Sexy – unerhört wichtig! Oder doch nicht?

Bild321Vor etwa zwei Stunden fand ich mich müde auf dem Sofa wieder – kaum haben die Schulferien angefangen, ist die Mutter erschöpft! – und schaltete den Fernseher an. Ich hatte noch einen halben Saum zu befestigen und wie passend: es lief auf einem dieser Sky-Spartensender “Project Runway”. Das Ideenfinden und Nähen nimmt nur noch wenig Platz ein, aber im Vergleich zum Tatort doch noch einiges. Den Anfang hatte ich verpasst, aber offenbar stammten die Materialien dieses Mal aus der Gartenabteilung des Baumarktes, denn es wurden Blumen und Blätter, Seile und Rankhilfen verarbeitet; durchaus zu sehenswerten Modellen.
Einer der Teilnehmer, ein junger, bebrillter Mann, fertigte aus einem grauen und steifen Netz eine Art A-Linienkleid oder Mantel, da war man sich nicht einig. Während alle anderen Teilnehmer Kleider mit definierter Taille und betonter Büste bastelten, betrachtete er sein Werk skeptisch und sprach dann den folgenden Satz in die Kamera:

“Ich bin nicht der Meinung, dass jedes Kleid sexy sein muss.”

Immer, wenn eine Selbstverständlichkeit laut ausgesprochen wird (also selbstverständlich für mich zumindest), horche ich auf und stelle fest: die Selbstverständlichkeit ist eben keine, wenn sie noch Thema ist. Das ist wie mit der Gleichberechtigung: solange die meisten mir einzureden versuchen, sie sei erreicht, liegt sie noch in der Ferne.

Hätte der junge Mann hier mehr Selbstbewußtsein gezeigt, hätte er vielleicht auch seine Teamkollegen überzeugen können, doch er schob ein “Oder doch?” hinterher. Gut, dieses Kleid aus dem sehr steifen Material war nicht unglaublich schön, aber es wurde als unförmig, unschmeichelhaft, unverständlich und sowieso komplett falsch von der Jury erkannt und der junge Mann flog raus aus der Runde. Übrig blieben die Kleider, die entweder eng oder kurz oder tief ausgeschnitten oder sonstwie sexy waren. Bestimmt ein Zufall …

Diese kurze Episode traf mich deshalb, weil ich erst vor wenigen Tagen über die Frage nachdachte, wie wichtig sexy heute eigentlich ist. Offenbar sehr. Da müssen wir gar nicht zu Frau Klum und ihrer Show schauen, in der stolze Eltern ihre Sechzehnjährige vor einem Millionenpublikum halbnackt in die Kamera blinzeln lassen. Oft reicht schon das Durchblättern eines x-beliebigen Modekataloges, um alle paar Seiten zum Sexysein aufgefordert zu werden. Ein Blick in manche Kleinmädchenabteilung lässt mich manchmal dermaßen erschauern, dass ich fast froh bin, meine Wunschtochter nie bekommen zu haben. So höre ich von einer Freundin Geschichten über deren Tochter und die Clique des Nachbarmädchens, bei denen mir das kalte Kotzen kommt (ja, wenn ich mich mal so ausdrücke, dann fühle ich mich auch so). Ihre Tochter wird nämlich gerne von den anderen beleidigt und gehänselt. Weil sie dunkelhaarig, bebrillt und sehr schmal ist und somit nicht hübsch sei. Das ist in dieser Gruppe der wichtigste Wert. Hört sich nach amerikanischem Highschooldrama an, findet aber in der ersten Klasse einer deutschen Grundschule statt. Klar, da spielen noch andere Gründe eine Rolle, beispielsweise, dass meine schlaue Freundin keine Lust auf diese Zwangs- und Zweckgemeinschaft anderer Nachbarsmütter hat, deren Kinder Nachmittag für Nachmittag verplant sind mit Unterricht, Sozialkontakten und Kulturevents. Aber in der Gruppe der kleinen Nachbarskönigin, die über 12 eifrige, kleine Dienerinnen verfügt, zählt Schönheit nun schon am stärksten. Schönheit und Gehorsam. Ich kann mir leicht vorstellen, wie sich das irgendwann in einen Wettbewerb der Sexiness ausweitet. Oder bin ich da zu pessimistisch?

Gut, ich bin ein wenig von meinem Pfad abgewichen; wie das so ist, wenn die Gedanken wandern. Was ich mich frage: wann hat sich das so entwickelt? Seit wann ist Sexiness ein Wert an sich, seit wann ist es ein Pfund, mit dem täglich und überall gewuchert werden muss? Müssen Frauen sexy sein, damit sie sich im Falle der Fälle problemlos nach oben schlafen können? Müssen Frauen, die diesen Eindruck nicht erwecken wollen, folgerichtig ständig aufpassen, auf gar keinen Fall auch nur im geringsten sexy zu sein? Rennt demnächst die eine Hälfte im Ledermini unter gemachten Brüsten umher, während die andere schlecht geschnittene Hosenanzüge trägt? Oder sind wir so weit, dass unter allem, was wir sagen, tun und tragen, unsere Fähigkeit erkennbar sein muss, Männer und/oder andere Frauen zu erregen? Ihr seht, ich bin verwirrt und hilflos, sowohl was die Definition von “sexy” anbelangt als auch dessen Sinn, Nutzen und Ziel.

