So langsam …

… scheine ich voran zun kommen. Ich huste und schnupfe nur noch früh morgens und spät nachts, schlafe durch und habe auch die Nähmaschine über die letzten drei Tage immer wieder heraus geholt. Gut, was? Die Jungs sind noch für drei Stunden bei Oma und Opa und was tue ich? Ich blogge mal wieder 😉

Viel zu zeigen gibt es noch nicht; zwar habe ich zwei Hosen und einen Pullover beendet, aber zum Fotografieren fehlen mir heute Lust, Laune und Liebe – und auch mit meiner freien Zeit bin ich geizig. Also zeige ich Hose Nummer zwei und verliere ein paar Worte darüber.

Wenn ihr an dem Fakt, dass Hose und Strümpfe treu aneinander hängen, vorbei gesehen habt, dann könntet ihr ein Déjà-Vue erleben: eine blaue Bundfaltenhose mit weiten Beinen? Das gab es doch schon einmal? Richtig und die Betonung lag auf “war”, denn mein einziger Burda-Erfolg (127-07-2010) ist nicht mehr. Ich führe das jetzt nicht weiter aus, sonst geht es mir wieder schlecht – ein paar von euch wissen ja eh schon Bescheid.
So machte ich mich in der letzten Woche daran, diesen Verlust auszugleichen; zunächst mit einem dünnen dunkelgrauen Wollstoff und ein, zwei kleinen weiteren Verbesserungen zur Vorgängerversion. Irgendwann wird es auch davon Bilder geben, seid nur hübsch brav und geduldig.
Was mich aber an dem Schnitt weiter hin stört, ist die schräg eingelegte Bundfalte. Die ich nicht verstehen kann: wenn ich eine gerade Bügelfalte auf die Stelle treffen lassen soll, von der aus die Bügelfalte entspringt – wäre es dann nicht einfacher, wenn beide Falten in die gleiche Richtung fallen wollen? Wenn ihr euch im Netz mal Versionen raussucht, dann versteht ihr leichter, was ich meine. Oder ihr könnt euch auch meine helle Baumwollvariante anschauen:

Na, ist hier nicht so gut zu erkennen, aber die Falte beult zur Tasche hin und es ist nach dem Waschen die bloße Hölle, die Bügelfalte wieder einzufangen. Und so dachte ich, ich steppe selbige einfach ab. Was nur theoretisch funktioniert, denn nun lässt sich die Bundfalte nicht mehr unter Kontrolle bringen. Ich habe deswegen im Burdaforum mal nachgefragt, aber bislang noch keine Antwort erhalten – viel Hoffnung habe ich nicht mehr. Dafür hatte ich Mut und einen sehr seltsamen Karstadt-Stoff zur Hand: er besteht vor allem aus Kunstfaser, aber enthält auch noch 20% Wolle, die offenbar auf der Außenseite aufliegt. Trägt sich auf alle Fälle sehr warm und relativ knittfrei – nur das Problem mit dem Haften an Strickstrümpfen ist halt da.
Ich habe also den Originalschnitt genommen, die Bundfalte zusammen gelegt, an gleicher Stelle senkrecht eingeschnitten und eine neue Bundfalte eingezeichnet. Oben am Bund fehlt mir außen nun vielleicht ein halber Zentimeter, aber da diese Hose nach all den Änderungen an Taille, Hüfte, Po und Bundfalte nun zu meinem Standardschnitt wird, werde ich da noch basteln können, bis ich ganz glücklich bin. Obwohl am Hosenbein nichts geändert ist, wirkt die Hose vorm Spiegel schmäler als die frühere Originalvariante – vielleicht auch, weil ich diesmal auf die Saumaufschläge verzichtet habe.

Da ich mich nach wie vor mit Ärmeln herumschlage und ärgere, fehlen mir Blusen. So bin ich heute morgen in die Stadt gewandert und habe beim Schweden zwei erstanden – KAUFKLEIDUNG! Aber das nimmt den Druck raus und ich habe etwas, was ich nicht nur tragen, sondern auch anständig vermessen kann. Und wo ich schon mal da war, habe ich mir einen ganz Arm an Hosen, Röcken und Pullis mitgenommen, um zu testen: Wo beginnen Saumweiten, wo enden Falten, wieviele Maschen etc. – kaufen wollte ich außer den Blusen nichts, aber wieviel habe ich gewonnen: denn an der für mich miesen Passform von H&M-Hosen hat sich nichts geändert: sie sind viel zu kurz und an der Taille fast so riesig wie die Schnitt von Burda es mir vorschlagen 😉 Nachdem ich vier Hosen anhatte und zwischen Lachen und Entsetzen schwankte, was meint ihr wohl, wie zufrieden ich danach wieder mit meiner neuen blauen Selbstgenähten war? Was immer ich heute morgen um 9:00 Uhr noch an ihr auszusetzen hatte – heute mittag um 12:00 finde ich sie toll! 😉

So, ihr Lieben, es ist viel später als gedacht, demnächst werde ich mich über Ärmel ausweinen!

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8 thoughts on “So langsam …”

  • Die Hose ist doch toll. Viel besser als die helle Version. Ist wirklich eine gute Idee bei zu viel Mäkelei mal wieder Kaufkleidung zu probieren.
    Liebe Grüße
    Arlett

  • Haha, DAS stimmt. Manchmal ist es ganz gut, ein paar Kaufklamotten anzuprobieren oder einfach mal auf der Strasse zu gucken, was die anderen so anhaben, wie sie frisiert (oder nicht frisiert) und geschminkt (oder nicht geschminkt) sind, und wie die Leute überhaupt so aussehen.
    Das rückt die Perspektive wieder gerade und man mag sich selbst und die selbergenähten Sachen gleich wieder viel besser. Wir Hobbyschneiderinnen haben ja einen äusserst kritischen Blick für unsere eigenen Werke, aber das meiste Kaufzeug ist deutlich schlechter, was die Passform angeht. Davon, dass es praktisch nichts zu kaufen gibt, was mir wirklich gefällt, will ich mal nicht reden.
    Deine Hose ist doch klasse!

  • Ich finde die Hose einfach toll!
    Sieht richtig schick aus und passt hervorragend in deinen Kleiderschrank … ähm … ich meine, sie passt perfekt zu deinen herrlich eleganten Strickpullis! (Bloß nicht die Hose im Schrank verstecken!!).
    Liebe Grüße, Bettina

  • Ha, die Kaufkleidung-Therapie, durchzuführen Montags bis samstags von 9 bis 20.00 Uhr in ihrer örtlichen Fußgängerzone… Die Hose ist prima, damit bist du wirklich auf dem richtigen weg.

    viele Grüße! Lucy

  • Hose: gut.

    Und Kaufkleidung zur Abschreckung anzuprobieren ist ein völlig legitimer Schritt im Kampf gegen Schnittmusterphobien und Bügelfaltenunwohlsein.

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