern muss.
      Und das ist wirklich wirklich wirklich hart, denn da stößt man an eine Grenze.

      Ich erwähnte es schon öfter und erlebe es nun wieder: es gibt keine Frau, die sich wirklich rundum schön findet. Also schon mal ein gefährlicher Beginn. Sich nun aber noch hinzustellen und sich fröhlich zu zu rufen: deine Taille sitzt höher als der Schnitt es will, dein Hintern passt da nicht rein, weil er viel zu groß ist, dein Busen hängt unter Normalnull, dein Rücken ist ein Buckel – denn genauso fühlt sich erst mal jede Abweichung an – das schafft kaum eine. Und da negiert man diese Abweichung eben oder arbeitet drum rum, reagiert beleidigt, wenn dann in einem Kommentar mal jemand sagt, die Lösung für dein Problem wäre … (wieder, was auch immer: ein passender BH, mehr Platz für deine runden Schultern, mehr Weite für deine Wuchthüften) – weil ja nicht sein kann, womit man nicht klar kommt.

      Denn wenn man sich mit all dem beschäftigt, versinkt man in Details, die eben rein faktisch eine Aufzählung von “Mängeln” sind. Dabei übersehen Frauen noch mehr, was sie sonst eh schon übersehen: Das Gesamtkunstwerk, das sie sind (oder sein könnten). Da zählen dann nämlich Segelohren, X-Beine und Kugelbauch nur begrenzt. Wenn man da erst mal ist (und da arbeite ich auch ständig dran – an anderen so wie an mir), dann erkennt man auch, dass solche Kommentare – wenn sie nicht bewußt beleidigend sind – nur Hilfen sind, den richtigen Weg zu sich und zum Schnitt zu finden.

      Und um dir ein Beispiel zu geben: du hast die beispielsweise wirklich sehr viel Mühe mit deinem herrlichen Kleid gegeben und dabei alle zuschauen lassen. Klar, du hast keine Designertraumidealfigur – wie eigentlich niemand! – aber du bist stimmig und hübsch und gut proportioniert und wenn du dich bewegst, kann ich nur eine sehr strahlende, junge Frau sehen. Und dass das Kleid perfekt passt, lässt dich doppelt gut erscheinen: denn es zeigt eben auch, dass du dich kennst und magst – so sehe ich aus, so ist es halt, ich kümmere mich dennoch um mich und voilà: perfekt.

      Daher kann ich dir auch nur raten, dich weiter vor zu tasten und keine Angst vor der Mängelliste zu haben. Meine ist mindestens doppelt so lang 😀

      • Och, diese körpereigenen Abweichungen von der Norm stören mich gar nicht so – eher die selbstgemachten Pölsterchen. Mal sehen wie sich das in der nächsten zeit so entwickelt 🙂

        ..und Danke – ich bin ganz verlegen geworden beim Lesen 😉

  • Ja wir sprachen schon darüber. Die Ansprüche an das selbst Genähte sind sehr unterschiedlich. Und die Selbstwahrnehmung spielt da sicher auch eine Rolle. Und vielleicht spielt auch das Alter eine Rolle.
    Ich habe einmal meinen Hosenschnitt auf ein Standardschnittmuster gelegt und war schockiert. Die Unterschiede waren so riesig das ich mich schon gefragt habe ob ich unterhalb der Taille anders gebaut bin als der Rest der weiblichen Welt. Aber das Gefühl eine gut sitzende Hose zu tragen ist super. Und dieses Gefühl will ich auch für Oberteile. Früher oder später werde ich mich daran geben. Schön wäre es natürlich wenn sich mehr deutsch sprachige Blogs damit beschäftigen würden. Man könnte viel mehr lernen und du wärst nicht mehr Einzelkämpferin.
    Liebe Grüße
    Arlett

    • Ohja, das kenne ich auch: da hatte ich also nun die ersten Oberteilblöcke geschaffen und obwohl weit von perfekt, saßen sie deutlich besser – ich war hoch motiviert und änderte und zeichnete und übertrug und hatte irgendwann Version 6, als ich auf dieselbe Idee kam und den Schnitt mit den engen Oberteilschnitten verglich, die ich von Vogue & Co. hatte – ich bin fast zusammen gebrochen. Vor Schock. Denn genau das setzte auch bei mir ein, totale Ungläubigkeit, dass ich so anders und seltsam sein solle. Da gab es aber auch nichts, was überein stimmte. Nach dem Blick in den Spiegel auch noch schwarz auf weiß, was alles nicht stimmt 😀

      Ich wäre sehr für mehr Konstruktionsblogs – deiner böte sich so sehr an 😀

  • Schnittkonstruktion wird definitiv eines meiner Themen 2014 sein! Ich denke oft bei Kaufschnitten, daß es unnötig wäre, sie zu kaufen, weil mir eigentlich nur die Details gefallen, die es zu Kopieren gilt. Bisher war ich zu bequem, mich um die Grundschnitte zu kümmern, aber ich habe Geld gespart und bald eine Schnittkonstruktionslehrerin, nur für mich. Da freu ich mich wie Bolle drauf!