Wäre ich nun ein Maskulinist, der auf diesen Text stieße, dann wäre schon klar, weshalb ich das schreibe: ich bin natürlich eine frustrierte, häßliche, lustfeindliche und alte Feministin, die dem Männerhass verfallen ist, weil sie keinen abbekommen hat und neidisch auf all die tollen Frauen ist, zu deren Bildern er sich – wie soll ich das gewohnt charmant ausdrücken? – ein wenig Erleichterung und Freude verschafft. Und jetzt will ich am liebsten all den anderen, den “echten” Frauen ein Silikon-, Lippenstift- und Minirockverbot auferlegen. Für mein Selbstbewußtsein ist es also schon gut, solche Männer nicht zu meiner Leserschaft zu zählen – ich bevorzuge in dieser Hinsicht kluge Frauen, die hier ja in Massen sich tummeln. Und so kann ich vielleicht heraus bekommen, was manche Frauen – vermutlich eher unter der 40er-Grenze – dazu bringt, dieser Forderung nach Sexiness nachzukommen. Diese 40er-Grenze ziehe ich übrigens nicht des Alters wegen, sondern wegen des unterschiedlichen Zeitgeistes der Jahrzehnte, in denen wir groß wurden. Ich kann den 80ern vieles nachsagen, aber “sexy” war nicht, was ständig von mir gefordert wurde.

Für mich war es immer so, dass “sexy” dem Verführerischen, dem Provokanten, dem Geheimnisvollen gegenüberstand. Das Versprechen von Verfügbarkeit schien es mir zu enthalten, sexy war simpel, offenherzig, platt, ja, es war billig. Ganz offenbar hat sich der Wert dieser Vokabel verwandelt; ich wuchs ja auch in einer Zeit auf, in der wir das Wort “geil” als Begriff für alles Tolle verwendeteten, uns aber seiner eigentlichen und schockierenden Bedeutung bewußt waren – weshalb wir es ja auch nutzten, keine Frage. Sexy hingegen war irgendwie beleidigend, so wie es niedlich, süß und Fräulein auch waren. Sei Weibchen und halt den Mund, so klang es für mich und meine Freundinnen.

Bis heute ist mir dieses Wort und seine Implikationen verdächtig und unangenehm. Zumal es so aussieht, als dürfe Frau zwar vielleicht zu dünn, zu dick, zu alt oder zu jung sein (also im Rahmen selbstverständlich, wir wollen es ja nicht übertreiben!), aber niemals dürfe sie aufhören, sexy zu sein: In ihrer Kleidung, in ihrer Frisur, in ihrem Gang soll wohl ein Leben lang der Ruf nach dem Mann erkennbar sein.

Dass wir uns richtig verstehen (und deshalb das Passwort): ich habe überhaupt gar nichts gegen Spielchen zwischen Mann und Frau (oder Frau und Frau, aber ich weiß nicht, ob das Problem dann dasselbe ist), aber so platt und schlicht und simpel? Ich mag es lieber figurbetont, auch wenn ich meine Figur nicht mag; ich denke, dass dem Wissen um die eigene Verführungskraft viel Stärke liegt, die man nutzen darf, wann immer man will, und ich komme nun leider in das Alter, in dem einem nicht mehr ganz so viel Ritterlichkeit und Aufmerksamkeit seitens der männlichen Bevölkerung zufliegen, aber dennoch: sexy? Das ist doch … ja, ich weiß es auch nicht. Ich wollte in meinem Leben vieles sein, wäre gerne umwerfend schön gewesen, hätte für einen runderen Po gemordet, wollte Kurven und schönere Zähne und mehr Mut, aber sexy sein – das war etwas, was mir nie eingefallen wäre. Wofür auch? Wie heißt es bei Schiller:

“Es kostet nichts, die allgemeine Schönheit zu sein, als die Gemeine sein für alle!”

Genauso klang Sexiness für mich immer: der kleinste gemeinsame Nenner zwischen mir als Frau und einer gesichtslosen Masse Durchschnittsmann, der mich doch nie interessiert hat. (Pfui, wie arrogant). Was bringt das an Vorteil, an Gewinn, an Selbstbewußtsein? Nicht viel, würde ich vermuten.

Ich bin eine eher spät Erblühte, war immer zu dünn, zu picklig, zu unsicher. Bis ich etwa 23 war, sich alle Teenieleiden verwachsen hatten und ich über Nacht eine Hotelabteilung zu leiten hatte. Und auf einmal merkte: frau muss nicht Männern hinterhersehnen und sich dämlich-kichernd in ein Weibchen der dümmsten Sorte verwandeln, um beachtet zu werden. Wenn mir ein Mann gefiel, dann habe ich ihn auch dazu bekommen, sich zu mir zu setzen; wenn ich war, wie ich bin und zu meiner Meinung stand, blieb mit Sicherheit eine genügend große Anzahl interessierter Männer übrig, mit denen man etwas anfangen konnte. Ich brauchte keinen Minirock und kein tiefes Decolleté, um in einer Kneipe aufzufallen – einmal mit starkem Schritt durch den Raum gehen und keinem Blick auszuweichen, reichte schon aus. Nach wie vor fand ich mich zu dünn, zu unsportlich, zu unkurvig, um meinem eigenen Ideal von Weiblichkeit zu entsprechen, aber Anerkennung und Bewunderung ernten, das ging eben dennoch, auch ohne Sexiness. Irgendwann habe ich mich auch von dem doch irgendwie anerzogenen Glauben abgewandt, durch diese Art der Aufmerksamkeit selbstbewußter und glücklicher werden zu können.

