Wahl der Woche

Schon wieder Sonntag und irgendwie noch immer nicht Sommer – Frühling ist ja eh gestrichen, könnte also ruhig früher kommen, das heiße, sonnige Eisschleckwetter. Tut es aber nicht, irgendwer isst sein Tellerchen nicht leer und ich bin es nicht: Muttertagsnussnougatcroissant und Instanthustentee sind vernichtet.

Die letzte Woche war zum größten Teil eine Woche offline: Montag und Dienstag war ich ganz die brave Hausfrau, die einen Mann, zwei Katzen, zwei Kinder, drei Etagen, vier Mahlzeiten, fünf Bügelkörbe und sechs Waschladungen bewältigt hat. Mittwochs war ich platt und wurde dafür nach dem Kindertennis mit Nichtkochenmüssen belohnt. Donnerstag war unendlich faul und Freitag endlich einmal wieder ein Paartag ohne Kinder, dafür mit Kino – “Mademoiselle Populaire” war unsere Wahl. Filme, in denen Kleider der Fünziger auftauchen, können ja schon mal nicht ganz schlecht sein; ist es dann noch ein französischer Film und die Geschichte nett, so kann nicht viel schief gehen. Ging es auch nicht, doch hätte ich dem Film mehr Straffung, mehr Tempo gegönnt: ich sitzliege eben lieber römisch-dekadent mit meinem Strickzeug auf dem Sofa als in einem Kino auf einem kleinen Klappsessel zu hocken. Aber schön war es doch.

Gestern wieder ein wenig Putzerei – es ist ja gar nicht auszudenken, wie sauber dieses Haus wäre, lebten nicht drei Männer darin. Weil ich ahne, wie es jetzt gerade in den unteren Etagen aussieht, bleibe ich noch liegen. Meine Söhne haben gestern wohl beschlossen – und haben ihren Herrn Papa davon überzeugen können – dass sie die Nacht im Wohnzimmer verbringen dürfen; fällt irgendwie unter zelten. Heute morgen stürzte Kind zwei in mein Zimmer und ich machte mich schon bereit, seine Umarmung und seinen Kuss zu empfangen, als er – mich völlig ignorierend! – auf mein Regal zustürzte, in dem eine DVD lag, die er dort vergessen hatte; wenn sie schon im Wohnzimmer und Mama und Papa noch oben sind, weshalb dann nicht die Gelegenheit nutzen und einen Film schauen, den Mama gar nicht leiden kann? Drei Stunden später immerhin stand er nun vor mir mit einer selbst gebastelten Muttertagstulpe. Ich denke, ich werde es im Laufe der nächsten zehn oder zwölf Jahre über mich bringen können, ihm seinen faux pas zu verzeihen. Was ja nicht heißt, dass ich darüber dann nie wieder werde sprechen dürfen… 😉

Aber gab es auch etwas, worüber ich mich in dieser Woche online gefreut habe? Gab es.

Da wäre erst einmal das Bild des gestrigen Postes, das ich bei meiner Seit-ewigen-Zeiten-online-Freundin Lin Franca fand – das Leben kann ja so einfach sein.

Obwohl ich ja kein Mod-Typ bin, fühle ich mich immer sehr, sehr groovy, wenn Eva die Sixties auferstehen lässt:

Man beachte auch den Herren mit Sonnenbrille rechts von ihr – welch eine stimmige Gesamtkomposition 😉

Noch bevor der Gatte und ich in die Innenstadt zogen, las ich bei Constanze einen Erlebnisbericht, bei dem ich – und beim zweiten lauten Vorlesen auch der Gatte – ganz nostalgisch wurde. Aber es wird anders, das immerhin kann ich dir versprechen. Und irgendwann ziehen sie ja auch aus …

Einen kleinen Blick in Richtung Sommer zu werfen gestattete mir Schildi und ich weiß nun genau: ich will einen Stoff mit großen Punkten. Kann ihn nur nicht finden … zwar fröstelte ich kurz bei ihrem Anblick, aber ich weiß ja: frieren tut sie nicht zur Zeit. Freue mich noch immer sehr und wir schauen, was wir machen können, versprochen! 🙂

Am allermeisten gefreut aber habe ich mich über die Bluse bei Susi: Nicht nur hat sie den Schnitt umgesetzt, sie hat das auch noch in meinem liebsten Stoff, meiner liebsten Farbe und in Kombination mit einem Rock getan.

