Weit und eng – wie gehabt

So ganz langsam füllt sich meine Garderobe wieder mit Selbstgemachten – all die feinen Kleider und Röcke und Blusen und Pullis der letzten drei Jahre liegen sorgsam verpackt unter meinem Himmelbett, während der Schrank vor allem Gekauftes beherbergt. Und hier hat sich die Silhouette des Sommers durchgesetzt: enge Hosen, weite Oberteile.

Wie schon beim Mantel saß ich anfangs ratlos vor meiner Wolle: kleine, kurze Pullis der 30er mit Mustern und perfekten Schulterlinien stricke ich blind und ohne Anleitung. Vor den formlosen Quadraten jedoch zitterte ich und so suchte ich mir Anleitungen, wohlwissend, wie albern das eigentlich ist. Aber so langsam entwickele ich ein Gefühl für die andere Garnstärke und die neue Linie. Diesen Pullover hier habe ich grob nach der Anleitung von Soooo gestrickt; geändert hatte ich die Häufigkeit der Abnahmen für den unteren Rand und den Halsausschnitt, der eine Art Stehkragen bekommen hat. Verwendet habe ich die Aramis von Schulana, ein Schurwoll-Leinen-Gemisch, das beim Waschen und Blocken ein wenig in die Weite gewachsen ist – was, da der Pulli von Seite zu Seite gearbeitet ist, für eine Verlängerung sorgte. Auch die Festigkeit der Bündchen hat etwas nachgelassen, was ich sehr schade finde: zuvor hatte nämlich das Saumbündchen für eine leichte Bouleform gesorgt.

Bevor nun Tommy zu einem Naturwissenschaftsnachmittag an seinem (hoffentlich) zukünftigen Gymnasium gebracht werden wollte – wo ich ihn in einer Viertelstunde auch wieder abholen muss, also schnell, schnell hier – war er bereit, mich zu knipsen. Wie immer war ich hinderlich …

 

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“Ich bin noch nicht soweit!”

 

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Ärmel in Position bringen – ich hasse Gewurschtel am Handgelenk, weshalb ich Pullis oft absichtlich zu kurz stricke. Sieht auf Bildern aber unschön aus, also ziehe ich und zerre ich. Und Kind knipst.

 

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Und es ist doch frischer als gedacht, wahrscheinlich ist mein Bibbern schuld am verwackelten Ergebnis. Also noch einmal:

 

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Es wird schon wärmer, denn wir müssen uns beeilen, also knipst er wie der Teufel …

 

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Vorne kurz, hinten lang. Herrje, ich bin so was von modebewußt.

 

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Aber drinnen ist es wärmer und erstaunlicherweise werden die Farben genauer – normalerweise ist das nicht so. Egal, es ist ein Fliedergrau, meliert und mit weißen Härchen durchsetzt, eine schöne Mischung aus ganz zart und rustikal.

 

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Vielleicht nochmal den Kragen zeigen, eine leichte Verbeugung vor Audrey Hepburn – also die Kragenform, nicht der hochgehaltene Haarwuschel.

 

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Und einmal ganz nah ran: seitlich gestrickt, betonte Abnahmen, 1/1-Bündchen mit verdrehten rechten Maschen auf der Vorderseite. Heute abend dann mal erfahren, was der Gatte davon hält …



4 thoughts on “Weit und eng – wie gehabt”

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