Mit dem einen oder anderen Exfreund hatte ich im Laufe der Jahre noch mal Kontakt und fand es immer spannend zu hören, was sie eigentlich zu sehen glaubten: da war von anstrengend, witzig, fürsorglich, bestimmt, grüblerisch, elegant, geistreich und launisch die Rede. Und von aufregend, verführerisch, verspielt und lockend. Das böse Wert “sexy” ist nie gefallen. Übereinstimmend spielte sich meine Sexiness allein in der vorauseilenden Phantasie ab: Haut gab es selten viel zu sehen, da musste doch mehr dahinterstecken?

Herrje, ganz schön unausgegoren und viel zu persönlich, aber ich habe nicht behauptet, die Lösung zu kennen. Ich neige nicht zu der These, dass wir alle von einem zu rigiden Schönheitsbild zu stark gegängelt werden. Wobei ich auch nicht das Gegenteil glaube 😀 Darum geht es auch nicht: es ist viel mehr erschreckend zu erkennen, dass der weibliche Körper – nein, die ganze Frau! – heute, im Jahre 2015, bald mehr denn je zum Allgemeingut geworden ist, zum Kampfplatz gar. Die Vorstellung, dass in den spießigen 50ern einer jungen Frau von einem Modehersteller empfohlen wird, sie solle sich so kleiden, dass schlichteste Begehrlichkeiten geweckt werden – unmöglich. Und das, obwohl es ein Jahrzehnt war, in dem Frauen wieder einmal darauf erzogen werden sollten, sich auf Heim und Familie zu beschränken und sich entsprechend geben mussten, um einem Spießer den Heiratsantrag zu entlocken. Sind wir denn gar nicht weiter gekommen? Ist das die wunderbare Pornokultur, die vordergründig so tut, als wäre sie Vorbild für eine starke und selbstbestimmte Frau? Wird uns nun wieder mit “Du spießige Spaßbremse”, “Zickige Feministin” und “Prüde Jungfer” gedroht, wenn wir nicht so aussehen wollen, als wären wir ständig bereit und willens? Sind wir wieder einmal an dem Punkt, an dem Frau es nur falsch machen kann? Verweigere ich die Sexiness als Leitmotiv (zumindest für den Inhalt meines Kleiderschrankes), bin ich dann die frustrierte Hausfrau? Mach ich mit, bin ich dann die Schlampe, die selbst schuld an Übergriffen ist?

Es ist natürlich illusorisch, auf Werbeüberschriften zu hoffen, die von jungen Mädchen fordern, sie solle klug, fröhlich, frech, eigensinnig oder stark sein. Wenn es denn sein muss, dann könnte die Botschaft lauten “Fühl dich schön in diesen Kleidern”, “Gib dich lässig in diesen Jeans” oder was auch immer, ätzend genug wäre das auch noch. Aber sexy? SEXY? Wäre ich Mutter einer Tochter, ich wüßte nicht, wie ich meinem Kind beibrächte, sich schön zu finden, seine Weiblichkeit zu entdecken und von den nach wie vor männlich geprägten Ansprüchen ungebrochen zu bleiben. Nur eine Frau, die sich mag, die andere Interessen als nur Jagd nach dem Mann hat, kann dann auch mit all den Elementen von Verführung, Macht und Sex spielen. SPIELEN und nicht ihren Lebensinhalt darin sehen, sexy, sexy, sexy zu sein. Wir erinnern uns an Bruce? Sexy, sexy, sexy – da klang es noch witzig. Heute ist es abgenudelt.

Irgendetwas reizt mich, das hier mit einem anderen Satz Mr. Darnells abzuschließen:

“Die Handetasche muss lebendig sein!”

PS: Gerade eben erst kam mir der gute Gedanke, doch mal zu schauen, welche Bilder mir google präsentiert, wenn ich nur das Wort “sexy” eingebe, ohne weitere Zugabe wie Frau, Mann oder Kleid. Das hier ist, was kommt. Im besten Falle Models von Dessousshops, meist aber ist die Frau selbst die Ware: kaum verpackt und sofort verfügbar. Mein Unbehagen könnte besser nicht dokumentiert werden. Und mit diesem Wort werden mir, der Frau, Schuhe, Schnittmuster und Kuchen angeboten …

Diese Beiträge könnten dich interessieren:



22 thoughts on “Sexy – unerhört wichtig! Oder doch nicht?”

  • Wieder mal ein wunderbarer Artikel von Dir, der mir aus dem Herzen spricht. Alles soll heute sexy sein, selbst eine Großstadt oder ein Auo oder ein neuer Joghurt. Frauen ja sowieso…
    Wobei ich das Wort gelegentlich benutze für so kleine, unfassbar anziehende Besonderheiten mancher Menschen von denen ich meinen Blick kaum abwenden kann, wenn sie mir einmal aufgefallen sind. Wenn eine bestimmte Halskette in einer perfekten Linie in einer wunderschönen Schlüsselbeinkuhle liegt oder ein Grübchen, dass zum Vorschein kommt beim Verlegen-Gucken oder eine bestimmte Geste zum Brille wieder auf die Nase schieben… Dergleichen kann schon sehr sexy sein, aber selten das, was rauskommt, wenn irgendwer sagt “Sei sexy.”