    • Ja, also bitte, dann mal los! Und richte dich darauf ein, dass wird ein Thema über 2014 hinaus 😀

      Ich würde mich auch wie Bolle freuen, wenn du Interesse daran gewinnst und mehr fachlicher Austausch möglich ist; es ist wahnsinnig spannend und du gehörst ganz klar zu der Gruppe Frauen, die zwar in Details Anpassung benötigen, aber als Gesamtkunstwerk (nach wie vor immer und immer wieder) megastrahlend rüberkommst. ich wünsche mir für dich mehr Kleider, die alles rausholen. 😀 Wann geht es los?

  • Meine Ansprüche an Passform nehmen stetig zu, liegen aber noch weit unter deinen. Allerdings nähe ich erst seit drei Jahren und während Schwangerschaft/Stillzeit war an Passformproblembeseitigung nicht zu denken. Ich finde es aber spannend auf deinem Blog über deine Schnittkonstruktionen zu lesen. Dabei habe ich mich gefragt, wie hast du denn mit dem Konstruiren angefangen? Welche Literatur verwendest du bzw. welche könntest du einem Neuling auf dem Gebiet empfehlen?
    Liebe Grüße, unbekannterweise, Susanne
    PS Ich hoffe du hast deine Pläne für das letzte Kleid nicht komplett in die Tonne gekloppt, das sah an der Puppe schon so toll aus!

    • Nein, während Schwangerschaft und Stillzeit würde ich auch nicht anpassen wollen – was dir Dienstag passt, ist Donnerstag zu eng. 😀 Aber sobald einem das Kind wieder Zeit zum Frausein gibt, sind auf einmal wieder Ansprüche da, nicht wahr?

      Was ich wirklich empfehlen kann, weil es nicht überfordert, ist Winifred Aldrich, die du manchmal als günstige alte Ausgabe bekommen kannst. Natürlich musst du anpassen und vieles darin wird dich nicht zum Nachmachen anreizen, aber wenn du erst mal drin bist, gibt es so unendlich viele Möglichkeiten. Schon deshalb wünsche ich mir mehr, die sich damit beschäftigen, so dass man sich gegenseitig auch Schnittabwandlungen zeigen könnte – viele Fehler könnten schon im Anfangsstadium erkannt und beseitigt werden. Also rufe ich wieder, los, fang mal an, damit ich mich mit dir öfter unterhalten kann 🙂

      Und das Kleid an sich ist nicht zu retten, aber den Schnitt werde ich demnächst umbauen und das Ganze noch einmal versuchen, denn das machte schon eine schöne Figur. Also bitte Daumen drücken, dass ich demnächst mit allem gut voran komme 🙂

  • Ich habe das Buch jetzt bestellt und bin somit in Zugzwang. Eventuell quetsche ich dich dann im Februar bezüglich Konstruktion aus und komme nicht wieder zu einem Streberkleid.
    Liebe Grüße
    Arlett

    • Aber du hast doch auch schon das dicke Gelbe, oder? Ich komme mit dem ja nicht so gut zurecht und der Rock danach saß an mir grauenvoll – da hätte ich nur noch angepasst, ohne je zu Ende zu kommen. Allerdings ist Aldrich dagegen ein Bändchen, ohne jeden megatechnischen Anspruch – aber es gewährt eben schlichten Zugang. Und natürlich unterstütze ich dich, wir können dann ja zu dritt an dir abstecken, falls es not tun sollte 🙂

      • Genau der schlichte Zugang hat mich angesprochen. Im dicken gelben weiß ich auf der zweiten Seite oft nicht mehr was auf der Ersten stand. Und im zweiten gelben ist es auch nicht besser. Aber das habe ich bisher auch nur überflogen.

        • Bin ich froh, dass du das sagst – man muss schon ein Technikenthusiast sein, um damit gerne zu arbeiten. Diese 20.000 Abkürzungen machen mich rasend. Dazu empfinde ich die Erklärung als unnötig lang und dabei dennoch wenig erleuchtend. Aber wenn du das nächste Mal hier bist, kannst du mal wühlen, was es sonst noch so gibt.

  • Naja, so lange ich noch in Kaufschnitte reinpasse und alles noch da sitzt, wo es demnach hingehört, muss ich mich nicht mit Konstruieren ‘belasten’…
    Auch ich kann schon mal die Geduld verlieren und brauche dann ein schnelles Erfolgserlebnis.

