Wo ist mein Kopf?

Irgendwie… ja, also irgendwie bin ich durcheinander und weiß nicht, wo mir der Kopf steht. Viel zu viele Dinge zur gleichen Zeit, Steve immer wieder mal unterwegs, Kind 1 angekränkelt und dazu der übliche Näh- und Strickfrust. Sollte eigentlich ein entspannendes Hobby sein und kommt mir nun noch ein 08/15-Artikel unter, in dem die Worte Julia Roberts, Zen, Meditation, monoton, Trend, jung, Großmutter und Stricknadeln vorkommen, dann …! Dann … dann… ja, dann, dann werde ich! Aber wirklich! Jahaaa! Klar, oder? Tatsache ist – bei mir! – dass ein Hobby dann den entspannenden Charakter verliert, wenn das Ergebnis dieser Beschäftigung einen weiteren Nutzen als nur die Vertreibung leerer Minuten haben soll. Mittlerweile sind nur noch fünf Kleidungsstücke in meinem Besitz, die regelmäßig getragen werden und nicht von mir selbst gefertigt wurden.
Dazu kommen leider sehr viele Teile, die zwar selbstgemacht, aber aus verschiedenen Gründen nicht mehr getragen werden (wollen oder können): weil sie zu eng geworden sind, weil mir der Stoff nie gefiel, weil sie zu warm oder zu kalt sind, weil sie mißlungene Versuche sind, weil sie mir zu langweilig sind, weil sie zu unpraktisch sind, weil sie mir nicht entsprechen. So ist das eben, wenn man das Schnitte machen erlernt und testet – da kommen auch einmal Dinge heraus, die nur der Übung dienen. Und da stehe ich im Augenblick und sollte endlich ernsthaft darüber nachdenken, was

– mir richtig gut steht,
– ich wirklich brauche,
– ich gut verarbeiten kann,
– sich vielseitig kombinieren lässt.

Nun möchte man meinen, mit 44 und einigen Jahren nähen, stricken und bloggen hätte ich das raus. Irgendwie schon, irgendwie nicht. Immer wieder geht etwas simples schief, immer wieder schwanke ich in dem, was es nun eigentlich sein soll und lasse mich auf Kompromisse ein. Vor drei Wochen habe ich rigoros aussortiert und zu Liebliches, zu Enges, zu Farbfalsches entweder aufgetrennt oder zur Kleidersammlung gegeben. Gestern abend dann kam die große Umschichtung: Winterstoff hoch unters Bett, Sommerstoff runter in die Schublade. Und zu meinem Erstaunen stellte ich fest: mir fehlen dunkelblaue Stoffe für wenigstens drei Röcke. Massenhaft feine Blusenstoffe mit kleinen Mustern im Blaubereich kamen zum Vorschein, drei Jerseys, fünf Stoffe für Kleider und das wars. Muss ich langsam beginnen, zu planen? Mit Listen und Sortierung? Muss ich mich daran halten? Klug wäre es … wie sehr näht ihr nach Plan und Bedarf?



20 thoughts on “Wo ist mein Kopf?”

  • Was soll ich sagen, mir gehts ganz genauso und mein Kleiderschrank ist auch dran. Mir ist vieles zu groß geworden, einiges trage ich aus verschiedenen Gründen doch nicht (mir selber manchmal nicht ganz ersichtlich …) – ausmisten ist angesagt.
    Ich muss doch mal genauer hinschauen, was ich gerne trage und wenn ich mir dann den 25 . Rock in der selben Art nähe … auch egal.
    Ich brauche wirklich Hosen, mir paßt fast gar nichts mehr. Hab mir schon zwei gekauft, weil alles an mir rumschlackert. Meine Kniebundhose, die habe ich schon enger gemacht, zu mehr bin ich noch nicht gekommen. Meine Nähmaschine ist übrigens schon wieder in Reparatur und wird ein 2. mal eingeschickt ….

    LG Eva

    Habe das für dich bearbeitet 🙂

  • Ha! Bei mir ist der Plan der Feind der Umsetzung. Irgendwann bin ich zu dem Schluss gekommen, wenn ich mir die geplanten Sachen zu lange vorstelle, sind sie in meinem Kopf “fertig” und die Motivation, mich noch weiter damit zu beschäftigen (zu nähen) weg. Schön auch (für mich, nicht für Dich) dass es noch jemanden gibt, der zwar gerne handarbeitet, das aber nicht entspannend findet. Tu ich auch nicht; schön, ja, aber eben auch “Arbeit”! Hoffentlich endet die erzwungene Alleinerziehenden-Zeit bald, das finde ich auch immer furchtbar anstrengend…

  • Hallo,

    ich bin eher zufällig hier gelandet, werde aber wohl nun öfter kommen.

