Wahl der Woche

Es ist Sonntagmorgen, ein etwas (zu) grauer und kühler Sonntagmorgen. Aber nachdem der Frühling in diesem Jahr das vierte Mal seinen Auftritt hatte, blüht alles und verschönt den Blick aus dem Fenster. Hoffentlich ist es nicht wieder nur ein Gastspiel, sondern ein festes Engagement, bis der Sommer den Part übernimmt. Aber von grau und kühl möchte ich mich nicht beirren lassen, sondern teilen, was mich in der vergangenen Woche erfreute. Dass der Große sein erstes Diktat mit null Fehlern geschrieben hat, ist sehr fein, aber nicht verlinkbar – zählt also hier nur begrenzt 😉

Die Woche fing gut an, denn eine meiner hilfreichen Schnittberaterinnen hat ihre kleine Nähschule eröffnet; das Thema lautete Abnäher – schadet ja nie, noch mal über Grundsätzliches zu schauen und dabei Profirat zu erhalten. Und weil ich von derlei Lehrstunden nicht genug bekommen kann, freue ich mich schon auf die von Madalynne angekündigten “Lessons in Patterndrafting” – let’s hope she will find the time, the energy und the will to start soon. Thanks again for your fantastic blogg!

Überhaupt freue ich mich immer sehr, wenn jemand das Netz dazu nutzt, nicht nur sich selbst Hilfe, Anregung und Ideen zu besorgen, sondern auch freigiebig teilt. Ingrid tut das schon lange an sehr, sehr vielen Freitagen: Wer sich in seinem Leben langweilt, hat wohl nie stricken gelernt 😛 Was an sich schon bedauerlich ist, noch mehr allerdings, wenn man all diese wunderbaren Anleitungen erhält und nichts damit anfangen kann. Also ran an die Nadeln, sonst kann man gar nicht schätzen, wieviel Arbeit sich die Königin des Strickbloggens nun wieder macht – Tina: Danke, du bist Sahne!

Und während ich meine Woche mit dem erneuten Nähen von Grundschnitten vertändelte (und dann den perfekten Sitz hatte, um ihn dann falsch zu übertragen …!), freute ich mich besonders über die vielen roten Kleidungsstücke, die auftauchten – ein roter Rock macht sich in jeder grauen Stadt ausnehmend gut. Besonders gefallen haben mir Schildis Mantel, Yvonets Hochzeitstagskleid und Stefis erstes selbstgenähtes Kleid in einem Traumrot (Reste dieses Stoffes fänden bei mir Asyl, nur mal so ..). Eine besondere Neigung habe ich zu roten Röcken und auch da konnten mich zwei Bloggerinnen glücklich machen: Es ist erstaunlich, dass Lila und Gelb Rot ergeben können und auch mit einem verlorenen Faden lässt sich noch ein Rock zusammen sticheln. Mein absolutes Lieblingsteil ist allerdings nicht rot, sonder quergestreift: vor ein paar Wochen, als ich meinen Stoffschrank neu sortierte, fiel mir ein quergestreifter Stoff in die Hände, aus dem ich zu gerne einen engen Rock machen würde – mich aber nicht traute. Als Andrea nun aber ihren zeigte – der an ihr sicherlich auch besser aussieht, als jedes ähnliche Modell es an mir jemals könnte! – fasste ich Mut. Vielleicht wird das doch noch was….

Seinen nicht ganz virtuellen Höhepunkt fand die Woche dann gestern, als Simone, Manu und Arlett dann wirklich an meinem Eßtisch saßen und vier Maschinen mehr oder minder erfolgreich vor sich hin schnurrten. Es war ein langer, sonniger und fröhlicher Nachmittag, aus dem zumindest Arlett erfolgreich heraus ging – mit einer roten Bluse! Mit Biesen! Und Stehkragen! Sehr, sehr schön. Das Beste aber war das entspannte Zusammensein – der nächste Termin steht schon und ich verspreche nochmals feierlich: Ärmel werde ich keine nähen, es sei denn, ich weiß, das wird was … wie ich jetzt noch ein Aprilkleid zaubern soll, nachdem mein Selbstbewußtsein heulend und bockig unter der Kellertreppe hockt – ich weiß es nicht, aber vielleicht läuft mir in der nächsten Woche ein glücksbringender Zauber über den Weg … aber egal, egal, noch zehre ich von der superjeilen Zick jestern mit de Schüß!



