Sommerblazerjackencardigan

Schon lange, lange, ganz, ganz lange wollte ich eine Jacke mit einem drapierten Kragen besitzen – so ein lässiges Teil ohne nennenswerte Struktur. Aber einerseits passte diese Art Blazer nicht zu meiner Vintagegarderobe und zum anderen war ich mir nicht sicher, ob das etwas für mich ist. Alles, was zu fließend und un-geschneidert war, schien mir besser zu Figuren zu passen, die eben nicht so sind und da ich alles andere als athletisch und gestählt bin …

Aber es ließ mich nicht los und in den letzten Wochen, ach was Monaten, kam ich wegen ständiger Krankheit und dauernder Kindersorge zu gar nichts außer zu zwei Röcken und einem umgeschneiderten Oberteil – nichts, was sonderlich kreativ oder anspruchsvoll gewesen wäre. Und so viel weiter bin ich nicht gekommen.
Ich schnappte mir den Jacketschnitt und machte den ersten Fehler: ich hatte den Bunka-Blazer abändern wollen und griff stattdessen zum Jacket nach Pepin. Das zu kurz ist, zu breite Schultern hat und irgendwie wenig schnittig ist. Gemerkt habe ich es wann? Natürlich, nach dem Zuschnitt bei der ersten Anprobe. Die Lust, diese Jacke zu füttern, war schlagartig verpufft; zu groß war sie eh nicht gewesen. Sehr zögerlich bastelte ich jeden Tag für einige Minuten weiter: mal kam ein Beleg dran, dann eine Kante, da säumte ich mit der Hand und mal warf ich das Teil in eine Ecke. Zum engen Rock gefiel es mir gar nicht, aber zu kurzen Hosen dann doch. Und irgendwann gestern stellte ich es fertig. Und war nach wie vor ambivalent.

Der Schnitt ist unverändert, nur ist die vordere Mitte um 19 cm verbreitert – kein großer Aufwand also. Der Stoff ist ein tintenblauer Leinen, der sich sehr gut für eine ungefütterte Sommerjacke eignet; die Verarbeitung könnte besser sein. Viel besser. So halb lustlos und verärgert an einem Nähstück herumzusticheln, führt zumindest bei mir zu Nachlässigkeit und Sorglosigkeit. Aber als ich ihn gerade für eine Einkaufsfahrt überwarf, war ich erfreut: genau das richtige für Temperaturen um die 20 C° bei bewölktem Himmel und jetzt, auf den Bildern, finde ich ihn nett:

 

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Ha, wenn ich mal mit Absicht Elegie und Melancholie nachstellen wollte, es gelänge mir wohl nicht. Im Moment des Kameraklickens denken, der Boden müsse gewischt werden – das ist der Weg zum poetischen Blick. Unbedingt merken!

 

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Und einmal noch von hinten: ich hätte mir die Jacke deutlich länger gewünscht, allerdings passt sie so nun zu den kurzen Hosen, die ich noch für den Urlaub haben will.

 

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In den nächsten Tage geht es noch einmal mit dem wunderbaren Kleiderschrank weiter, allerdings haben wir solch einen Brass mit einer der Lehrerinnen des Großen, dass meine Konzentration nicht ungeteilt ist.

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7 thoughts on “Sommerblazerjackencardigan”

  • ich finde sie in “so kurz wie sie ist” auch wunderbar.
    Länger in Grau?
    (aber es ist doch viel zu kalt um die 4 Wände ohne Mantel darüber zu verlassen …)
    Du strahlst so richtig 🙂

  • Großartiges Outfit! Steht dir ausgezeichnet und wirkt alles sehr frisch. Und, nein, ich finde die Jacke ist genau richtig kurz. Du hast eine Hammer Figur und brauchst dich nicht in nem Sack versteckrn!

  • Du siehst toll aus, diese Farbe und der Schnitt, sehr gelungen ! Poetische Blicke bekomme ich ja nicht nur beim Betrachten des Bodens, sondern auch meiner Fenster…
    Ich schicke dir Kraft !
    Liebe Grüsse Stella

  • Toll, toll, toll! Ich habe deinen Blog einige Zeit nicht gelesen und sehe jetzt eine völlig neue, um Jahre jüngere und strahlende Frau. Freut mich sehr für dich. Die neue, entspanntere Silhouette steht dir ausgezeichnet. Die Jacke in kurz ist super und die Kette dazu très chic:-).
    Ganz herzlich aus dem Süden der Republik grüßt
    Hanna

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