    Warum?
    Weil mir dieser Text dermaßen aus der Seele spricht – hätte eigentlich auch mein Name drunter stehen können – so bauchmäßig auf jeden Fall ;-).
    Warum greift frau bloß immer wieder zu Farben, OBWOHL sie weiß, welche ihr besser stehen würden??
    Warum sammeln sich nur immer so unerklärlich viele Stoffe, die dann irgendwie doch nie verarbeitet werden?
    Viele Warums und wenig sinnvolle Erklärungen = hier auch!

    Lieben Gruß
    Petra

  • Aehem, ich muss das gestehen, dass ich einen ‘leichten Tick’ fuer festive Klamotten habe. Leider aber eigentlich so gut wie keine Ausfuehr-Gelegenheiten. Zumindest absolut nicht hier in OZ, wo alles seeehr ‘casual’ abgeht! Da muesste ich mich schon Arm in Arm mit unserer Frau Governor General, Quentin Brice auf Tour begeben!
    Ab und an kauft mir dann aber eine meiner ‘Euro-Freundinen’ irgendein Stueck ab, weil dorten eher ‘spinnert genug’ und auch noch ein one-off!
    Im Prinzip ist das hier halt doch meist wie bei ‘handmadebycarolyn’ beschrieben: 2 shorts, ? T-shirts; done!
    Kommt man ab und an nach Queensland und sieht eine besonders chic gekleidete Dame; schleicht sich in ihre Naehe, dann stellt man mit fast 100 % iger Garantie fest: Deutsche; auf Urlaub oder Dienstreise!
    Meine eigene naehere Umgebung hier hat sich schon damit abgefunden, dass Gerlinde a) mitunter ‘odd’ Bekleidungsstuecke traegt b) ‘mutige’ Farbkombinationen ‘gassi fuehrt’ c) auf Anzweifelungen jeder Art immer sofort fraegt “wo steht das; wer sagt das, dass man das nicht darf”. Mit “weil ‘man’ das nicht tut”, haelt als Argument bei mir ueberhaupt nicht (noch dazu, wenn’s gesetzlich nicht verboten ist und keinem schmerzbringend weh tut (Sonnenbrillen sind vielleicht ab und an empfehlenswert ‘gegen’ mich! 😉
    Brutalste Beendigung von Diskussionen: ich bin nicht ‘man’ ich bin ich!!!

    Bin auch schon mal auf ein lokales Pferderennen gegangen, derart ueberkandidelt gekleidet, dass es sogar ‘Inner-City’ umgehauen haette. Dies mit einen Riiiiesenhut auf(mich gut versteckend und als solche noch akzeptiert waren – seufz), von welchem statt der hier sehr sinnvollen herunterbaumelnden Weinkorken* (zum Fliegen fernhalten) – als viel elegantere Version und passender zum Outfit weisse Stoffrosenknospen herunterbaumelten.
    Hat’s dann beim naheliegenden Klein-Flughafen fuer etliche Wochen Diskussionen gegeben ‘um diese unbekannte Dame’; verdaechtigten mich zwar einige (aufgrund von Groesse) aber ich lieferte ein astreines, gut erstunken und erlogenes Alibi (Freundin E.)
    Hubby hat den Hut dann einmal entdeckt und ‘Kinnlade-bei-Fuss-geguckt’; wusste aber nichts vom Raetselraten des Flughafen-Personals und konnte mich damit nicht verpetzen. 😉 🙂

    Am liebsten mag ich eigentlich Klamotten, welche ich entweder gerollt oder geknautscht aufbewahren kann. Da halt’ ich’s so wie Cat.: buegeln, nur wenn’s sein muss (meist nur waehrend des Naehens 😉 )
    Vorzugsweise trage ich im Alltag meist (Kauf-) Hosen jeglicher Art, mit aufgepimpten/umgeaenderten/recycelten Tops; eher sehr lose gehalten.

    Mit dem Festlegen/Entscheiden auf eine Farbe habe ich echte Probleme; darum auch gerne obiger Aufbewahrungsmodus (sonst wuerde mein regulaerer armer Kleiderschrank aus den Naehten platzen!).