4 thoughts on “Wahl der Woche”

  • Ich schicke dir ein bisschen glücksbringenden Zauber und schlage ein rotes Kleid ohne Ärmel vor um dem schlechten Ärmelkarma ein Schnippchen zu schlagen.
    Hast du den Ärmel schon nachgemessen? Oder liegt der Fehler doch wo anders?
    Ein bisschen komme ich mir ja als Streber vor. Die Bluse habe ich jetzt doch ins Herz geschlossen. Der Herzallerliebste fand die Farbe wunderbar und verlangte mehr rote Kleidungsstücke.
    Ich drück dich und glaub mir das mit dem Ärmel wird. Der Sloper sitzt so gut, es kann nur an der Übertragung liegen.
    Liebe Grüße
    Arlett

    • Des nächtens habe ich dann doch noch meinen Sloper auseinander genommmen … als erste hatte ich am Pappschnitt noch mal Armloch und Armkugel gemessen und mich gewundert, dass die Mehrweite viel höher war, als ich es euch gestern sagte. Danach habe ich wehen Herzens den Sloper getrennt und aufgelegt auf das Pappmuster und ähm: der Ärmel ist genau richtig, aber bei der Übertragung von Papier auf Pappe habe am vorderen Schulterpunkt 3 Millimeter vergessen und schlimmer noch an der hinteren Seitennaht nur an der Taille, nicht aber unter dem Arm die Seitenlinie nach vorne verschoben – warum und wie das geschehen konnte, weiß ich nicht. Es fehlen also im Grundschnitt 1,3 cm am Armloch.
      Das Ganze dann auf den Blusenschnitt mit der Mehrweite übertragen plus den größeren Ärmel – kein Wunder, dass der sich nicht einhalten ließ und überall in der Balance falsch saß.
      Jetzt gleich werde ich das noch mal neu zeichnen und hoffen, es funzt dann. Lust, alles dann noch einmal nach zu nähen, habe ich aber keine mehr …

      Aber es ist doch ein Lichtblick, dass du dich mit deiner Bluse ausgesöhnt hast! 🙂

      • An die Seitennaht unter dem Arm hatte ich auch schon gedacht. Aber du hast so überzeugend von der Zugabe gesprochen das ich das nicht anzweifeln wollte. Gut das du den Sloper doch noch getrennt hast. Ich denke jetzt bist du dem Rätsel auf der Spur. Und ob du Lust hast oder nicht ich will jetzt wissen ob es funktioniert. Auf der ganzen Rückfahrt hab ich gegrübelt wo der Fehler im Schnitt ist.

        • Ja, du hast dich gestern schon sehr konzentriert. Ohne euch hätte ich gestern gar nicht mehr weiter gemacht! Wie ich das versaubeutelt habe, weiß ich wirklich nicht – in meiner Wahrnehmung hatte ich die Seitennaht natürlich komplett einen Zentimeter nach vorne verlegt. Als ich aber beide Teile nebeneinander legte, da stellte ich fest – öhm, nö …
          Ich gehe jetzt mal malen und dann gucke ich, was heute noch passiert. Heute will der Gatte das Wohnzimmer ab zwei haben, um Formel Eins zu schauen – das wäre meiner Konzentration abträglich, dabei zu sticheln. Hast du deine Schwiegermutter schon fragen können, ob du kommen darfst? 😉 Ohne Dich wollen wir ja nicht!

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