    • Ah, entschuldige, dein Kommentar war unter Spam gelandet, die Spamsoftware ist nicht unfehlbar. Wie schade wäre es gewesen, er wäre ganz verschwunden, denn du sprichst da etwas an, was mir genauso geht: natürlich gibt es Momente, Anblicke, Erlebnisse, die gar nicht anders bezeichnet werden können – und da ärgert es mich ganz besonders, dass dieses Wort so viel andere Assoziationen mit sich trägt. Ich glaube, das wichtigste am “guten” Sexy ist, dass es nicht zwischen Massen von Menschen stattfindet und unendlich wiederholbar ist, sondern dass es etwas überraschendes, frohmachendes zwischen zwei Menschen ist, die sich vielleicht gerade eben noch ganz fremd waren. Oder die sich schon so lange kennen, dass sie ganz vergessen haben, was noch alles zu entdecken sein könnte 🙂

  • Eigentlich fast schade, dass es ein Passwort gibt und diese klugen Gedanken nicht an die ganze Öffentlichkeit dringen, aber Intimität ist ja auch eine feine Sache und da wären wir wohl schon im Thema. Packen wir mal die nackten Tatsachen aus – ich als Endzwanzigerin muss gestehen, dass ‘sexy’ für mich eher zum üblichen Gebrauch gehört und nicht den faden Beigeschmack hat den Du schilderst. Weniger als das Wort finde ich aber auch die Botschaft ebenso fade – tatsächlich frage ich mich gar manchmal, ob ich zu unsexy bin (meistens nach dem vermehrten Genuß von Modeseiten) und dem zu wenig Platz im Schrank einräume. Aber dann denke ich mir: Ich habe figurbetont, ich habe offenherzig, ich habe kurz, ich habe luftigleicht, nur sexy.. Nein, sowas nicht. Dieses ‘sexy’, das andere anspringt, anfällt und brüllt, fehlt meinem Kleiderschrank zum Glück und sorgt bei mir auch auf der Straße für mehr Verwirrung als Erregung. Ich finde es gar unangenehm dabei zuzuschauen, wenn jemand sich modisch anderen an den Hals wirft.

    Aber wir (als Konsumenten) wollen ja scheinbar immer das Besondere sehen – egal wie wirr, überreizend, unrealistisch. Jeans und Pulli sind zu profan für eine abendfüllende Sendung und zu banal für ein Hochglanzblatt.

    Die meisten Frauen wissen (oder sollten wissen), dass das nicht der Realität entspricht, dass wir keinen gebleichten Hintern brauchen oder einen aggressiven Minirock, um interessant und reizend zu sein. Sich aber diesem unbewussten Einfluss zu entziehen oder diesen jungen Mädchen auszureden ist aber sicher wieder eine ganz andere Baustelle! Und auch manche Männer scheinen mir des Öfteren völlig verblendet zu sein, was sie von der Frauenwelt erwarten können oder wie sich das von ‘sexy’ gemachte Versprechen wirklich (oder eben auch nicht) umsetzen lässt.

    Eine Lösung habe ich nicht, aber ich bin schon froh, dass die meisten Frauen in meinem Umfeld eigentlich völlig normal und entspannt sind.

    Was ist eigentlich ‘sexy’ beim Mann?

    • Vielleicht stelle ich es nach dem nächsten Beitrag auf öffentlich, ich mag es nur einfach nicht, wenn meine Mutter Dinge mitliest, die sie dann wieder mit: wie kannst du sowas nur sagen??? kommentiert und dann beleidigt ist, wenn ich mir das verbiete.

      Sexy beim Mann? Im positiven Sinne, wie von dir geschildert, wären das für mich ganz klar Intelligenz, Eloquenz, Humor und Haare zum Durchwuscheln!

      • Da stimme ich voll zu, aber wann sind Männer sexy im aggressiven/billigen Sinne? Modisch gesehen? Zu tiefe Hose? Hot Pants? Mir will nichts so richtig einfallen was als Gegenstück zur aggressiven Sexiness der weibliche Mode taugt.

        • Naja, fängt schon damit an, dass das Männer-Sexy viel weniger verfügbar und niedlich klingt: da werden uns dann gestählte Muskeln präsentiert und der Aufdruck “Sexiest Man alive” klingt eher so, als hätte er die Wahl und amüsiere sich über die weibliche Begeisterungsfähigkeit. Das macht es dann positiv. Also für ihn.
          Bei Frauen hingegen ist sexy immer eine Objektgeschichte: sie ist gewählt worden und darf sich nun hingeben. Aber ich finde es ja eben schwierig, die Definition zu finden und damit ist es auch schwierig, genau in Worte zu fassen, wie ich es empfinde.