    Well, bei mir ist das egal; die Klamotten kommen meist superbillig vom ‘endlos stash’ OP-Shop bevor sie umgepfrimelt werden. Einer genaueren Inspektion einer versierten Naeherin wuerden die wenigsten standhalten, aber hey, wer kommt mir schon sooo nahe und darf mich auch noch zerpfluecken!

    Well, ich denke, Mass-Stab fuer Deine Beduerfnisse und Vorlieben bin ich absolut nicht; aber muss das sein?

    Was ich mir bei Dir – nach Bekanntgabe Deines Alters – schon einmal gedacht habe: Stil-Lockerung, wegen evtl. Gewichts-Schwankungen meist just um diese Jahre? Ich weiss ja nicht, wie Deine Erb-Gene zu erwarten sind (ausser dieses einst computer-technisch auf alt getrimmte Gesicht von Dir – zu koestlich! 🙂 )
    Auf meine brauch’ ich mich nicht zu sehr verlassen – auch bei bester Kontrolle meinerseits nicht! Da bin ich dann auch ganz froh, dass ich eigentlich schon von Kindesbeinen an eher weit umspielende Klamotten mochte. Ich geb’ zu, dass da dann schon ab und an die Gefahr von nur ‘Sack’ besteht – aber nur ab und an. Zelt und ‘flatter’ ist eher passend.

    Wuensch’ Dir noch Geduld und Durchhaltevermoegen als derzeitig alleinerziehende Mutter und doch etwas Entspannungswirkung von Nadelarbeit (natuerlich ist das nicht nur zum Spass und/oder wegwerfen hinterher gedacht!)

    Kopf hoch und liebe Gruesse,
    Gerlinde

  • Das mit dem Rock mal 25 – das überlege ich gerade auch. Ich habe mal gaaaanz genau hingeschaut, nicht nur, was mir steht, sondern was sich auch bewährt, also wirklich getragen wird … jetzt werde ich wohl einige ausgestellte Röcke produzieren: liegen an der Hüfte schön an, geben Gehfreiheit und wirken dabei dann doch auch schmal.

    Und Uta:
    das kenne ich auch mit dem Planen: im Kopf ist alles schon schön und das Nähen wird dann langweilig, hastig und schlampig. Aber in letzter Zeit habe ich alles so nach Lust und Laune genäht und ziehe es dann nicht an, weil es nicht so recht passt in die Jahreszeit, meinen Tagesablauf, zu anderen Teilen.
    Das Handarbeiten an sich finde ich zwar nach wie vor toll, aber noch öfter schaue ich mir die Dinge an, die hier auf mich und ihre Fertigstellung warten und dann fühle ich mich geradezu genötigt von ihnen 😉 Da ich alles selber machen will, ist es eben doch oft eher Arbeit als nur Vergnügen … schön, dass es dir genauso geht, bin ich auch nicht allein. Schöner wäre nur, es ginge uns nicht so … 😀

  • * Nachtrag:

    weiss gar nicht wie wir hier in Zukunft Fliegenplagen ueberleben werden, seit die Weinflaschen nur noch Schraubverschluesse haben!
    😉 🙂 🙂

  • Maedels, schaut doch bitte noch einmal in Eu’re Schraenke.
    Koennte es dorten so sein, wie bei mir frueher: die pflege-intensivsten Sachen haengen und haengen und werden seltener getragen, aus unterbewusster Angst, sie entweder mit Hand waschen zu muessen; kompliziert zu buegeln und bis das so passiert und diese Dinge dann wieder ‘startklar’ in den Schrank wandern – kommen sie meist per Unterbewusstseins-Lenkung gar nicht erst heraus!
    War zumindest bei mir seeeehr lange so!

    Also dann: noch einmal Kontrolle weil das Ergebnis dann vielleicht Eu’re zukuenftigen Schnippseleien beeinflussen wird.

