Weiter …

… geht im Augenblick gar nichts so recht. Seit Anfang der Woche ist mein Vater wieder in “unserem” Krankenhaus und seit vorgestern auf der Palliativstation, wo er neu eingestellt wird, so dass die Schmerzen so gering wie möglich sind, ohne dass er nur noch müde und dämmerig ist. Das tut ihm gut, wohl auch die Tatsache, dass wir alle nun leichter und schneller und öfter bei ihm sein können. Wie es von da aus weitergehen soll, ist noch nicht zu sagen.

Die Jungs waren in dieser Woche jeden Tag für über fünf Stunden im Tenniscamp um die Ecke und geschafft habe ich dennoch gar nichts: morgens das nötigste im Haushalt und danach draußen im Schatten sitzen und lesen und stricken und mich gedanklich mit dem Anfertigen eines Trenchcoats beschäftigen, dessen Schnitt ich sehr, sehr langsam bastele. Aber all dies Lahme und sich mit anderem Beschäftigen hat mir gut getan. Wenn auch mit einem miesen Gefühl: darf man die Sonne genießen, wenn etwas so Schlimmes geschieht? Zeit verläuft seltsam nun: die Sommerferien sind nun bald vorbei, heute vor einem Monat wurde Tommy sechs und mein Vater war das letzte Mal “gesellschaftlich” unterwegs und es kommt mir vor, als wären seitdem Monate vergangen. Bronte war vor gerade einmal zwei Wochen hier und auch das scheint länger weg zu sein.

Demnächst werde ich mal wieder etwas zeigen; stricke gerade am zweiten Pulli (erster Ärmel), habe einen Rock vom Winter beendet und bastele an o.g. Mantel. Mal sehen.

Und ohne Dank komme ich in der letzten Zeit kaum noch aus: Danke für eure Erfahrungen, eure Nachfragen, eure Anteilnahme.



3 thoughts on “Weiter …”

  • Liebe Michou!
    Man darf!! Du darfst lachen, lieben, gut essen, die Sonne genießen… was auch immer.

    Und dein Vater auch. Mein Stiefvater hat im Hospiz geraucht und Cognac getrunken… gelacht und sich über uns gefreut. Na klar! Leben halt.

    LG, Bronte

  • Ich finde auch, jeder hat eine Insel der Ruhe und Zeit für sich verdient (und auch nötig)!
    Genieß es, es wird Dir niemand verübeln!
    Und das Leben muss ja weitergehen…

    Ganz liebe Grüße und eine warme Umarmung!
    Simone

  • Ich finde, eine Art von ‘Gewoehnung an unangenehme/schwerzvolle Situationen’ ist wohl eine Art menschlicher Selbstschutz und vermeidet sog. Durchdrehen aufgrund gehaeufter (= kann nun mal leider anfallen in einem Menschenleben) unangenehmen Situationen.
    Nimm ‘Schultern’ – wo immer Du welche geboten kriegst; verteile womoeglich – zur Vermeidung von Ueberbeanspruchung nur EINER (= auch GoeGa) und versuch’ durchzukommen fuer DIEJENIGEN, fuer welche auch die ‘derzeitigen Probleme Habenden’ immer gekaempft haben: die Nachfolgendenen; die Kinder; die Zukunft!

    Sei ganz liebevoll geknautscht und knautsch’ auch Vater ebenso lieb (= bietet zusaetzliches Gespraechs-Thema in einer Zeit, wo einem ab und zu ‘Themen’, vor Schmerz, ausgehen)!

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