    Interessant finde ich das Thema an sich allerdings schon.

    • Dein Ansatz könnte wohl auch eher die Abwandlung fertiger Schnitte sein als die Konstruktion von vorne an – damit hattest du ja auch begonnen und das klappte doch locker. Ich denke, du hast eben auch noch genug kreatives Potential über, um dir eigenes einfallen zu lassen … aber jetzt strick erst mal, damit du deine Ruhe bekommst 🙂

  • Schnittkonstruktion ist vielleicht noch nicht mein Thema 2014, aber da meine Ansprüche steigen, lese ich immer mehr darüber. Ich erkenne auf Bildern, wo es hapert – das ist ja mal ein Anfang. Bei mir und bei anderen. Ich sehe ob ein Kleid, Rock, Bluse oder Hose gut sitzt oder nicht. Schlechter Schnitt fällt mir sehr viel schneller auf als früher. Deshalb lasse ich mich auch fotografieren zur Anprobe. Reine Arbeitsbilder, aber gnadenlos aussagekräftig. Es scheint eine relativ gute Methode zu sein, auf diese Weise zu erkennen, wie ich einen Schnitt meinem Körper anpassen kann. So rum und nicht andersrum.
    Als Kind war ich oft im Nähstübchen einer nichtverwandten “Tante”, einer Damenschneiderin und habe interessiert zugeschaut, wie aus Stoff Kleidung wird. Heute merke ich, wieviel ich von ihr in Erinnerung habe, wieviele Handgriffe und Vorgehensweisen wie ihre sind, dass sie mich letztlich handwerklich stark beeinflusst hat, andererseits aber immer meinen eigenen Weg zur Lösung eines Problems unterstützte, sei es beim Nähen von Puppenkleidern oder später beim Nähen meiner ersten Teenie-Mode oder noch später beim Kinderkleidernähen.
    Und trotzdem: Was mir aber definitiv fehlt, ist eine gute verständliche Anleitung zum Anpassen der Kleidung, ein Basiswissen, Grundlagen, die Vorstufe oder Hinführung zur Konstruktion. Das verständliche Vermitteln wie was zusammenhängt. Möglichst auf deutsch, denn das Fachenglisch macht mich fast verrückt, wenn ich da ständig Wörter oder noch schlimmer Abkürzungen nachschlagen muss. Da bleibt der gute Wille sehr schnell auf der Strecke.
    lieben Gruß, Friederike

    • Ja, ich weiß genau, was du meinst – auf deutsch gibt es eigentlich nichts Und auch auf Englisch wird es schwierig, wenn du wirklich Sicherheit haben willst, was was ist. Ganz zu Beginn fällt es einem ja sogar schwer, zwischen einer Zugfalte und einem Stoffüberschuß zu entscheiden und zu erkennen, ob etwas von einer Seite weg oder hinzieht, ist auch nicht immer leicht.
      Ebenso gemein sind Bücher, wo du dein Problem zwar endlich, endlich genau so wiederfindest, aber die Erklärung dazu unverständlich bleiben will … 😀

  • Ein unbekanntes Land – kann ich es wagen? Trau ich mich? Mal schaun. Jetzt habe ich mir erstmal ganz mutig das Buch bestellt das könnte ja wirklich auch ein Vorsatz für 2014 sein: genauer und kritischer hinschauen und versuchen zu verstehen, wo die Probleme liegen und wie es sich lösen liese.
    Ich habe in diesem Jahr schon ein paar Dinge gelernt, dann kann es doch weitergehen.
    Ob ich jetzt komplett konstruieren möchte – das wage ich nicht zu prognostizieren. Mein Ziel wäre es erstmal Fertigschnitte für mich so optimal wie möglich anzupassen.

    Wobei mir gestern so der Gedanke kam: was ist das Optimum? Wir verändern uns im Laufe des Jahres immer wieder mal. Unsere Figuren verändern sich: mal mehr, mal weniger Sport. Wir werden älter, wir sind mal mehr und mal weniger gestresst und essen mal mehr und mal weniger. Hormonelle Umstellungen verändern uns, Krankhkeiten, Medikamente. Wenn ich mir jetzt das Ziel setze, eine komplette Gardarobe immer auf perfekten Sitz zu haben – das kann nicht funktionieren. Das wäre auch nicht nachhaltig. Ich denke es wird immer Stücke geben, die mal mehr und mal weniger gut passen.
    Und noch ein Punkt bei der Vintage-Kleidung: tragt ihr eigentlich das passende darunter? Mieder? Höschen die hoch genug geschnitten sind? Das macht auch einiges aus. Allein ein gut sitzender BH kann ein Oberteil besser aussehen lassen.

    Liebe Grüße,
    Sabine

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