          Sagen wir mal so: weshalb eigentlich wird Frauen ständig empfohlen, sexy zu sein? In Männerratgebern wird Männern das nicht in der gleichen Form geraten und wenn, dann mit dem Hintergrund, mehr Frauen ins Bett zu bekommen. Was ja offenbar nicht so leicht ist. Andersherum ist es für die meisten Frauen ja nun gar nicht kompliziert, irgendwo ein williges männliches Wesen für die Horizontale zu finden, egal, was sie anhat – und den meisten Frauen geht es ja auch nicht ständig nur um die nächste Nummer.
          Ach,es ist schon zu spät für mich, ich drehe mich im Quark 😀

  • Ich weiss es , ich weiss es ! (Fingerschnipps off )

    Das liegt am Zeitgeist und am politischen Fortschritt, der abgesehen davon noch besser und stärker ausfallen könnte…
    Je mehr Rechte und Erleichterungen die Frauen im Berufsleben (hätten) haben, je mehr die Gleichstellung in der der Gesellschaft laut Gesetzgeber vorhanden wäre, so daß Frauen leichter ihre Chancen nutzen könnten, desto lauter ist der Ruf der (männlich dominierten ) schöhnheitsindustrie geworden.
    Dadurch können sich die Frauen sehr gut ablenken lassen anstatt für ihre Rechte einzustehen, denn das ist ja “unsexy “. Der tägliche Kampf um die Schönheit und ihre unerreichbaren Ideale nimmt soviel Raum und Zeit im Leben der Frauen ein das für alles andere viel weniger Platz ist….
    Und nachdem die Frau alles getan hat damit sie heutzutage dem gängigen Ideal entspricht wäre der Tag auch schon halber rum,und wenn sie dann angekommen ist am Platz der Entscheidungsträger wird sie milde belächelt und als sexy dummen abgetan…
    Ich glühenden fest daran, daß dies alles gemacht und vorgegaukelt wird um die Frauen klein zu halten. Das sie immer an sich zweifeln, immer das Gefühl haben zu müssen ich bin nicht ganz richtig.Das impliziert nämlich einen starken Mann an der Seite der weiss wo langgeht…

    Hört sich alles überzogen und blöd an ?
    Ich habe 2 Töchter 17 und 18. Und ich frage mich oft was verdammt nochmal hab ich falsch gemacht?
    Gut aussehen und ein Mann ist das Lebensziel. Und wenn ich frage was sonst kommt im O Ton :
    Du und dein Scheiss Feminismus! !!!!!!!!! Das kotzt mich an !!!! Ich kann es nicht mehr hören! Das braucht doch kein Mensch !!!!!

    Das dauert noch bis meine Mantragesänge ankommen.

    der Zeitgeist ist selbst in meinem Hause auf fruchtbaren Boden gefallen und meine sind ja schon etwas älter…wie mag das heute sein mit 12 bis 14 ??
    Ich wage es mir nicht vorzustellen. ..
    aber ich sehe es auf der Straße. ..alles Die gleiche homogene Masse mit Mini unter die Ritze geschminkt wie Hulle und schuhe nicht unter 8cm.
    Nicht alle , aber sehr viele..
    Sexy in diesem Sinne ist Objekthaftigkeit und ständige Verfügbarkeit von optischen Reizen.Aber das impliziert Austauschbarkeit weil das Auge sich daran gewöhnt und somit immer stärkere Reize gesendet werden müssen um aufzufallen und angeschaut zu werden…und wollen diese “sexy” Frauen nicht angeschaut werden? ?? Ist es nicht das wozu sie gemacht wurden und sich selbst gemacht haben ??

    Ganz klar warum dieser Mann aus der Show rausgeflogen ist :
    Er hat das gängige System hinterfragt. Und das ist nicht gewünscht.

    Ziemlich wirr nicht wahr ??
    Vielen Dank für deine Gedanken…!
    Lieb Grüsse
    Stella

    • Ich bin da ja immer sehr hin- und hergerissen: dass Männer in der Schönheitsbranche (also speziell im kosmetischen Bereich) das Sagen haben, deutet sich ja erst in den letzten Jahren an. Bis dato war das immer einer umsatzkräftigsten Branchen, in der Frauen ganz oben standen; schon die Anfänge waren größtenteils weiblich besetzt – es standen hinter den Namen ja wirkliche und echte Frauen, die zum Teil auch sehr emanzipatorisch und feministisch mit dem Thema Schönheit und Selbstbewußtsein umgingen: da gab es Jeanne Piaubert, Helena Rubinstein und Elizabeth Arden, später Estée Lauder, Mme Docteur Payot oder in Deutschland eine ganze Reihe an Kräuterdamen, die teilweise sogar ihr Unternehmen durch das 3. Reich gerettet haben, ohne den Nazis hinterher zu rennen. Die Idee dahinter war bei den meisten, möglichst vielen Frauen das Gefühl von Schönheit und Selbstzufriedenheit zu vermitteln, ohne sie zu Gebrauchgegenständen herab zu würdigen.
      Seitdem aber in Kosmetikfirmen männliche BWLer sitzen, geht es nur noch um Marketing und sinnlose Produktneuheiten bei möglichst geringem Produktionsaufwand; da werden dann in Seminaren schon mal die hanebüchensten Geschichten erzählt – weil Frauen ja zu blöd sind, um das zu merken. Insofern hast du mit deiner Theorie von der männlichen Ablenkung nicht unrecht. Aber das Bild ist zu grausig, um damit entspannt leben zu können 😀

      Das, was du von deinen Töchtern erzählst, hatte ich schon mit 30 bei meinen damals 16jährigen Kundinnen erlebt: dieses absolute Nullinteresse an feministischen Themen und dieses darüber Grübeln, wie sie sich bei allen Jungs am begehrenswertesten machen können. Mir unbegreiflich. Gestern habe ich noch mit meiner Freundin über diesen Text hier gesprochen, weil ich besonders an sie und unsere Gespräche vor 30 Jahren dachte. Und klar wollten wir attraktiv sein, älter wirken und Jungs gefallen – aber eben als wir selbst. Sexy war in der Tat nicht das Wort, das da jemals gefallen wäre.