Ich stehe nun etwas unter Druck, ein ähnlich passendes Nährätsel für sie zu finden – heute nachmittag werde ich in staubigen Schnittbüchern stöbern und schnuppern, um für morgen etwas Entsprechendes zeigen zu können. Aber da sind auch noch die Schnittanpassungen für Frifris – mal sehen, was sich mir bietet.

Dann freue ich mich noch ganz linkfrei über die sehr vielen lieben Mails und die neuen Kontakte und wünsche euch allen einen schönen, vielleicht sogar sonnigen Muttertag. Lasst euch verwöhnen und widerlegt die alte Regel, die da hieß:

Vatertag ist, wenn Vater den ganzen Tag außer Haus ist, um sein Vatersein ohne Kind und Kegel zu feiern. Muttertag ist, wenn Mutter zu Hause bleibt, um für alle zu kochen und zu backen …



7 thoughts on “Wahl der Woche”

  • Ja, die Woche hatte auch viel schönes zu bieten!
    Geniess den Tag und lass dich verwöhnen.
    Liebe Grüße
    Arlett

    PS: Es muss an den selbst gebastelten Tulpen liegen. Ich bekam meine erst nach dem ausgiebigen Studium eines Tim und Struppi Comics. Man(n) muss Prioritäten setzen.

    • Hmm, vielleicht sollte man zu alten Traditionen zurück kehren und die Kinder zwingen, ein fröhliches Gedicht auswendig zu lernen: dann können sie es sicher kaum erwarten, aus dem Bett zu springen und es der holden Frau Mama vorzutragen. Welch Wonne das wäre …

      Ich gehörte ja noch zu den Kindern, die meinten, es wäre eine gute Idee, der Mutter das Frühstück zu machen: morgens um halbsechs stürzte ich ins elterliche Schlafzimmer und bevor meine nur mäßig erwachte Mutter noch Gegenwehrmaßnahmen hätte ergreifen oder gar die Flucht hätte antreten können, knallte ich ihr das Tablett unters Kinn und zwang sie, den traditionsgemäß verkohlten Toast mit Leberwurst und Brombeermarmelade plus den trotz stundenlangen Rührens nicht löslichen Filterkaffee zu trinken. Immerhin konnte sie sich daran nicht die Zunge verbrennen, da ich vor heißem Wasser zu viel Respekt hatte und es ja eh immer hieß, das kalter Kaffee schön mache…

  • Deinem letzten Abschnitt – der Regel zu Vater bzw. Muttertag – ist wohl nichts hinzuzufügen…….
    Viele Grüße und einen schönen Muttertag
    wünscht dir unbekannterweise
    Monika

    • Danke, dir auch 🙂
      Im übrigen habe ich gerade Glück: da unten kochen drei Männer für mich. Hat natürlich auch seine Kehrseite: ich muss das essen …

  • Gut gewählt! Jede Woche hat auch schöne Dinge zu bieten und wir sollten uns auf diese konzentrieren, denn sie machen gute Laune.
    Liebe Grüsse zum Muttertag
    Ingrid

    • Ich wähle doch immer gut – im Zweifel nehme ich alles 😉 Draußen regnet es gerade wie jeck und dennoch habe ich fantastische Laune. Zumindest, bis ich bei dir gelesen hatte … 😛

  • ja, deine woche klingt ja sehr entspannt und schön…meine woche war anstrengend, da die große tochter seit dienstag ihre feste zahnspange hat. das tut weh und muttern muss da mitleiden ;0)
    ich freue mich schon auf dein neues schnitträtsel, die bluse von susi sieht gut aus.

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