  • Das gab es bei mir früher einmal, ist aber schon lange vorbei – Kleidung ist bei mir nur selten anlass- oder reinigungsgebunden. Meist ist es der Bewegungsaspekt, der mich beeinlußt:
    enge Röcke bspw. sind genau meines, nur damit schnell mal durch die Stadt …? Das ist zuviel Oberschenkeltraining mit wenig Bewegungsweite, hohen Schuhen und Katzenkopfpflaster 😉

  • Hallo Michou,

    ich nähe nach dem Lustprinzip. Heraus kommen oft Kleider und Röcke, die eher in die Kategorie “schick” fallen. Aber das ist mir egal, für den Alltagsfall gibt es da immer noch die selbst gekauften Jeans :-). Meine Stoffkäufe sind eher spontan und getrieben von einem starken Muss-ich-unbedingt-haben-Anfall als von sorgfältiger Planung meiner jeweiligen Jahresgaderobe. Merkwürdigerweise ist dann doch im Laufe der Jahre eine kombinierfähige Gaderobe herausgekommen, was eindeutig an meiner Vorliebe für bestimmte Farben liegt. Mein dritter Wintermantel ist nun bald fertig (auch den brauche ich nicht wirklich, aber der Stoff….), und jetzt werde ich ein Chanel inspiriertes Jäckchen aus Monsieur Karls Sommerkollektion in Angriff nehmen, das sehr gut zu den selbst gekauften Jeans passen wird. Mmh, der Kreis schließt sich :-). Viel Spass beim nächsten Projekt wünscht Dir Anke

  • Petra:

    Weil frau inmitten all der tristen Polyesterberge der Stoffabteilungen sich automatisch auf den fröhlich stimmenden Stoff stürzt – das kann dann mal die falsche Farbe sein, die vor dem schlecht beleuchteten Spiegel genau richtig wirken will. Und schon ist das Ding in der Tasche …
    Obwohl: das passiert mir jetzt nicht mehr. Ist mehr die geringe Auswahl bei uns und die Verführung der Onlinestoffläden, die mich versuchen. Wohlwissend, dass das Rot, das ich möchte, schwer zu finden ist, bestelle ich doch immer wieder etwas Rotes – was dann nicht richtig ist. Bah! 😉

    Doch, ich komme zu dem Schluß: ich muss endlich mit Planungen beginnen. Ist doch auch schon ein Plan …

  • Anke:

    Läuft bei mir ähnlich. Und im Grunde passt auch alles irgendwie zusammen – farblich! Aber die Rockgrundschnitttestphase und die Oberteilgrundschnitttestphase haben zusammen schon eine gewiße Spießigkeit angenommen. Da komme ich an den Punkt, an dem ich doch mal planen sollte. Und mich nicht vor dem Mehraufwand eines aufwendigeren Schnitt erschrecken lassen sollte …

  • Ach ‘Michou’, Du bist immer wieder ein Studium fuer sich!
    Ok., ich sehe, Empfehlungsschreiben fuer Tierschutzverein ‘ad akta’; wir braeuchten mind. Sport-Arzt-Einsatz fuer Dich dorten!!! 😉

    Liebe Gruesse,
    Gerlinde

    Fuer ‘DAS Weihnachtskleid’ als Loesung fuer DEINE Ansprueche an Klamoettchens PLUS Anlassgebunden, Augenschmaus fuer uns (plus Steve; trotz kurzfristiger Sprachprobleme ! 😉 ) danke ich Dir noch in hundert Jahren! 🙂

  • @ Ute

    Aufgrund von etwas Denksport waehrend ‘Elementar-Arbeit’ (s. Originial-Ton ‘Puenktchenglueck’; andere Sparte) muss ich Dir zustimmen: Auch bei mir gibt’s solche ‘Projekte’ – danke fuer Deine Ehrlichkeit (plus mich damit nebenbei erinnern)! 😉 🙂

    @ Anke

    ja, da scheint ‘Dein Geschmack’ aber ohnehin schon eine gute ‘Automatik’ inne zu haben, wenn Lust dann kombinierfaehig ergibt; meinem fehlt diese noch – er splittert sich mit Begeisterung!
    😉 🙂 😀

    Viel Glueck mit Monsieur Karls Jaeckchen (ich mag den Kerl auch; er ist so schoen ‘zuverlaessig klassisch verrueckt’!). Am meisten musste ich lachen, als ich eine ‘entsprechende fruehere Jacke’ als Wiedergeburt in Taschenform sah!

    Weiterhin ‘good gut feeling’ und liebe Gruesse (an alle bitte),

    Gerlinde

    PS: Michou, danke fuer ‘heute’; kaempf’ Dich gut durch – ich geh’ jetzt ins Bett!