  • Ich überlege mir gerade, wie ich mich fühlen würde, wenn jemand zu mir sagen würde, du siehst sexy aus (was mir in dieser direkten Form glaube ich noch gar nicht untergekommen ist), ich glaube ich würde denken derjenige “verarscht” mich. Verführerisch, attraktiv, anziehend, reizvoll etc. gerne, aber sexy? Das ist für mich niedlich, klein, geil und doof. Aber wenn ich so darüber nachdenke, dann liegt das wohl tatsächlich daran, dass ich aus einer Generation komme, die alles sein wollte bloß nicht sexy. Wenn ich noch an diese riesengroßen Schlabberpullis denke, die wir getragen haben, damit bloß nichts zu sehen ist.
    Erst das Revival des Minirocks (ich glaube das war so Ende der 80 er Jahre), hat uns gezeigt, dass man damit auch eine Mengen Spaß haben kann, da war ich so 19.

    Aber trotzdem ist es doch auch eine sehr typisch deutsche Sichtweise, alles was schön, sexy, weiblich und zurechtgemacht ist, als dumm un naiv hinzustellen. Ich wohne ja auf dem fränkischen Land und hier geht hohe Absätze, Kleider, Schminke und feminines Auftreten nicht zusammen mit treue Ehefrau und gute, fürsorgliche Mutter. Allenfalls noch akzeptiert für die Arbeit, aber nicht mehr zum Kinder abholen oder für den Wocheneinkauf. Entwedern ist man das eine oder das andere.
    Wir waren jetzt in Italien im Urlaub und die italienischen Frauen legen auf ein entsprechendes Äusseres unglaublich viel wert (die Männer aber auch), und sie zeigen das mit einem bewunderswerten Selbstbewusstsein. Ich glaube nicht, dass eine Italienerin über ein “Du bist sexy!” So irritiert wäre wie ich. Jetzt weiss ich auch, dass Italien nicht das Paradebeispiel weiblicher Emanzipation ist, aber ich wünschte, wir könnten hier mit Weiblichkeit ein wenig entspannter umgehen.
    Warum kann man nicht alles zusammen sein weiblich, kompetent, fürsorglich, sexy, häuslich etc.
    Und das ist etwas, dass ich versuche meinen Töchtern beizubringen. Ihr könnt das alles ausprobieren (naja fast alles), aber das was euch ausmacht sind nicht die getuschten Wimpern oder die langen Beine in den Hotpants, sondern viel mehr tolle Dinge an euch.

    So,dass ist nun richtig lang geworden. Ich hoffe man versteht das.
    Ute

    PS Uber das Google Ergenis war ich ein wenig entsetzt, aber Google mal nach “sexy Mann”, ist auch nicht viel besser

    • Ha, daran kann ich mich noch erinnern: als ich vor 13 Jahren ständig online gedatet war, traf ich einen, der mir zum einen viel zu jung war und zum anderen viel zu oberflächlich. Dafür war er hartnäckig, sonst hätte ich dem Treffen gar nicht zugestimmt (seitdem hasse ich es, wenn jemand mich partout zu etwas drängen will!). Wir trafen uns zum Frühstück im Frühherbst, ich hatte gerade meine enge Lederhosenphase und durfte mir nach dem “Guten Morgen!” anhören, ich sei aber ein echt sexy Knusperteilchen …
      Meine Gefühle dabei waren eindeutig negativ! Ich fand das übergriffig, unverschämt und plump, trank meinen Tee und ging.

      So, wie du sexy definierst, sehe ich es auch und du hast recht, es ist vermutlich doch eine Generationenfrage: sowohl was die Definition anbelangt als auch (leider) was den Wert der Frau angeht. Nur mache ich noch einen Unterschied zwischen superweiblich und sexy. Hohe Schuhe, enge Röcke und rote Lippen fallen für mich noch nicht unter dieses Sexy-Sexy, sondern eher unter selbstbewußt und vielleicht verführerisch. Immerhin kann man so komplett von oben bis unten bekleidet sein 😀 Und da gebe ich dir dann wieder recht: ich denke auch, dass dieses sehr weibliche Bild in den deutschen Straßen unterrepräsentiert ist und folglich auch oft falsch verstanden wird. Und dass sich das nur ändert, wenn mehr Frauen mehr zu dieser Seite der Weiblichkeit stehen und ausleben anstatt wie Kopien der Männer herum zu laufen. Ich beispielsweise fühle mich in einem Bleistiftrock zehnmal tougher, stärker und unantastbarer als in einer Jeans.

