Verwandlungskünstler Versatile

Der Frühling ist endlich da, hurrah! Dieser Winter war zu lang und zu kalt; das Einzige, was mir darüber hinweg half, war das Nähen von hochsommerlichen Kleidern.
(Ähm, und das tonnenweise Verzehren von Süßigkeiten jeder Art. Und von Broten. Und Waffeln. Vier Kilo auf Bauch, und Hüften kommen nicht von nichts)

Es gibt einiges, was fertig ist. Und viel zu vieles, das nichts geworden ist. Und immer, immer passiert das mit den liebsten Stoffen. Ein gutes Beispiel ist dieser Rock: eine wunderschöne, matte, mittelblaue Baumwolle war das, die besser ein weiter Rock geworden wäre statt dieses seltsamen Zwitters.

An diesem Rock stimmt nichts und das ist nicht mein Fehler. Der Schnitt ist ein OOP von McCalls; es ist ein Sechsbahnenrock mit ursprünglich sechs Kellerfalten ab Kniehöhe. Was so ausgesprochen dämlich aussah, dass ich die beiden Falten der Seitennaht entfernt hatte. Was auch nicht viel geholfen hat. Was mich ärgert (weil: schöner Stoff, nun für die Tonne).

Ganz abgesehen davon, dass dieser Rock so geschnitten ist, dass man im Grunde zwei Hinterteile (eines hinten und eines vorne) hinein stecken sollte, bleiben diese Kellerfalten nicht im Keller, sondern wölben sich bei jedem Schritt, bei jeder Bewegung, bei jedem Atemzug heraus. Das war mein dritter Versuch mit diesen Falten und ich sehe ein: wir beide, wir passen nicht zusammen.

Die Vision war ein schmaler Rock mit Bewegungsfreiheit und Anleihen bei den Dreißigern und Fünfzigern, das Ergebnis ist das:

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Die Knitterfalten stammen von meinem Willen, diesen Rock doch noch tragbar und nett zu finden; ich bin den gesamten Vormittag damit herum gefahren und gelaufen und das hat nicht dazu beigetragen, dass ich ihn lieber mag. Bah!

Was ich aber gerne mag, ist der Pulli, den ich im Januar gestrickt habe. Da waren noch 5 cm weniger um Hüfte und Bauch und zumindest zwei sollte ich doch wieder loswerden – ich komme in den Großteil meiner im letzten Jahr genähten Röcke nicht mehr hinein. Egal, jetzt geht es um den Pullover:

Ich wollte einen Pulli haben, mit dem ich verschiedenes anfangen kann, der zu engen wie weiten Röcken und Hosen passt, irgendwie modern ist und irgendwie vintage-y. So viele Wünsche auf einmal. Also habe ich Modemagazine, Strickzeitschriften und alte Anleitungen gewälzt und mir überall etwas geklaut: Und so kam ein taillierter Jumper mit krausen Streifen und Dreiviertelärmeln heraus. Aber der eigentlich Clou ist für ich die sehr lange Knopfleiste und der Steh-/Polokragen. (Die oberen drei Knöpfe müsste ich noch häkeln, habe nur keine Lust …)

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Sind die Knöpfe alle geöffnet, wirkt der Pullover eher wie ein Cardigan, ein bißchen maritim wird es durch das gestreifte T-Shirt darunter. Sieht am besten mit einem weiten Rock aus.

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Etwas geschlossener: und schon ist es eine Art Troyer. Und passt zu Hosen gut.

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Geht natürlich auch ohne Gürtel …

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Wird es kälter, werde ich braver. Wird dann durch einen engeren Rock kompensiert.

 

So, und jetzt werde ich etwas Sport treiben und weiter nähen. Auf euch warten noch einige Röcke und Kleider!



2 thoughts on “Verwandlungskünstler Versatile”

  • TITLE: ich mag den Pullover!
    und auch Deinen Bob. Kellerfalten habe ich schon lange aufgegeben ;-).
    Obwohl da gab es einen Trick, aber ich weiß nicht mehr welchen.
    Kannst Du aus dem Stoff/Rock nicht doch noch einen Bleistiftrock nähen?

  • TITLE: Halb so schlimm…
    Hallo Michou,
    der Jumper ist Klasse, der steht dir ausgesprochen gut! Den Jupe solltest du mit deinen guten Nähkenntnissen mehr oder weniger problemlos in einen Bleistiftjupe umarbeiten können – wäre ja wirklich schade um den schönen Stoff!
    Und die paar Pfunde mehr finde ich sehr … sexy! Du siehst grossartig aus!
    Liebe Grüsse,
    Katarina

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