Wankelmütig und ablenkbar – wie frustrierend!

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Es muss doch wirklich nicht nur für mich, sondern auch für diejenigen, die am liebsten fertige Kleidungsstücke in Blogs betrachten: da fange ich seit Wochen oder gar Monaten immer wieder hoffnungsfroh etwas an, zeige Bilder vom Schnitt, komme oft sogar bis an die Puppe – und das war es dann. Weil es nicht ganz sitzt, weil ich etwas im letzten Moment (oder auch im ersten) verbockt habe oder weil ich einfach keinen Zeitpunkt finde, an dem ich Lust auf die Fertigstellung habe. Oder, das kommt noch dazu, ich weder Licht noch Lust auf Bilder habe.

Nun hatte ich mich am Donnerstag wahrhaft noch aufgerafft, um am roten Kleid weiter zu arbeiten, habe den Saum versäubert, die Taille korrigert und die Bündchen angenäht. Heute wollte ich den RV einsetzen, stellte dabei fest, dass die offene Naht zu lang war, wollte den Rockteil also weiter nach oben zusammen steppen, musste dazu eine Ziernaht am Sattel öffnen und merkte, das ist richtig ätzend, langweilig, nervig und erstaunlich fiddelig. Dann war alles irgendwie schief. Und das farblich passende Garn aufgebraucht. Und meine Liebe zu dem Rot zwar noch da, aber nicht mehr zu diesem Stoff. Also rollte ich alles zusammen und packte die Rolle in die Schublade mit all den Projekten, die eindeutig zu schade für Ablage P, aber viel zu nervig oder langweilig zum Bearbeiten sind.

Dann habe ich mich hingesetzt und den Stoff für das 30er-Kleid gebügelt und ausgelegt, dabei noch immer nicht davon überzeugt, dass der Schnitt dazu wirklich richtig ist. Da ich an dem Stoff nicht sehr hänge, ist das nicht das größte Problem. Den blöden Stoff aber so zu platzieren, dass ich zwei Bruchlinien habe, alles glatt und im Fadenlauf liegt und dazu die eine Seite breiter ist als die andere – das hat bis gerade eben gebraucht und meine Laune von “Ich will jetzt dieses Kleid!” zu “Herrje, hoffentlich bin ich damit bald durch …!” gewandelt. Sehr gute Voraussetzungen. Noch viel lieber würde ich mich jetzt mit einem 20er-Kleid beschäftigen, aber das ist etwas für den Frühling und das wäre nun wirklich albern, nun an einem luftigen Fähnchen zu sticheln, während offenbar Teile der Republik wahrhaftig Winter haben.



7 thoughts on “Wankelmütig und ablenkbar – wie frustrierend!”

  • Liebe Andrea,
    Bei mir passen die UFOs schon nicht mehr in eine Schublade. …und die Fertigstellung scheitert schlicht an einer massiven Wahrnehmungsstörung von Schnittauswahl zur persönlichen Passform des ausgewählten Kleidungsstücks.
    Kurz gesagt: im Hirn ist nicht angekommen, dass ich für gewisse Schnitte falsch proportioniert bin, um es positiv zu formulieren.
    Zum Trost:
    Es kommen wieder bessere Zeiten. …und morgen kann man auch wieder farblich passendes Nähgarn kaufen.
    Herzlichst,
    Martina

    • Liebe Martina,
      das kann ich ja nun nicht so passieren lassen – dass du sagst, du seist falsch proportioniert für manche Schnitte und dass das die positiv ausgedrückte Variante dieser Tatsache sei: positiv ausgedrückt wäre es, wenn du sagtest, dass manche Schnitte einfach nicht für dich gemacht seien 😀 Aber ich weiß, was du meinst, und es gibt einfach Formen, die uns nicht verschönern. Manchmal allerdings ist vielleicht nur eine Kleinigkeit, die es dann doch passend machen könnte …?

      Also wir bleiben dran, du und ich, ok? Und die Schubladen oder Körbe oder Keller werden weniger gefüllt 🙂

  • Hach, wie ärgerlich 🙁 was machen wir denn da? Nähen unter vorgehaltener Waffe? Wegwerfen? Größere Schubladen kaufen? Wie sieht der Plan aus? Erst das Vergnügen, dann die Arbeit? Lieber doch töpfern oder Kekse backen?

    Und wenn ich auch gern fertige Stücke anschaue – ich werde auch beim 73ten Ufo noch genauso begeistert dabei sein. Ich les’ Dich so gern.

    PS: Und ich war direkt begeistert als ich sah, dass Du Annett Louisan auch magst – keine Ahnung warum, aber das hat mir einen verträumten Seufzer entlockt 😀

    • Genau meine Gedanken, nur die Waffe würde ich gerne aus dem Spiel lassen, solange sie vor meiner Nase herum tanzen soll.
      Gestern nacht habe ich dann ganz beherzt den violetten Stoff zugeschnitten (oder, je nach Endergebnis, zerschnitten) und dann festgestellt, ups, schon wieder ein Uhr nachts.

      Und zu Louisan: das würde ja dafür sprechen, dass wir uns auch auf einem Sofa, mit Waffeln, nicht Waffen, gut verstehen würden und wenn nicht, immerhin schweigens lauschend stricken könnten 😀

      • Ich hab’ die neue CD auch schon geordert, aber mein Waffeleisen ist kaputt – das muss ein Zeichen sein 😉

        Ich hänge aber noch an kirschrot. Ich bin noch nicht bereit für eine neue Farbe *seufz*..

        ..okay, jetzt bin ich bereit! Was wird’s?

        • Das ist doch kein Zeichen!!! Sag so was nicht! Was soll denn das schon gutes bedeuten? Also …! Und mein Waffeleisen funktioniert, alles gut 🙂

          Kirschrot mag ich ja auch nicht so schnell aufgeben, aber der Gabardine war so schön auch wieder nicht – ganz hohe saure Kirschen waren das, die das Rot gegeben haben 😉

          Es wird ein im Vergleich dazu sehr unaufregendes Dunkelviolett, leicht staubig, könnte man sagen. Aber das passt ja zu den Frühdreißigern irgendwie … finde das jetzt sofort schön, klar? Darauf ein Lied und eine Waffel!

  • Dir purzeln die Ideen leider schneller zu als du sie umsetzen kannst. Eine Lösung dafür habe ich auch nicht. Mir geht es ähnlich.
    Die Knöpfe sind übrigens immer noch nicht angenäht. Dafür habe ich mir die Knopflöcher beim auftrennen des Schlitzes versaut. Grrr!
    Ich glaube bei meinem nächsten Besuch muss ich mal einen Blick in deine Schublade werfen. Vielleicht können wir gemeinsam etwas retten.
    Liebe Grüße
    Arlett

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