      Ich glaube manchmal, Mädchen bräuchten in einem bestimmten Alter eine tolle Tante oder gute Freundin der Mutter, die da als Vorbild herhalten kann und die offen mit ihnen sprechen kann, wenn es zu peinlich ist, mit der Mama etwas anzufangen. Wie bekommst du das hin?

      • Aber das muss ich doch gar nicht hin bekommen. Sie sind ja erst 11,da will man vor allem den Freundinnen gefallen und das heißt, man will ganz genauso aussehen, wie alle. Die sehen aus wie geklont,Männlein wie Weiblein. Da musst bei der Schulparty schon aufpassen, dass du die richtige Tochter mit nach Hause nimmst.☺

        So what, ich rede da nicht rein und antworte nur wenn ich gefragt werde, scheint auch eine gute Strategie für die Pubertät zu sein. Ich vertraut da meinen Töchtern, die werden ihren Stil schon finden.

        Gruß Ute

        • DAS finde ich jetzt mal richtig gut, weil es entspannt klingt und weil du dich wohl daran erinnerst, dass wir es ja schließlich auch geschafft haben.

          Um Verwechslungsmöglichkeiten auszuschalten, wäre eine Namenstätowierung an gut sichtbarer Stelle bestimmt auch eine gute Idee 😀

          Und vielleicht mache ich mir da auch zu viele Gedanken, weil ich als Söhnemutter immer darauf gestossen werde, dass schließlich ich für deren Frauenbild verantwortlich sei …

  • Naja , ich bin ja der Meinung, dass sehr viel mehr das Verhalten der Väter als das der Mütter das Frauenbild der Söhne beinflusst, allerdings auch nur begrenzt, denn dann hätte ich meinen Mann gar nicht heiraten können. Der hat es dann nämlich auch geschafft, sich seine ganz eigene Sicht der Dinge anzueignen und das hat mit dem Weltbild seinen Eltern nichts mehr zu tun.

    Allerdings muss ich auch zu geben, meine Entspanntheit hat auch ihre Grenzen. Mit 11geschminkt in die Schule, da gibt es auch im Hause Schneckennasen keine Diskussion. 😁
    Grüße Ute

  • Interessant… ich überlege gerade. Das Wort “sexy” an sich hat für mich einen eher schmuddelingen Beigeschmack. Was daran liegen kann, wie mein Vater es betont hat. Vielleicht ist es für mich darum auch das ein durch und durch männliches Wort. Jedenfalls ist “sexy” ganz bestimmt keines der Attribute, die ich für mich in Anspruch nehmen möchte. Und wohl auch nicht könnte.

    Müsste ich eine Definiton von “sexy” abgeben, würde ich wohl etwas in der Richtung formulieren: Frauen, die es nötig haben, weil sie sonst nichts zu bieten haben.

    Sexy ist für mich immer auch billig, plump und einfach, gleich einem Stempel, gemacht für die Massenproduktion. Im Gegensatz zu: aufregend, anregend, inspirierend, erotisch, erotisierend, ansprechend, sich selbst gekonnt in Szene setzend, verführerisch, etc. Das beschreibt für mich viel mehr und umfangreicher, wie Frauen wirken können.

    Sex sells… ja, “sexy” ist für mich ein Verkaufsargument. Was auch immer an den Mann gebracht werden soll…

    • Dann sind wir uns ja einig 🙂 Aber ich hadere noch damit, dass es wohl eine ausreichende Menge an Frauen geben muss, die diesem “ich muss sexy sein (sexy kaufen) unterliegen oder folgen. Und die müssen dieses Wort und seine Idee doch vollkommen anders interpretieren, oder? Denn welche Frau will schon Ware sein? Ich habe in meinen Job eine nicht kleine Anzahl an Damen des Gewerbes kennen gelernt und auch die wollen sich nicht als Ware sehen (wobei die meisten diesen Job, den sie ausübten, auch nicht wollten, aber das ist ein ganz anderes Thema …)
      Weshalb also funktioniert das, das Verkaufen über diese Schiene? Mal ehrlich, würde man mir jede Margarine und jede Feinstrumpfhose dadurch verkaufen wollen, dass mir ein nackter Mann seine Familienplanungspäckchen vor die Nase hält, dann äße ich längst Trockenbrot und liefe mit blaugefrorenen Beinen durchs Jahr.

  • Ich denke, mir würde auch etwas merkwürdig werden, wenn mich wildfremde Männer als sexy ansprechen würden. Da hat der Begriff für mich auch zu viel von Objekt sein, billig, willig ohne Verstand als das ich ihn zum Gradmesser meines Erscheinens machen wöllte. Was nichts daran ändert, dass ich mir Gedanken über meine Attraktivität mache. Allerdings ist Attraktivität für mich sehr viel individueller als der Mainstream einem Glauben machen möchte. Hat mehr mit Haltung und Charme zu tun als dem perfekten Körper. Aber der enorme Anpassungsdruck ist natürlich da und bei manchen (gerade den jungen) wohl auch der Irrglaube, wenn sie alle Punkte auf der imaginären Liste der Sexyness erfüllen würden und alle hippen items kaufen würde, dann würde sich das Glück auf der Stelle einstellen …
    Die Frage ist ja, für wen mache ich das? Was ist positiver Ausdruck meiner Sexualität / Attraktivität und was wird mir von den Massenmedien verordnet? Kein leichter Weg!