  • Als Nähanfängerin habe ich das Problem, dass die “leichten” Schnitte eher in die Kategorie “Sack” fallen und ich kompliziertere Kleidungsstücke noch nicht bewältigen würde. Dazu habe ich ja alles Dunkelbraune aussortiert ( von Deinem Post mental unterstützt) und bin in einer neuen Findungsphase.
    Wenn es mir zu viel wird, dann nähe ich einen Quilt. Da hab ich keine Passformprobleme (-:
    Ich muss mich sowieso weiter an meine neue Nähmaschine gewöhnen.

    Liebe Grüße
    Natascha

  • Hm. Ich versuche zu planen. In der sehr schon weit liegenden Vergangenheit habe ich eher Sachen genäht die nicht sonderlich praktisch sondern ausgefallen waren. Kleider vor allem. Und Herausforderungen gestrickt, die nichts mit dem Bedarf zu tun hatten, nach dem Motto “oh, das sieht spannend aus, das will ich stricken” (nicht haben/tragen). Da ist jetzt zum großten Teil vorbei… Ich mache mir tatsächlich spießige Listen, nach der Bedarf-Analyse und nachdem ich die vorhandenen Materialien sortiert habe. Und ich versuche – seit vielleicht ein paar Monaten – die Listen abzuarbeiten. Der Grund ist mein Schrank, zwar voll, aber nichts passt zusammen. Oder – oh Überraschung – passt nicht zu mir, oder ist “Wartungsintensiv”, oder nicht gerade praktisch…
    Was Stricken betrifft halte ich mich erstaunlicherweise daran und es stört mich nicht. Zum Nähen komme ich überhaupt nicht – und ja, die Stoffberge sind ein ewiges Vorwurf, vor allem dass ich dann doch Kleidung kaufen muss, wohlwissend dass ich z.B. Stoffe für mindestens 5 Hosen habe (die auch miserabel genäht besser sitzen würden als die gekauften).
    Wo ich mich nicht zur Vernunft zwingen kann sind Käufe – ich kaufe immer noch spontan das was mir gefällt (jede Menge blaues obwohl es nicht wirklich “meine” Farbe ist) und wessen Preis ich akzeptieren kann, meist im Internet. Dies ist nicht das optimale, weil bei Stoffen und Garnen nicht nur die Zusammensetzung und Grammatur (bzw. nominale Maschenenprobe) relevant sind, sondern auch Haptik und last but not least die Farbe… Eine Lösung für dieses Problem habe ich aber nicht – es gibt entschieden zu wenig Geschäfte mit Stoffen (Wollgeschäfte gibt es mittlerweile wieder). Und dann hat man eine wunderbare silbergrüne Viskose, die sollte für einen Rock sein, aber knittert wie Hölle … und was damit? Für Bluse ist sie zu schwer … vielleicht tatsächlich einen Quilt nähen ;-).
    Wie Du deutlich sehen kannst – Du bist absolut nicht alleine!
    Liebe Grüße

  • Sagen wir so: ich mache in Abständen, immer mal wieder Pläne – um sie dann im konkreten Tun regelmäßig über den Haufen zu werfen. Es gibt einfach zu viele schöne Schnitte, die mich dann immer wieder ablenken vom Plan.
    Irgendwann finde ich diesen jeweiligen Plan dann wieder im To Do-Listen Stapel und vergleiche Soll und Haben.
    Ich bin überzeugte Mehrfachnäherin, sprich: erprobte und für gut befundene Schnitte werden gerne mehrfach genäht.
    Gerade hat sich ein Vogue-Schnitt als wirklich nicht geeignet herausgestellt – nach dem dritten Versuch! – und nach so viel Frust muss zwingend ein erprobter Schnitt erneut umgesetzt werden. Vier Jerseykleider sind geplant, zweieinhalb sind bereits fertig – ein sehr befriedigendes Gefühl 🙂

    Herzliche Grüße
    Melleni

  • Momentan bin ich soweit mit mir zufrieden. Steh aber auch noch relativ am Anfang. Stelle meinen Kleiderschrank ja gerade auf Selfmade um. Hab seit Januar ca. 8 Kleider genäht, die erstmal passen “erstmal” 😉 und meinem derzeitigen Geschmack 100% entsprechen. Hosen hab ich auch genäht, alles schick. Ausgemistet hab ich am Montag, wobei eben erstmal die Kaufsachen weg gehen, die ich nicht mehr trage. Hab sie bei Kleiderkreisel eingestellt und warte nun auf Abnehmer. Planen??? Hab ich im Februar ja mal versucht, das ist irgendwie auch anstrengend, da kam ich mir dann eher wie eine Industrienäherin vor (bin ich übrigens mit Abschluss und das will ich nicht mehr ;)). Also lieber nach Bedarf und Muse nähen.
    Wie wäre es denn für dich mal wieder ein paar Schnitte zu kaufen und einfach mal drauf los zu nähen. Ohne großartige Schnittkonstruktionen. Ich stell mir vor, dass dir das auch mal wieder freude machen könnte, da es ja nicht so nervenaufrebend ist und auch mal wieder Spaß machen könnte. Toll nähen kannst du ja, dein Simplicity Mantel z.B. hat mich auf deine Seite stoßen lassen. Ich kann mir vorstellen, wenn man nur noch Schnitte selber macht, der Anspruch also sehr hoch hängt, dann irgendwann ein ganz schöner Nähfrust entsteht. Sowas kann man doch auch gut parallel laufen lassen und hat mehr Freude und Entspannung.
    Viele Grüße
    Vera

  • @ Joanna

    Du sagst es: Haptik!
    Genau selbige ist der Grund, warum ich dann meist bei billigen Second-Hand-Laeden lande, um gefundene Sachen dann umzuarbeiten:
    ich habe gesehen, getestet, wie das Material reagiert.
    Zusaetzlicher Bonus: Farbe aendert sich auch seltenst, da meist schon ‘tod-gewaschen’ 😉 🙂

    Ist eine s . . -Arbeit – ich geb’s zu; manchmal NICHT billiger. Eigene Stunden rechne ich sowieso nicht; mein ‘boss’ (GoeGa) zahlt mich auch nicht per Std. (sonst waer’ er bald pleite = bekannt fuer jede Versicherung!) 😉 🙂

  • Ich liebe Pläne und scheitere dann an der Umsetzung 😉
    Vor ein paar Wochen habe ich mal meine Stoffberge im Blog gezeigt. Kaum zu glauben, dass bei diesen Mengen trotzdem häufig kein Stoff für eine bestimmte Idee da ist.
    Mein “Kaufverhalten” hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Als ich noch in Dtl wohnte und regelmässig ins Kaufhaus kam, habe ich vielmehr projektbezogen eingekauft. Also Rockstoff passend zu einen Oberteil, dass schon im Schrank lag. Gelegentlich blieb der Stoff dann trotzdem liegen, weil einfach die Zeit fehlte und ich im Frühling keinen Winterrock mehr nähen wollte 😉

    Nachdem ich in den Süden gezogen bin, war meine Bezugsquelle versiegt. Bis ich den Schlussverkauf von Julian lopez entdeckte 😀 Seidencrepestoffe für 2-5€ der meter.. da kauf ich einfach nach dem Lustprinzip und da mir in dem Moment noch kein passendes Kleid vorschwebt, werden einfach ein paar Meter mehr gekauft. Tut bei dem Preis ja nicht weh 😉 Ausserdem gibt es diese Angebote nur 2x im Jahr und man braucht ja Vorrat.

    Zweite Bezugsquelle ist mein Job. Ich arbeite ja in der Designabteilung und dort bleiben mit jeder Saison ein Haufen Stoffe übrig, die zum Wegschmeissen zu schade sind, aber sich nicht für die Produktion eignen. Viel bekommen dann bei mir ein neues Zuhause. Inzwischen habe ich mich aber schon gebessert und nehme nur noch mit, was mir wirklich überdurchschnittlich gut gefällt. Auch bei der Farbauswahl bin ich vorsichtiger geworden.

    Im Augenblick plane ich eine Generalüberholung meines Kleiderschrankes. Also werden Skizzen gemacht, Stoffe gesichtet, der Schuhschrank inspiziert… Nichts ist schlimmer als ein neues, perfekt passendes Kleid und es dann nicht tragen zu können, weil frau keine Schuhe hat 😉
    Aber am Ende wird mir wohl wieder die Zeit fehlen um auch nur die Hälfte meiner Ideen umzusetzen.
    Meine Freizeit ist einfach zu knapp und die Kinder noch zu klein um wirklich “grosse Garderobe” zu nähen. Aber ich bin sicher, dass in ein paar Jahren mein Kleiderschrank (so wie früher) zu 80% aus selbstgenähten bestehen wird.

    LG Lucia

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