  • Ein guter Text, vielen Dank dafür. Der Begriff steht für mich gleich neben billig und primitiv. Und daher kann ich auch nur noch den Kopf schütteln, wie inflationär viele Waren, die an die Frau verkauft werden wollen, derartig tituliert werden. Von der Frau als Ware mal ganz abgesehen. Selbst in der Burda werden immer häufiger Kleider/Rockschnitte mit dem Hinweis versehen, daß
    “dieser Rock weibliche Rundungen sexy zur Geltung bringt”. Es reicht nicht aus, daß das Schnittmuster den weiblichen Körper zur Geltung bringt,nein, sexy muß es auch noch sein. Dabei will ich mir nur einen schönen Rock nähen und hatte gar nicht vor auch noch sexy zu wirken. Also besser nicht nähen, weil ich vielleicht falsche Signale sende ? Nun bin ich in meinen Ansichten so gefestigt, daß dieser Schwachsinn mich in gar keiner Weise verunsichert. Es ärgert mich manchmal, lässt mich den Kopf schütteln, damit hat es sich dann aber auch. Ganz anders sieht es aber aus, wenn ich lese oder höre, wie die jungen Mädchen damit umgehen.Es macht mich sprachlos, wie es im Jahr 2015 möglich ist, daß so vieles von dem, was im Fernsehen, Zeitschriften, Filmen etc. propagiert wird, bei diesen “Kindern” auf fruchtbaren Boden fällt. Ich saß mal fassungslos vor dem TV, und sah 15 Minuten bei GNTM zu. Verdummung pur. Wer hätte das gedacht, vor 20 oder 30 Jahren. Minderjährigen wird schon vorgelebt, verführerisch zu sein. Prima!
    Wie so einiges, was mir zur Zeit im Weltgeschehen mittelalterlich vorkommt, so frage ich mich auch bei dieser Entwicklung, was ist mit “den” Frauen/Mädchen los? Vielleicht ist es wie mit der Mode. Da kommt ja auch vielles wieder und vielleicht wird es ja auch irgendwann mal wieder die Strömung geben, daß nicht alle wie geklont aussehen. Alle haben die gleichen Frisuren, Klamotten, tragen die Handtasche in der abgeknickten Armbeuge und in der anderen Hand das Telefon.Allerdings vermute ich, daß sich Individualität besser entwickeln kann, wenn nicht rund um die Uhr alles Vorfabrizierte zur Verfügung steht.Konsum, ex-und-hopp,ich-HOL-mir-was-bei-xyz.Gruppenzwang kommt noch dazu und schon steckt man in der Falle. Wenn man über dieses Thema nachdenkt, fragt man sich,ob es da ein Missverständnis gibt, zwischen den Generationen?
    Sind die alten Frauen einfach nicht auf der Höhe der Zeit und die jungen haben das alles bestens im Griff? Ich denke nicht, denn die smarte, geschmackvolle, sinnliche, kluge, subtile Erotik, die kommt nicht mit der plumpen Holzhammermethode.Aber das setzt auch ein wenig Geistesbildung voraus. Bildung der eigenen Persönlichkeit. Was mich zu meinem letzten Punkt bringt:ist es nicht an der Zeit damit aufzuhören,sich darüber Gedanken zu machen, wie ein Mann dieses Thema beurteilen würde? Das er denken könnte, hier äußern sich nur häßliche, alte, frustr….na und? Soll er doch. Es sind genau diese Männer, die zwischen “sexy” und “sinnlich” (oder was auch immer man für einen besseren Begriff verwenden will) nicht unterscheiden können und einen Keil zwischen Frauen treiben. Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema…vielleicht bin ich etwas abgedriftet? Bei diesem Thema kommt man eben vom Hölzchen auf’s Stöckchen 😉

  • Wundervoll! Inhaltlich und stilistisch so grundlegend meine Meinung, dass ich einfach Juhu!!! rufen möchte. Ja, so ist es. Genau so! Danke, herzlichst, Sunni

  • sicher hab ich als junge frau klamotten getragen die man als sexy bezeichnen könnte – aber mit mir drin war das gar nicht so harmlos wie dieses barbie-wort. ich glaube sogar es war manchmal ziemlich verwirrend bis furchteinflössend – oder eben ironisch bis lachhaft 😉 aber nie “verfügbar”!
    vll. habe ich deswegen keinen reichen, mächtigen mann abgekriegt sondern einen guten 🙂
    am schlimmsten finde ich diese sexy-nummer bei den kleinen mädchen – ich habe mal in einem kinderklamottenladen gearbeitet…. eine spargeldünne , nur arme und beine, grösse 156: ” nein – die hose will ich nicht – da seh ich fett aus”! von den aufdrucken auf den shirts gar nicht zu reden….
    eine freundin fand sich letztens sehr wohlmeinend als sie mir sagte dass ich in meinen dirndlröcken und folkloreblusen doch wirklich sehr unförmig aussähe – so´ne schlechte figur hätte ich doch gar nicht. und sie hat gar nicht verstanden dass ich mir ganz bewusst das recht rausnehme “unförmig” im sinne des mainstreams rumzulaufen…….
    könnte jetzt ewig so weitererzählen. andermal.
    xxxx

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Einverstanden

Please leave these two fields as-is:

Protected by Invisible Defender. Showed 403 to 531.592 bad guys.